In Halvesbostel
Soll der Spielkreis zur Kita werden?

Mit einigen Spielkreiskindern (hinten, v.li.): Samtgemeinde-Bürgermeister Heiner Albers, Kerstin Markus, Bürgermeister Jürgen Ravens und Spielkreisleiterin Marita Klindworth
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bim. Halvesbostel. Seit Monaten bangen Eltern in Halvesbostel und die Mitarbeiterinnen, dass der Spielkreis im 778-Einwohner-Dorf geschlossen werden muss. Denn die Landesregierung hat bei ihrer Entscheidung für die Kindertagesstätten-Beitragsfreiheit schlicht die 65 Spielkreise im Land vergessen. Nun zeichnet sich eine Lösung ab: Der Spielkreis könnte zur Kita und dafür ein Neubau auf dem gemeindeeigenen Grundstück neben dem Dorfgemeinschaftshaus geschaffen werden, in dem der Spielkreis bisher untergebracht ist. Der Bedarf, so sagt Ortsbürgermeister Jürgen Ravens, sei allemal gegeben.
In dem seit 1992 bestehenden Spielkreis in Trägerschaft der Gemeinde Halvesbostel werden 20 Mädchen und Jungen im Alter von drei bis sechs Jahren betreut. Angefangen an zwei Tagen pro Woche von 9 bis 12 Uhr, gewährleistet der Spielkreis inzwischen eine tägliche Betreuung von 7.30 bis 13 Uhr, auf Wunsch bis 15 Uhr. "Wir arbeiten bereits wie eine Kita. Das Mittagessen bringt der Wirt vom Gasthaus Tödter", erläutert Leiterin Marita Klindworth. Sie und ihre Kollegin, Sozialassistentin Tina Johannsen, sind eigentlich keine Vollzeitkräfte, leisten aber mit viel Idealismus eine Vielzahl an Überstunden, die intern ausgeglichen würden, berichtet Jürgen Ravens, dessen Frau und weitere Helferinnen schon mal einspringen.
"Der Spielkreis wurde von Beginn an von der Samtgemeinde bezuschusst. Wir sind froh, den Spielkreis zu haben, um die Betreuung der Kinder vor Ort sicherzustellen", sagt Samtgemeinde-Bürgermeister Heiner Albers. Für die Samtgemeinde sei es egal, ob ein Spielkreis oder eine Kita bezuschusst und ob in Halvesbostel oder woanders gebaut werde.
Das Land zahlt beim Spielkreis nur für eine Kraft statt wie bei Kitas für zwei Kräfte einen Personalkostenzuschuss von 55 Prozent, der bis 2022 auf 58 Prozent steigen soll. "Die Samtgemeinde hat den Zuschuss für den Spielkreis von 80.000 auf 110.000 Euro erhöht und auch die Beitragsfreiheit übernommen", so Albers.
Außer der mangelnden Landesfinanzierung gibt es weitere Probleme: Die Räume im Dorfgemeinschaftshaus sind bereits jetzt beengt und entsprechen nicht mehr aktuellen Vorschriften. Damit die Kinder auch bei schlechtem Wetter genügend Bewegungsfreiheit haben, wird die Turnhalle des Sportvereins mitgenutzt.
Marita Klindworth hört in zwei Jahren auf, und die Gemeinde beendet Ende 2020 die Trägerschaft. "Ich sehe das Poblem in der Zukunft. Die Kinder sollen aber gleichbehandelt werden wie in anderen Gemeinden und kurze Wege haben", sagt Ravens.
Ein Kindergarten würde die Betreuung der Jüngsten langfristig sichern. In einer Kita könnten 25 Kinder einen Platz bekommen. Zu den Baukosten von voraussichtlich 600.000 Euro will die Gemeinde 75.000 Euro beisteuern, um die wichtige Infrastruktur zu erhalten. In dem Dorfgemeinschaftshaus, das von Spielkreis und Sportverein genutzt wird und neben dem die Feuerwehr ihr Domizil hat, spielt sich das gesamte Dorfleben ab. "Was spricht dagegen, wenn die Rahmenbedingungen stimmen, hier eine Kita zu bauen? Wir wollen nicht, dass die geänderten Bedingungen auf dem Rücken der Kinder ausgetragen werden", so Ravens. Oder auf dem Rücken ihrer Eltern, die sonst weitere Wege zu umliegenden Kitas zurücklegen müssten. Und wenn überall in der Samtgemeinde neue Bauplätze ausgewiesen werden, müsse auch die nötige Infrastruktur sichergestellt sein. In Halvesbostel würden gerade 14 neue Bauplätze ausgewiesen, die nach Punktesystem an junge Familien vergeben werden sollen, darunter viele, die selbst in Halvesbostel aufgewachsen sind.
Ob aus dem Spielkreis eine Kita wird, muss nun die Samtgemeindepolitik entscheiden. Das Thema wurde in der jüngsten Sozialausschusssitzung zur weiteren Diskussion in die Fraktionen und die Nachtragshaushaltsberatungen verwiesen. "Einen Neubau können wir sicherlich nicht bis Ende 2020 realisieren, aber wir sollten jetzt festlegen, wo die Reise hingeht", so Heiner Albers.

Der Bedarf an Betreuungsplätzen

Kerstin Markus von der Verwaltung hat den aktuellen Betreuungsbedarf stets im Blick. Im Kindergartenjahr 2020/21 besteht ein Bedarf von 469 Elementarplätzen (für 358 Kinder zwischen drei und sechs Jahren und 111 Kinder im nachwachsenden Jahrgang). Einschließlich des KInderspielkreises Halvesbostel sind 388 Plätze vorhanden, würde der Spielkreis zur Kita, wären es 393 Plätze. Damit könnte allen Kindern von drei bis sechs Jahren ein Elementarplatz zur Verfügung gestellt werden. Die Kinder der nachwachsenden Jahrgänge könnten bis zum Ende des Kindergartenjahres in den Krippen bleiben.
Für eventuelle Kindergarten-Neubauten favorisiert die Verwaltung die Standorte Halvesbostel, Regesbostel und Appel, da die Grundstückskapazitäten in Hollenstedt, Dierstorf und Moisburg ausgeschöpft sind. In Halvesbostel wäre ein Neubau möglich, in Appel der Anbau einer weiteren Gruppe, in Regesbostel einer weiteren Elementargruppe.
Derzeit geplant ist der Neubau des Kindergartens Hollenstedt "Achtern Schünen" (7 Plätze) und eine Erweiterung der Kita Moisburg (25 Plätze) bis 2020 und der Kita Appel (25 Plätze) bis 2021.

Mit einigen Spielkreiskindern (hinten, v.li.): Samtgemeinde-Bürgermeister Heiner Albers, Kerstin Markus, Bürgermeister Jürgen Ravens und Spielkreisleiterin Marita Klindworth
So eng ist es hier, zeigt Ortsbürgermeister Jürgen Ravens. Der Spielkreis nutzt einen der Umkleideräume für die Garderobe der Jüngsten
Autor:

Bianca Marquardt aus Tostedt

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