Lärmbelästigung Bahnhof Horneburg
Laute Durchsagen rauben Anwohnerin den Schlaf

sv. Horneburg. Sonderdurchsagen zur 3G-Regel in Zügen und zur Maskenpflicht dürfte es wohl in jedem Bahnhof geben, doch im Bahnhof Horneburg sind sie seit einigen Monaten so laut und werden so häufig gespielt, dass sie einer Anwohnerin den Schlaf rauben: "Seit Ende November werden zwei Sonderdurchsagen von morgens bis abends im sechs-Minuten-Takt gespielt", sagt Anna S (Name von der Redaktion geändert). "Auch sonntagmorgens werden wir um 6.30 Uhr zu Betriebsbeginn geweckt."
Die Anwohnerin ist verzweifelt. Sechsmal hat sie bereits beim Kundenservice der Deutschen Bahn angerufen und sich beschwert. "Reagiert haben sie aber erst, als ich drohte, Aufnahmen zu machen und mich an die Presse zu wenden." Daraufhin wurde sie vergangene Woche informiert, dass jemand vor Ort gewesen wäre und die Anlage heruntergedreht hätte. "Es ist aber noch genauso laut", sagt sie. 
Der kurze Besuch vor Ort zeigt, die Anwohnerin reagiert nicht über. Die beiden aufeinanderfolgenden Sonderansagen zur 3G-Regel in Zügen und zur Maskenpflicht im Bahnhof sind tatsächlich deutlich lauter als die normalen Ansagen, wenn ein Zug einfährt. Wobei letztere zur Maskenpflicht so verzehrt aufgenommen ist, dass sie bereits nach einmaligem Hören vor Ort nervt. 
Anna S. wohnt inzwischen seit fast zehn Jahren am Bahnhof, bisher hatte sie aber noch nie Probleme mit den Durchsagen. "Als wir hergezogen sind, hieß es, wir müssten selbst für den Lärmschutz aufkommen. Also haben wir uns dreifach verglaste Fenster angeschafft." Bei den normalen Ansagen würden die auch helfen. Doch seit Ende November reiche es schon, wenn der Fernseher aus ist, dann hört Anna S. die Sonderansagen auch durch die geschlossenen Fenster. Ans Ausschlafen ist am Wochenende nicht mehr zu denken.
"Ich habe nichts gegen den Inhalt der Ansagen, ich möchte einfach, dass sie auf ein normales Maß heruntergeregelt werden, damit ich wieder normal schlafen und die Fenster geöffnet lassen kann."
Eine Sprecherin der Deutschen Bahn erwiderte auf Nachfrage vom WOCHENBLATT: "Am 12. Januar wurde die Lautstärke der Bahnhofsakustik auf das geringstmögliche Niveau herunter geregelt. Zudem werden die Ansagen zum Bahnbetrieb zahlenmäßig auf das Notwendigste reduziert. Dies ist leider etwas aufwändiger und wird in [dieser] Woche realisiert. Wir hoffen, hiermit für die Anwohnenden eine spürbare Verbesserung herbeizuführen."

Autor:

Svenja Adamski aus Buchholz

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