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Bebauung der "Obstwiese": Befragung der Eigentümer soll starten

Ein grünes Kleinod in der Ortsmitte: die Obstwiese mit dem historischen Backhaus (kl. Foto) Fotos mi/bim

Hollenstedt: Fachplaner soll Konzept für die Entwicklung der Ortsmitte erstellen

mi. Hollenstedt. Still ruht der See: Derzeit passiert nicht viel in der Politik in der Samtgemeinde und deren Mitgliedsgemeinden in Hollenstedt. Doch der Schein trügt, denn die Ruhe ist nur der Sommerpause, nicht aber einem Mangel an einem interessanten Thema geschuldet. 
Heftige Auseinandersetzungen sind zu erwarten, wenn es um die Frage geht, wie der neue Bebauungsplan für die Ortsmitte in Hollenstedt aussehen soll. Wie berichtet, hat der Verwaltungsausschuss der Gemeinde Stadtplaner Karsten Schwormstede damit beauftragt, ein tragfähiges, zukunftssicheres Konzept für eine mögliche Bebauung der Grünfläche hinter dem Volksbankgebäude zwischen den Straßen Am Stinnberg und Hauptstraße zu erstellen.
Hintergrund: Das große Grundstück befindet sich im Besitz der Volksbank Geest. Wie berichtet, möchte das Kreditinstitut auf der Fläche auf rund 3.500 Quadratmetern ein zweistöckiges Wohn- und Geschäftshaus errichten. Dort soll u.a. ein Drogeriemarkt untergebracht werden. Ein solcher wird in Hollenstedt seit Langem vermisst. Das Problem: Der Bebauungsplan für die Fläche lässt nur eine niedrigere Bebauung zu. Eine Änderung dürfte gar nicht so einfach werden, da die Gemeinde vor einigen Jahren einem anderen Interessenten, der im Geltungsbereich des B-Plans auf einem Nachbargrundstück einen Lebensmittelmarkt vergrößern wollte, mit Verweis auf denselben B-Plan eine Absage erteilt hatte.
Als weitaus größeres Hindernis dürfte sich allerdings auch die Ortspolitik selbst erweisen. Denn es ist kein Geheimnis, dass der Rat - ja sogar manche Fraktion - in der Frage tief gespalten ist. Mit dem nun von Planer Schwormstede zu erarbeitenden Konzept versucht Bürgermeister Jürgen Böhme (CDU) deswegen nicht weniger als die sprichwörtliche Quadratur des Kreises. Die Fläche nämlich gehört bereits der Volksbank, die hat auch schon mal durchblicken lassen, dass, wenn es nicht klappt mit der B-Plan-Änderung, auch andere Möglichkeiten der Bebauung in Erwägung gezogen werden können. So ließen sich auf dem Grundstück zum Beispiel unproblematisch mehrere Doppelhaushälften errichten. Gleichzeitig wünschen sich viele Hollenstedter aber auch die Ansiedlung eines Drogeriemarktes, allerdings ist manchem alteingesessenen Hollenstedter die Obstbaum bestandene Grünfläche in der Ortsmitte lieb und teuer.
Ob das neue Konzept für die Ortsmitte den Wunsch nach nostalgischem Stillstand mit dem Wunsch nach einem Drogeriemarkt, den Ideen der Volksbank und den Vorstellungen der Politik vereinbaren kann, bleibt abzuwarten. In einem ersten Schritt will der Planer jetzt mit der Volksbank und den Eigentümern der angrenzenden Flächen sprechen. Später sollen auch die Bürger beteiligt und befragt werden, dafür ist eine extra Veranstaltung vorgesehen.