Vor der Ratssitzung
Halvesbosteler verteidigen ihren Spielkreis

Blick in die Spielkreisräume, die laut Verwaltung nicht mehr aktuellen Anforderungen genügen
  • Blick in die Spielkreisräume, die laut Verwaltung nicht mehr aktuellen Anforderungen genügen
  • hochgeladen von Bianca Marquardt

bim. Halvesbostel. Eltern und Erzieherinnen des Spielkreises Halvesbostel haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass die seit 27 Jahren bestehende Kinderbetreuung im Dorf erhalten bleibt. Wie berichtet, war das Votum des Fachausschusses mit nur fünf zu vier Stimmen bei zwei Enthaltungen denkbar knapp für einen Kindergartenbau in Halvesbostel und damit gegen einen Anbau in Regesbostel ausgefallen. Doch das Bangen geht bis zur Entscheidung in der Ratssitzung am 17. Dezember weiter.
Nach dem knappen Votum schrieb eine Bürgerin fassungslos: "Was ist bloß los mit einigen Kommunalpolitikern unserer Samtgemeinde? Allen voran den Grünen? Soll Halvesbostel abgehängt werden? Das fragen sich Eltern, deren Kinder, Großeltern, Nachbarn, schlichtweg die gesamte Gemeinde Halvesbostel."
Die Gemeinde Halvesbostel wolle sich am Neubau schließlich mit 75.000 Euro und dem Grundstück beteiligen. Junge Familien bräuchten einen Kindergarten vor Ort. "Traurig, dass unsere Gemeinde von einigen Hollenstedter Ratsmitgliedern nicht als wichtig angesehen wird. Wir werden abgehängt! Kein schönes Gefühl", schreibt die Bürgerin weiter.
"Das ist eine Ohrfeige für alle, die Grüne für die halten, welche eine besondere soziale Verantwortung übernehmen wollen und auch viele Stimmen aus unserer Gemeinde Halvesbostel bei der letzten Wahl erhielten." Und sie rechnet vor: Würden die Halvesbosteler Kinder den alternativ erweiterten Kindergarten Regesbostel besuchen, müssten Eltern fünf bis sechs Kilometer pro Tag fahren. Das seien rund 200 km im Monat und 2.200 km im Jahr und bei 22 Eltern rund 50.000 km, die mit dem Autos zurückgelegt werden müssten, was nicht wirklich umweltfreundlich sei.
Aber auch einige Vertreter anderer Parteien sind gegen einen Kindergarten in Halvesbostel. "Angeführt werden Kosten, die überhaupt nicht relevant sind und eigentlich keine Rolle spielen, weil sie nicht ins Gewicht fallen." Denn ein Kita-Neubau in Halvesbostel würde rund 580.000 Euro kosten, eine Erweiterung des Kindergartens in Regesbostel um eine dritte Gruppe, den die Kinder aus Halvesbostel alternativ besuchen müssten, wenn sich die Politik gegen einen Neubau entscheidet, liegen bei 571.000 Euro.
• Christiane Melbeck und Ruth Alpers von den Grünen haben reagiert. Sie sprechen sich für den Erhalt des Spielkreises aus - renoviert und mit neuem Träger. Sie zweifeln die Aussage von Kerstin Markus von der Verwaltung an, nach der der Spielkreis heutzutage keine weitere Betriebserlaubnis bekäme. "Unterlagen zu dieser Behauptung wurden bisher nicht vorgelegt. Auch ist noch nicht geklärt worden, unter welchen Rahmenbedingungen ein Spielkreis weiter betrieben werden könnte", so die Grünen. Eine Kommune könne sich nicht unbegrenzt verschulden.
Die Grünen verweisen auf die weiteren geplanten Invesitionen (Krippenbau in Moisburg für 1,3 Mio. Euro; zweite Krippengruppe für Appel für ca. 550.000 Euro; Küche und Personalraum für die Kita Regesbostel für ca. 200.000 Euro; Therapie- und Personalraum für die Kita Dierstorf für ca. 178.000 Euro und der Rathausneubau für mindestens 3 Mio. Euro).
Und Melbeck und Alpers machen die große Rechnung auf - nur für Halvesbostel: Der Betriebskostenzuschuss der Samtgemeinde für den Spielkreis betrage 2018 ca. 85.000 Euro und 2019 ca. 112.000 Euro. Hinzu käme der Erweiterungsbau für die Feuerwehr für rund 700.000 Euro, 77.000 Euro für die Ertüchtigung der Hauptwasserleitung und 80.000 Euro für die Erneuerung der Straße Halvesbostel/Kallmoor. Damit seien dann insgesamt 1,054 Mio. Euro in Halvesbostel investiert worden, während die Gemeinde Halvesbostel eine Samtgemeindeumlage von jährlich ca. 300.000 Euro zum Haushalt beitrage. "Wir wollen die Kinder aus Halvesbostel nicht im Regen stehen lassen. Es muss aber auch erlaubt sein, sorgfältig zu klären, an welchen Orten in der Samtgemeinde die Kinderbetreuung gut und finanzierbar für die gesamte Samtgemeinde gewährleistet werden kann. Sozial ist auch, den Kindern und Kindeskindern möglichst geringe Lasten zu hinterlassen", so Melbeck und Alpers.

Autor:

Bianca Marquardt aus Tostedt

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