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Ein Schwerverbrecher als Nachbar

Hamburger Polizisten führen einen Mann in Handschellen ab. Laut Polizei soll er Ende 2017 einen Elektro-Markt überfallen haben
 
Nach der Festnahme wird ein Porsche aufgeladen. Vermutlich hat er dem Verhafteten gehört

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Polizei nimmt in Jesteburg mutmaßlichen Räuber fest / Er soll im Dezember 2017 einen Conrad-Elektronikmarkt ausgeraubt haben.

mum. Jesteburg/Hamburg. Diesen Tag werden die Anwohner der kleinen Wohnstraße Eichenweg in Jesteburg (Landkreis Harburg) bestimmt nicht so schnell vergessen. Am Montagmorgen um 6 Uhr rasten mehrere Polizeiwagen in die Sackgasse hinein. Die Beamten stürmten aus den Fahrzeugen und begannen sofort, sich Zutritt zu einem Haus zu verschaffen. Sogar über das Dach seien Spezialkräfte ins Innere gelangt. „Das alles wirkte wie ein Actionfilm“, so ein Anwohner, der durch den Lärm geweckt wurde. „Auf einmal hörten wir, wie die Polizisten lautstark jemanden aufforderten, sich zu ergeben.“ Offensichtlich war der Mann, den die Beamten in Jesteburg suchten, von dem Einsatz überrascht worden. Ohne Widerstand ließ er sich verhaften.
Laut Angaben der Polizei-Pressestelle liegt gegen den 25-Jährigen, der in Jesteburg gemeldet ist, ein Haftbefehl vor. Die Polizei geht davon aus, dass er mit zwei weiteren Verbrechern an einem spektakulären Raubüberfall in Hamburg beteiligt war.
Rückblick: Am 30. Dezember 2017 wollten kurz nach Geschäftsschluss um 19 Uhr sieben Mitarbeiter das Gebäude des Conrad-Elektronikmarkts an der Wandsbeker Zollstraße durch den Personaleingang verlassen. Draußen warteten drei maskierte Männer, sie drängten die Angestellten mit gezogener Schusswaffe in den Markt zurück und forderten Bargeld. Den Tätern sei ein höherer Geldbetrag ausgehändigt worden, sagte eine Polizeisprecherin. Es heißt, sie hätten deutlich mehr als 30.000 Euro erbeutet. Nachdem die Täter die Mitarbeiter gefesselt hatten, flüchteten sie. Einer der Gefesselten konnte sich kurz darauf befreien und die Polizei alarmieren. 20 Streifenwagen fahndeten nach den Räubern. Die Mitarbeiter des Elektronikmarkts mussten vom Kriseninterventionsteam betreut werden. Alle Geschädigten blieben unverletzt. Eine Hundertschaft der Bereitschaftspolizei rückte an, durchsuchte die Umgebung. Sogar Taucher waren im Einsatz.
Die Kripo übernahm den Fall, ein Zeugenaufruf mit Täterbeschreibung wurde veröffentlicht: Die Täter sind alle etwa 1,90 Meter groß, sprachen gebrochen Deutsch mit osteuropäischem Akzent.
Einer dieser Verbrecher soll der nun in Jesteburg verhaftete Mann sein. Ob ihm auch das Haus gehört, ist nicht klar. Nachdem die Eigentümer verstorben waren, verkauften die Kinder es Anfang des Jahres an einen neuen Eigentümer. Bis zum Sommer soll dort eine Frau allein zur Miete gewohnt haben. Laut eines Nachbarn sollen Handwerker damit begonnen haben, das alte Haus zu sanieren. Der verhaftete Mann soll nur gelegentlich vorbeigeschaut haben. „Er hat mal erzählt, dass er nach Jesteburg ziehen möchte“, so ein Nachbar.
Die Polizei sucht jetzt mit Bilder und einem Video aus einer Überwachungskamera nach den weiteren Räubern.. Eine Belohnung in Höhe von 9.000 Euro wurde ausgesetzt. Zeugen, die Hinweise zu den abgebildeten Männern geben können, beziehungsweise diese kennen, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 040 - 428656789 beim Hinweistelefon der Polizei Hamburg zu melden.