Der Mythos "MB Trac" lebt: Hedendorfer brachte den Kult-Trecker mit dem Stern auf Vordermann

Mirko Bartsch ist stolzer "Mercedes-Fahrer": Ihm gehört ein "MB Trac". Seinen Kult-Trecker setzt aber nicht als Männer-Spielzeug, sondern als Arbeitstier ein.
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jd. Hedendorf. Er ist im wahrsten Sinne des Wortes der "Mercedes" unter den Treckern - oder besser gesagt, er war es: der "MB Trac". Dieser Traktor, dessen Markenzeichen die gleich großen Räder an Vorder- und Hinterachse sind, wurde zwei Jahrzehnte lang von dem Konzern mit dem Stern gefertigt. Im Jahr 1992 stellte Mercedes-Benz die Produktion ein. Die "Kreuzung" zwischen klassischem Schlepper und Unimog hat längst Kultstatus. Die Tracs sind bei Fans heiß begehrt und werden zu hohen Preisen gehandelt. Stolzer Besitzer eines dieser Acker-Boliden ist der Zimmermeister Mirko Bartsch (37) aus Hedendorf.

"Mit der Anschaffung des Trac habe ich mir einen Kindheitstraum erfüllt", sagt Bartsch. Schon als kleiner Knirps sei er von den grünen Ungetümen begeistert gewesen: "Im Dorf gab es mehrere Landwirte, die einen MB Trac besaßen. Wenn die Geschosse verbeiknatterten, schaute ich immer mit großen Augen hinterher." Mittlerweile sind die kultigen Zugmaschinen, die seinerzeit gegenüber anderen Treckern wegen ihrer vielfältigen Ausstattung punkteten, eher eine Rarität: Damals wurden rund 41.000 Tracs verkauft. Davon sind derzeit noch etwas mehr als 11.000 Fahrzeuge zugelassen. Bei bundesweit ca. 1,3 Millionen land- und forstwirtschaftlichen Zugmaschinen sind das gerade mal 0,9 Prozent. Im Landkreis Stade fahren nur noch 23 MB Tracs.

Umso glücklicher ist Mirko Bartsch, dass er vor zwei Jahren ein Modell 1000, Baujahr 1986, ergattern konnte. Der MB Trac war zwar in einem beklagenswerten Zustand, doch ein echter Fan lässt sich davon nicht abschrecken: Mit fachkundiger Hilfe möbelte er das heruntergekommene Gefährt innerhalb von zehn Monaten wieder auf. Um ihn auch optisch zu einem Glanzstück zu machen, verpasste Bartsch dem frisch restaurierten Trac eine ganz besondere Lackierung: Statt des üblichen Farbtons "Hellgelbgrün" wurde das Fahrzeug in "Silberdistel" lackiert - wie bei einer Sonderedition, die Mercedes-Benz in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre aufgelegt hatte.

Auch wenn bei Mirko Bartsch gern mal das Kind im Manne durchkommt, sobald er sich hinter das Lenkrad seines Tracs setzt: Ein Spielzeug ist der schwergewichtige Schlepper nicht. "Das Fahrzeug gehört zu meinem Firmeninventar und wird oftmals eingesetzt, um Hänger mit Baumaterial oder Schutt zu transportieren." Dabei sei der Fahrkomfort nicht mit anderen Treckern zu vergleichen, so Bartsch: "Zum Beispiel die geschlossene, geräumige Kabine oder der superbequeme Sitz - das hat schon fast Pkw-Qualität."

Jetzt gehört der Hedendorfer zu denjenigen, dem die Leute hinterherschauen: "Ich hoffe, dass meinem Trac und mir mindestens 20 gemeinsame Jahre vergönnt sein werden." Bartsch ist sich sicher, dass er Kaufangebote ausschlagen wird, auch wenn sie noch zu hoch sind: "Wer einmal vom Mythos MB Trac ergriffen wurde, lässt nie wieder davon ab." Und sollte es doch mal zum Äußersten kommen und Bartsch müsste sich von seinem geliebten Stück trennen: MB Tracs gehören zu den wertstabilsten Fahrzeugen auf der Welt. So wird Bartsch' Modell, dessen Listenpreis für das Neufahrzeug damals bei knapp 120.000 Mark lag, gebraucht immerhin noch mit bis zu 40.000 Euro gehandelt - sofern der Trac in einem Top-Zustand ist.

Mirko Bartsch ist stolzer "Mercedes-Fahrer": Ihm gehört ein "MB Trac". Seinen Kult-Trecker setzt aber nicht als Männer-Spielzeug, sondern als Arbeitstier ein.
Autor:

Jörg Dammann aus Stade

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