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Mit Musik Perspektiven ändern

Die Favela "Horizonte Azul" in São Paulo in Brasilien Fotos: mi / privat / Verein "Associação Comunitária Monte Azul"
 
Auch in der Buchholzer Innenstadt ist Jolanda Bär schon als Straßenmusikerin aufgetreten
Jolanda Bär unterrichtet ein Jahr lang Geigenspiel in einer "Favela" in São Paulo

mi. Buchholz. Rund 20 Millionen Einwohner, davon fünf Millionen in Armenvierteln, Wohnungen teilweise ohne Strom und fließend Wasser, Drogenkriminalität und eine im Vergleich mit Deutschland hohe Mordrate - Jolanda Bär (19) aus Buchholz tauscht jetzt für ein Jahr gemütlichen Kleinstadt-Komfort gegen das Leben in einer "Favela" - einem Armenviertel in der brasilianischen Mega-City São Paulo. Bereits nächste Woche tritt die Abiturientin einen Freiwilligendienst in Brasilien an.
Dass Jolanda Bär nach der Schule im Rahmen des Weltwärts-Programms des Bundesministeriums für Entwicklungszusammenarbeit einen freiwilligen Dienst im Ausland machen wollte, stand für sie schon lange fest. "Ich will die Welt nicht bereisen, ich will sie durch mitmachen erleben", erklärt die junge Frau. Durch eine Lehrerin erfuhr sie von dem Projekt "Associação Comunitária Monte Azul", das um 1980 in drei Favelas “Monte Azul”, “Peinha” und “Horizonte Azul" in São Paulo entstanden ist. Damals begann die Waldorf-Pädagogin Ute Creamer in den Favelas ein Gemeinwesen aufzubauen, indem sie die Bewohner direkt in die Verbesserung der Lebensumstände vor Ort mit einband und dabei vor allem auf die Bildung bei Kindern und Jugendlichen setzte. Heute ist der aus dem Projekt gewachsene Verein "Associação Comunitária Monte Azul" mit rund 220 ständigen Mitarbeitern, mehreren Kindergärten, Krabbelgruppen, Vorschulen, einer Grundschule sowie Jugendgruppen und Ausbildungswerkstätten eines der größten Entwicklungsprojekte in Brasilien ein Vorbild für viele ähnliche Projekte. Insgesamt betreut der Verein rund 18.000 Favela-Bewohner. Jolanda Bär interessierte sich sehr für die Arbeit des Vereins und die Ideen Ute Creamers. Doch obwohl sie schon viel gereist war - eine Zeitlang lebte sie in der Weltstadt Berlin, verbrachte ein Jahr in Nordschweden und reiste nach Israel - zögerte sie. Den Ausschlag gab dann, dass "Monte Azul" ausgerechnet einen Freiwilligendienstleistenden suchte, der Kenntnisse im Geigenspiel mitbringt. Jolanda Bär: "Ich spiele seit meinem achten Lebensjahr Geige, im Chor und auch als Straßenmusikerin, das war für mich ein Zeichen, nach São Paulo zu gehen."
In São Paulo wird sie gemeinsam mit drei anderen deutschen Freiwilligendienstleistenden in einem kleinen Apartment einer Gastfamilie wohnen. "Wir haben dort eine kleine Küche und werden uns selbst versorgen", sagt Jolanda Bär.
Zu ihren Aufgaben dort wird vor allem der Unterricht in einer Musikschule des Vereins gehören. Jolanda Bär: "Das gesamte Projekt dort fußt auf Ideen aus der Waldorf- und Montessoripädagogik, wir vermitteln den Kindern Kunst und Musik ebenso wie praktisches Wissen. Das Ziel ist es, ihnen die innere Kraft zu geben, Alternativen zu einer Kriminellen-Karriere oder Arbeitslosigkeit zu entdecken.”
Angst vor Kriminalität habe sie kaum. "Das ist gar nicht so schlimm, man muss halt aufpassen." Bei der jungen Musikerin überwiegt deshalb auch die Vorfreude auf eine Arbeit, bei der Musik helfen kann, Lebensperspektiven zu verändern und auf eine Kultur, in der Musik und Tanz eine weitaus größere Rolle spielen als in ihrer Heimat Deutschland.

Das Projekt unterstützen
 
Der Träger von Jolanda Bärs Freiwilligendienst sind die "Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners." Wie für solche Dienste üblich, muss sie einen Teil der Kosten durch eingeworbene Spenden selbst beisteuern. Wer Jolanda Bär unterstützen will, spendet an IBAN DE94 2406 0300 2103 9755 00. Wer einen Spendennachweis braucht, schreibt eine Mail an jola.baer@me.com. Das Projekt
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Mehr zum Projekt: "Associação Comunitária Monte Azul" gibt es hier