Aus der Sicht des „Gehängten“: Redakteur begleitete seine Frau beim Besuch einer Kartenlegerin

Elma Dammann (re.) zieht die Karten, aus denen Constanze Steinfeldt die Zukunft liest
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(jd). Ein anderer Arbeitsplatz? Ein Umzug? Vielleicht sogar die große Liebe? Viele Menschen machen sich Gedanken, was 2016 für sie bringt. Auch Constanze Steinfeldt hat in diesen Tagen Hochkonjunktur: Die 54-Jährige aus Horneburg ist Kartenlegerin. Sie blickt in die Zukunft mithilfe eines Tarot-Blattes. Wer wissen will, was das Schicksal für ihn bereit hält, findet die Antwort in einer Handvoll Karten mit geheimnisvollen Motiven. WOCHENBLATT-Redakteur Jörg Dammann überredete seine Frau Elma, sich als „Versuchskaninchen“ zur Verfügung zu stellen. Er selbst wollte der Sitzung mit dem kritischen Blick des Journalisten beiwohnen. Aus Skepsis wurde am Ende Staunen. Hier sein Erlebnisbericht:

An der Tür wirkt Constanze Steinfeldt wie die nette Nachbarin von nebenan. Um ihre Kunst macht sie kein großes Brimborium. Statt irgendeinen Hokuspokus zu zelebrieren, zieht sie den Besucher durch ihre freundliche, gewinnende Art in den Bann. Sie stellt gleich klar: Zuschauer stören sie nicht - im Gegenteil: „Manchmal kommt gleich das ganze Damenkränzchen mit, wenn ich einer Klientin die Karten lege.“

Doch wie treffsicher sind die Prognosen? „Am zuverlässigsten lassen sich Aussagen über einen Zeitraum von ein bis anderthalb Jahren machen“, sagt die Kartenlegerin. Sie schätzt ihre Trefferquote auf rund 80 Prozent. Constanze Steinfeldt hat viele Stammkunden. Manche kommen aber nur wegen eines konkreten Anliegens. Dabei gehe es immer um die gleichen Themen, so Steinfeldt - allerdings habe sich die Reihenfolge verändert: „Anders als vor ein paar Jahren steht heute der Beruf an erster Stelle, erst danach kommen Liebe und Partnerschaft.“

So konkret will meine Frau es nicht wissen. Sie möchte erst mal das „große Bild“ gelegt bekommen: Das besteht aus 13 Karten und soll Auskunft über die momentane Lebenssituation geben. „Das ist wie ein Spiegel, den ich meinem Gegenüber vorhalte“, erklärt Steinfeldt. Dann muss auch ich, der nicht an übernatürliche Fähigkeiten glaubt, mich wundern: Obwohl meine Frau nichts Persönliches von sich preisgegeben hat, trifft die Kartenlegerin in vielerlei Hinsicht ins Schwarze.

Ein wenig Angst macht mir der „Gehängte“, eine Karte mit einem Mann, der kopfüber am Fuß baumelt. Doch Constanze Steinfeldt beruhigt: „Das bedeutet, mal eine andere Sichtweise zu haben, das Leben aus einer neuen Perspektive zu betrachten.“ Ein Rat, den meine Frau beherzigen will. Sie ist beeindruckt: „Es kamen genau die Dinge auf den Tisch, die mich beschäftigen. Ich gehe mit einem positiven Gefühl nach Hause.“

Ursprung vermutlich in Italien

Das Wort Tarot stammt aus dem Französischen. Ein Tarot-Satz umfasst 78 Bildkarten. Davon haben 22 eine besondere Bedeutung: Die sogenannten „großen Arkana“ geben Auskunft über das Schicksal. Die Ursprünge des Tarot liegen im Dunkeln. Zum ersten Mal wird ein ähnliches Kartenspiel im 15. Jahrhundert in Italien erwähnt. Die Tarot-Blätter sind mit bunten Illustrationen versehen. Constanze Steinfeldt verwendet eine der gängigsten Versionen: das
Rider-Waite-Tarot, dessen Bilder vor rund 100 Jahren gezeichnet wurden.

Constanze Steinfeldt rechnet ihre Sitzungen nach einem festen Stundensatz ab - im Viertelstunden-Takt. Terminvereinbarungen unter Tel. 04163 - 824252 oder per Mail:
kontakt@steinfeldt-gbr.de.

Autor:

Jörg Dammann aus Stade

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