Was kommt nach den Holzhäuschen? Agathenburger Rat bremst geplante "Hanfberg"-Bebauung

Wo früher Holzhütten standen, sollen jetzt massive Häuser gebaut werden
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jd. Agathenburg. Die Gemeinde Agathenburg greift erneut zur "baurechtlichen Keule". Kürzlich erließ der Rat eine sogenannte "Veränderungssperre", um den geplanten Bau von mehreren Häusern am Ortseingang aus Richtung Dollern zu verhindern. Bis vor wenigen Monaten galt eine solche Sperre auch für weite Bereiche der Ortsmitte, was zu erheblichem Unmut bei den Bürgern geführt hatte. Nun bedient sich die Kommune wiederum dieser "ultima ratio" der Bauleitplanung: Es geht um um den B-Plan für das Gewerbegebiet am "Hanfberg". Das Eckgrundstück zur Hauptstraße, auf dem sich früher das Ausstellungsgelände mit den Holzhäuschen der Firma Haack befand, will der neue Eigentümer Wohnhäuser errichten, die sich nach Ansicht der Gemeinde nicht in das Ortsbild einfügen.

Nach Auskunft von Bauamtsleiter Roger Courtault gab es bereits im vergangenen Jahr eine Bauvoranfrage, laut der auf dem Areal Reihenhäuser entstehen sollten. Die Gemeinde wollte, dass der Bauherr mit ihr einen städtebaulichen Vertrag abschließt, in dem die Ziele der laufenden Dorferneuerung einfließen. Dazu gehört, dem optischen Wildwuchs bei den Neubauten Einhalt zu gebieten. Derzeit gebe es im bestehenden B-Plan Hanfberg in dieser Hinsicht keinerlei Vorgaben, so Cortault. Daher sollte unter anderem vertraglich geregelt werden, welche Materialien für die Fassade verwendet werden und welche Farben für das Dach zulässig sind.

Doch zu einer Vereinbarung zwischen Gemeinde und Eigentümer kam es nicht. Stattdessen stellten dieser und eine weiterer Bauherr, der zwischenzeitlich einen Teil des Grundstücks erworben hat, einen Bauantrag - diesmal für ein Einzel- bzw. Doppelhaus. Um einen Baubeginn zu verhindern, wurde nun eine Veränderungssperre erlassen. Diese gilt bis zu zwei Jahre und soll Verwaltung und Politik Zeit verschaffen, um eine B-Plan-Änderung auf den Weg zu bringen, der den Vorstellungen der Gemeinde entspricht. Schließlich werde ein Gebäude an diesem Standort das Dorfbild am Ortseingang prägen, so Courtault: "Da sollten wir schon genau hinsehen, was dort entsteht."

• Der Grundstückseigentümer ist derzeit unterwegs und sieht sich daher nicht in der Lage, sich zu dem Thema zu äußern. Er hat mitgeteilt, eine Stellungnahme abzugeben, sobald er wieder vor Ort ist.

• Das baurechtlliche Instrument der Veränderungssperre hat zuletzt in der Nachbargemeinde Bliedersdorf zu einem heftigen Streit zwischen dem Bürgermeister und einem Investor geführt. Da die Gemeinde Bliedersdorf nur eine Bauweise im Reihenhaus-Stil zulassen will, hat der dortige Bauherr inzwischen eine Anwaltskanzlei eingeschaltet und droht mit Schadensersatzklage.

Autor:

Jörg Dammann aus Stade

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