Dorfgemeinschaftshaus Wenzendorf - Flachdach sorgt für viel Diskussionsstoff

So könnte das fertige Haus einmal aussehen. Laut Architekten ist es an die 
dorftyptische Architektur angelehnt
  • So könnte das fertige Haus einmal aussehen. Laut Architekten ist es an die
    dorftyptische Architektur angelehnt
  • Foto: JUP/ Gemeinde Wenzendorf
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mi. Wenzendorf. Die EU-Förderung ist so gut wie sicher, die Planungen weit fortgeschritten - eigentlich hätte der Beschluss der Pläne für das Dorfgemeinschaftshaus der Gemeinde Wenzendorf ein Selbstgänger sein sollen. Doch die Entwürfe von Architekt Stefan Weinnert sorgten für reichlich Diskussionsbedarf unter den Ratsherren.
Hintergrund: Das Dorfgemeinschaftshaus (siehe Kasten) hatte der planende Architekt Stefan Weinert als ein zusammenhängendes Gebäudeensemble entworfen. An das Haupthaus mit Spitzdach sollte ein Anbau mit Flachdach anschließen. Dieses Flachdach sorgte für viel Redebedarf. „Ich habe mit dem Flachdach große Bauchschmerzen, meiner Erfahrung nach verursacht diese Dachform nur Ärger wegen der mangelnden Dichtigkeit“, kritisierte Ratsherr Bernd Oelkers. Oelkers forderte den Architekten auf, einen Alternativentwurf vorzustellen. Der verweigerte sich und berief sich auf die schon weit fortgeschrittene Planung. Außerdem beruhe der schlechte Ruf von Flachdächern auf den Bauten der 1970er und 80er Jahre. Die heutigen modernen Bedachungen seien komplett anders konstruiert und verursachten keine Probleme. Das überzeugte Oelkers allerdings nicht. „Warum weigern Sie sich so hartnäckig, uns eine Alternative vorzustellen“, beharrte der auf seiner Kritik und fügte hinzu, er werde unter solchen Voraussetzungen dem Projekt nicht zustimmen. Mit seiner Kritik stand der Ratsherr nicht alleine. Heiner Bartels (WGW) hinterfragte dabei gleich das gesamte Projekt: Er habe das Gefühl, wegen der hohen Fördersumme wollten alle plötzlich das Maximum. Der Ratsherr fragte: „Sollten wir wirklich einen so kostspieligen Bau realisieren?“
Hintergrund: Die Kosten für das Gebäude betragen rund 1,2 Millionen Euro. Weil die Förderqoute der EU auf etwas über 50 Prozent gedeckelt ist, erhält die Gemeinde für den Bau einen Zuschuss von knapp über 500.000 Euro. Den Rest der Summe, immerhin über 700.000 Euro, muss Wenzendorf daher aus eigenen Mitteln bestreiten. Dazu kommen noch 300.000 Euro für die Gestaltung des Platzes vor dem Haus. Auch hier sind EU-Gelder beantragt. Auch für die finanziell gut aufgestellte Kommune dürfte diesen zwei Projekte finanziell kein Pappenstiel sein. Für den Bau des Dorfgemeinschaftshauses sprach sich dagegen Stephan Aldag (WGW) aus. Der mahnte, dass die Planungen für das Gebäude gemeinsam mit einem Arbeitskreis aus rund 90 Bürgern erarbeitet wurden, man könne allein deswegen jetzt nicht alles wieder über den Haufen werfen. Auch Bürgermeister Manfred Cohrs bestätigte, das Verfahren sei für eine generelle Planungsänderung schon zu weit fortgeschritten. Bernd Oelkers überzeugte das alles nicht.
Ein anderer Kritikpunkt war, dass im aktuellen Plan des Rathauses kein Fahrstuhl mehr vorgesehen ist. Den Lift hatte der Architekt gestrichen, damit die Gemeinde nicht durch die geschätzten 32.000 Euro Mehrkosten in eine schlechtere Förderquote rutscht. Vor allem Grünen-Ratsherr Manfred Thiel hatte damit Probleme: „So ist das Gebäude nicht barrierefrei“, bemängelte er. Dem widersprach Manfred Cohrs: „Der Raum im Dachboden kommt im ursprünglichen Nutzungskonzept der Gemeinde gar nicht vor. Alle Räume, die wir für die öffentliche Nutzung eingeplant haben, sind auch barrierefrei zu erreichen. Außerdem besteht die Möglichkeit, auch nachträglich einen Fahrstuhl einzubauen.“ So sah es auch die Mehrheit der Ratsmitglieder. Bedenken hatte Thiel auch wegen der Baukosten. „Welche Garantie haben wir, dass sich das Projekt nicht noch weiter verteuert?“, so seine Frage. Hier konnte Cohrs nur erklären, dass es eine hundertprozentige Sicherheit nicht gebe.
In der anschließenden Abstimmung sprach sich der Rat - gegen die Stimme von Bernd Oelkers und bei zwei Enthaltungen - für die Pläne des Architekten aus und brachten so den Bauantrag auf den Weg. Mit einer Fertigstellung des Hauses rechnet Bürgermeister Manfred Cohrs in 2019.

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