Auflagen nicht erfüllt?
Heuweg musste noch einmal nachgebessert werden

Der Heuweg in Dollern steht unter Denkmalschutz und wurde kürzlich für rd. 233.000 Euro saniert
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  • hochgeladen von Lena Stehr

lt. Dollern. Wohl kaum ein anderer im Grunde unscheinbarer und wenig befahrener Weg hat es so oft in die Schlagzeilen geschafft wie der denkmalgeschützte Heuweg in Dollern. Gemeinde-Bürgermeister Wilfried Ehlers hofft nun, dass das Kapitel endlich abgeschlossen werden kann, nachdem die Gemeinde noch einmal rund 6.000 Euro in Nachbesserungen des bereits fertig gestellten Weges investieren musste.
Doch warum musste der Weg überhaupt nachgebessert werden? Darüber machen Kommune und Landkreis unterschiedliche Aussagen. Vom Landkreis heißt es, dass die Ausführung der Baumaßnahme "abweichend" von der denkmalrechtlichen Genehmigung erfolgte.
Demnach hätte der Heuweg auf ganzer Länge mit einem beidseitigen Bitumenstreifen und dazwischenliegendem historischen Pflaster als so genanntes Dachprofil ausgebaut werden müssen. Die Ausführung des Straßenprofils sei jedoch als „Pultprofil“, verkürzt um rund 15 Meter, erfolgt. Diese 15 Meter musste die Gemeinde nachbessern, so dass ein durchgängiges Bild des Weges entsteht. Bei der Abnahme 2018 sei das Teilstück nicht vergessen worden. Die Gemeinde habe die Auflage erhalten, nachzubessern, was sie nun getan hat, sagt Landkreis-Sprecher Christian Schmidt.
Das sieht das zuständige Bauamt der Samtgemeinde Horneburg anders. Den Weg noch einmal nachzubessern, sei eine nachträgliche Auflage des Denkmalschutzamtes gewesen, nachdem die Straße zuvor mangelfrei (im Beisein des Denkmalschutzamtes) abgenommen worden war, sagt Bauamtsleiter Roger Courtault. Die Vermutung liege nahe, dass der Landkreis auf Eingaben von Anliegern die Gemeinde nachträglich 2018 zur vollständigen Herstellung gemäß der denkmalrechtlichen Genehmigung aufgefordert habe.
Die letzten Meter des knapp 400 Meter langen Heuweges seien nicht einheitlich hergestellt worden, weil der Trinkwasserverband seine damals neu verlegten Leitungen nicht keimfrei bekommen habe und es dadurch zu Verzögerungen gekommen sei. Bei einer Baubesprechung sei damals entschieden worden, dass die Asphaltspurbahnen erst hinter dem letzten Absperrschieber der erneuerten Trinkwasserleitung eingebaut werden und anschließend (nach Keimfreiheit der Leitung) der „offene“ Bereich mit Betonsteinen (ohne Asphalt) gepflastert werden soll. "Unserer Meinung nach war das eine nicht nur technisch, sondern auch optisch gute Lösung, weil auch die angrenzende private Zufahrt in diesem Bereich mit Betonsteinen gepflastert ist", sagt Roger Courtault.
Wie berichtet, hatte die Sanierung des Heuweges immer wieder zu Spannungen und Diskussionen zwischen Anwohnern und Bürgern sowie dem Rat geführt. Bei der Endabnahme eskalierte der Streit zwischen Anwohnern und Ratsmitgliedern sogar vor laufenden Fernsehkameras. Kritisiert wurden insbesondere die hohen Kosten (233.252 Euro) sowie grundsätzlich die Straßenausbaubeitragssatzung.

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