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Rasanter Wandel der Landwirtschaft

Wann? 28.09.2018 15:00 Uhr bis 28.09.2018 17:00 Uhr

Wo? Mühlenmuseum, Auf dem Damm, 21647 Moisburg DEauf Karte anzeigen
Thema beim „Plattdeutschen Mühlenschnack“: Holzarbeiten auf dem Hof der Stellmacherei von Familie Dieck in Oelstorf, um 1930 (Foto: Privatarchiv Dieck)
Moisburg: Mühlenmuseum |

„Plattdeutscher Mühlenschnack“ im Mühlenmuseum Moisburg / Prof. Dr. Rolf Wiese moderiert

nw/tw. Moisburg. Im Rahmen der Reihe „Plattdeutscher Mühlenschnack“ geht es bei Kaffee, Tee und Kuchen in die sechste Runde: Diesmal steht der rasante Wandel der Landwirtschaft seit 1900 im Mittelpunkt. Veranstaltungsort ist am Freitag, 28. September, das Mühlenmuseum Moisburg (Auf dem Damm 10). Von 15 bis 17 Uhr berichtet Landwirt Hermann Dieck mit vielen Bildern aus seinem Privatarchiv. Prof. Dr. Rolf Wiese moderiert den Nachmittag für alle Besucher, die gern "op platt" schnacken möchten. Auch wer sich nicht so sicher im Plattdeutschen fühlt und seine Kenntnisse auffrischen möchte, ist willkommen.
Der Referent und Landwirt Hermann Dieck aus Oelstorf wuchs in einer Bauernfamilie auf und arbeitete bis zu seinem Ruhestand 1998 in der Landwirtschaft. Familie Dieck war schon immer interessiert an neuen Techniken, daher kann Hermann Dieck auf ein großes Archiv und viel Wissen über die Umbrüche zurückgreifen, die ab 1900 die Landwirtschaft veränderten. Fotos aus dem privaten Archiv zeigen die Väter- und Großvätergeneration bei typischen Arbeiten auf dem Hof, aber auch die Technisierung ab 1950. Zunächst betrieb die Familie eine kleine Landwirtschaft und eine Stellmacherei, in der Wagen, Räder und andere Holzteile bis hin zum Axtstiel produziert wurden. Auch die ersten größeren Maschinen auf den Höfen waren aus Holz gefertigt, zum Beispiel Dreschmaschinen und Kartoffel-sortierer. Als sich Traktoren und weitere moderne Maschinen aus Metall und Kunststoff durchsetzten, wurde der ursprüngliche Stellmacherberuf überflüssig. Hermann Dieck passte sich den Veränderungen an: zunächst absolvierte er eine Lehre zum Stellmacher, schloss er dann eine zum Landwirt an und bildete sich zum Landwirtschaftsmeister fort.
• Bis Ende Oktober findet der „Plattdeutsche Mühlenschnack“ im Mühlenmuseum Moisburg jeden letzten Freitag im Monat statt. Der Eintritt ist frei.

Die ursprüngliche Sprache der Region
Aktuell sprechen rund 14 Prozent der Norddeutschen die Regionalsprache, die im Sinne der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen anerkannt ist. Das Interesse am Plattdeutschen steigt beständig: Lesewettbewerbe, Schulunterricht und zweisprachige Ortsschilder bringen die Sprache immer mehr in den Alltag zurück. Dazu trugen zwei bekannte Plattdeutsch-Forscher der Region bei: Prof. Dr. Eduard Kück als Verfasser des „Lüneburger Wörterbuchs“ und Prof. Dr. Walther Niekerken (1900 bis 1974) aus dem Rosengarten.