Gemeinde trägt Reparaturkosten, obwohl ihr das Gelände nicht gehört
Die Last mit den Brücken in Hollenstedt

Auf der Estebrücke Im Steegen, die etwas später saniert wird: Bürgermeister Jürgen Böhme (li.) und Ludwig Hauschild, Vorsitzender des Heimat- und Verkehrsvereins
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  • Auf der Estebrücke Im Steegen, die etwas später saniert wird: Bürgermeister Jürgen Böhme (li.) und Ludwig Hauschild, Vorsitzender des Heimat- und Verkehrsvereins
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bim. Hollenstedt. Die Estebrücken in Hollenstedt sind wichtige Verbindungen für Fußgänger und Radfahrer und - wie die an der Alten Burg, dem historischen Ringwall - als Bestandteil des Regionalparks Rosengarten für den Tourismus von Bedeutung. Nachdem die Brücke über ein Jahr lang wegen Einsturzgefahr gesperrt war, steht deren Erneuerung nun kurz bevor.
Was dabei erstaunt: Obwohl das Gelände auf der einen Seite der Hansestadt Hamburg und auf der anderen dem Landkreis Harburg gehört, muss die Gemeinde Hollenstedt für die notwendige Reparaur des maroden Bauwerks aufkommen, das die beiden "Hoheitsgebiete" verbindet, denn die Gemeinde hatte die Brücke 1972 gebaut.
"Der ganze Erwartungsdruck liegt auf der Gemeinde", sagt Bürgermeister Jürgen Böhme. Entweder bei ihm oder bei Ludwig Hauschild, dem Vorsitzenden des Heimat- und Verkehrsvereins Estetal, dessen Mitglieder den Esterwanderweg ehrenamtlich betreuen, laufen die Beschwerden von Wanderern auf.
Auch bürokratische Hürden waren zu nehmen: Weil nicht nur der Belag ausgetauscht, sondern auch die Tragkonstruktion erneuert werden muss, gilt die Brücke als Neubau, für den eine Baugenehmigung erforderlich ist. Den Bauantrag habe die Gemeinde bereits im Februar beim Landkreis Harburg gestellt. "Wir brauchten außerdem Stellungnahmen der Wasserbehörde und der Naturschutzbehörde. Dann stellte sich heraus, dass wir noch einen Antrag auf naturschutzrechtliche Befreiung stellen müssen, die wir Ende Juni erhalten haben", berichtet Jürgen Böhme. Er ist genervt, dass sich das Verfahren so lange hinzieht. "Beim Landkreis geht entweder keiner ans Telefon oder sie können uns nichts sagen", ärgert er sich. Auch habe der Statiker seine Arbeit noch nicht abgeschlossen. "Wenn die Baugenehmigung vorliegt und der Statiker fertig ist, geht's los", so Böhme.
Die Erneuerung der Brücke an der Alten Burg kostet rund 30.000 Euro, von denen 50 Prozent der Verein Naherholung im Umland Hamburg übernimmt.
Auch die Estebrücke Überm Steegen, deren Belag die Gemeinde vor vier Jahren erneuert hatte, muss gundlegend saniert werden. "Daran arbeiten wir", so Böhme. Die Kosten dafür in Höhe von rund 38.000 Euro sind im aktuellen Haushalt eingestellt. Auch dafür muss dann ein Bauantrag gestellt werden.

Auf der Estebrücke Im Steegen, die etwas später saniert wird: Bürgermeister Jürgen Böhme (li.) und Ludwig Hauschild, Vorsitzender des Heimat- und Verkehrsvereins
Die Estebrücke an der Alten Burg ist seit mehr als einem Jahr gesperrt
Autor:

Bianca Marquardt aus Tostedt

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