Corona-warn-App: Fast 13 Millionen Nutzer in Deutschland

Der grüne Bildschirm zeigt an, dass der App-Nutzer noch keine Risiko-Begegnung hatte
  • Der grüne Bildschirm zeigt an, dass der App-Nutzer noch keine Risiko-Begegnung hatte
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Viele positive Rückmeldungen: WOCHENBLATT-Leser sprechen sich mehrheitlich für die Nutzung der Corona-Warn-App aus.

 (mum). Gut eine Woche nach Einführung der Corona-Warn-App hat das Programm erstmals Nutzer alarmiert, die sich in der Nähe von infizierten Personen aufgehalten haben, das berichtete Spiegel-Online am Mittwoch. Zuvor wurden am Dienstag rund zwei Dutzend App-User als infiziert eingetragen. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch wurden die anonymen Identifikationsnummern dieser Nutzer dann durch die App übertragen. Bei denjenigen, die mit ihnen über einen gewissen Zeitraum Kontakt hatten, wurde am Mittwoch in der App ein entsprechender Warnhinweis angezeigt. Wichtig: Die Entwickler können weder erkennen, wo sich infizierte Personen aufhalten oder mit wem sie Kontakt hatten, noch wer eine Benachrichtigung angezeigt bekommt. Auch wie viele Personen einen Warnhinweis wegen Kontakten zu Infizierten bekommen, lässt sich nicht sagen.
Mittlerweile haben sich 12,2 Millionen Menschen (Stand 23. Juni) die App heruntergeladen, das entspricht etwa jedem fünften Smartphone-Nutzer.

Und das sagen die WOCHENBLATT-Leser zur Corona-App:
Edgar Freudenthal: "Ich habe nur ein Handy zum Telefonieren. Wer gibt mir denn ein neues Smartphone? Jens Spahn oder Angela Merkel?"

• Jörg Heinrichs:
"Die Zustimmung zu den getroffenen Abwehrmaßnahmen war groß. Das hat sich leider geändert. Die Rücksichtnahme gegenüber anderen Menschen lässt spürbar nach. Wer in seinem Bekannten- und Freundeskreis sehr ernste Corona-Fälle hatte, sieht die Situation viel kritischer als die Gegner der Vorsichtsmaßnahmen. Natürlich werde ich daher die Corona-Warn-App herunterladen. Jeder Schritt kann dem Schutz der Mitmenschen dienen."

• Kurt Schambach:
"Leider wurde bei der Corona-App auf eine wirkliche 'Warnwirkung in Echtzeit' zu Gunsten des Datenschutzes verzichtet, denn es dürfte technisch durchaus möglich sein, dass auf dem Smartphone ein sofortiges Alarmsignal ertönt, wenn sich bluetoothmäßig eine Person nähert, die in den letzten 14 Tagen direkt oder indirekt mit einem festgestellt Infizierten Kontakt gehabt hat, was dem App-Nutzer immerhin ermöglichen würde, den infektionsgefährdeten Bereich noch rechtzeitig zu verlassen. Stattdessen begnügt man sich damit, nach vielen Tagen zwischenzeitlicher Weiterverbreitung die Infektionskette zeit- und verwaltungsaufwändig wieder einfangen zu wollen."

• Martin Schumacher:
"Danke, dass Sie der Corona-Warn-App fast eine ganze Seite widmen. Ich halte es für absolut notwendig, dass hier aufgeklärt wird, um besonders Verschwörungstheorien Einhalt zu gebieten. Umso weniger verstehe ich die Meinung von Frau Marquardt. Sicherlich kann man der Meinung sein, dass die Corona-Warn-App nur ein Tropfen auf den heißen Stein sei oder die Zuverlässigkeit ob der freiwilligen Meldung einer Infektion anzweifeln. Frau Marquardt aber bedient sich der Basis von Verschwörungstheorien, gepaart mit einer diffusen Angst des allüberwachenden Staats. Gleichzeitig basieren die Ängste von Frau Marquardt auf solidem Unwissen über die zugrunde liegende Technik."

• Martin Leonhardt:
Zunächst Chapeau, dass Sie der Corona-Warn-App fast eine ganze Seite widmen. Es ist wichtig, sachlich über die Chancen und Grenzen der App zu informieren. Gleichzeitig geben Sie einen guten Einblick in die Technik - in einer Tiefe, die auch dem Laien die Funktionsweise gut erläutert. Erschreckt hat mich der Kommentar von Frau Marquardt. Es werden Verschwörungstheorien mit sonstigen Überwachungsszenarien verquirlt. Gleichzeitig wird behauptet, dass die App nur von top-modernen Handys genutzt werden könnte. Das stimmt nicht. Was mich wirklich ärgert: Ich lasse mich in einem Kommentar von niemandem obrigkeitshörig nennen, nur weil ich eine App nutze, die schlicht mein Erinnerungsvermögen erweitert (ohne Namen abzuspeichern, können alle meine Kontakte innerhalb von Sekunden informiert werden, sollte ich positiv getestet werden). Es ist eine schlichte Beschleunigung der Informationskette, die sonst mühsam und zeitraubend (und Zeit haben wir bei dieser Infektion nicht) vom Gesundheitsamt ermittelt werden müsste. Das ist Handeln im Sinne unserer Gemeinschaft - nicht obrigkeitshörig. Es ist schön, dass Frau Marquardt auf sich hört. Leider ist Corona 'schlau' und löst nicht sofort Krankheitszeichen aus. Das Virus kann sich in der ersten Woche perfekt replizieren und verbreiten - deshalb ist bei einem positiven Test eine schnelle Meldekette so wichtig."

• Thomas Woditsch:
"Der Beitrag von Frau Marquardt bestätigt technikfeindliche und leichtgläubige Menschen, die App gar nicht erst zu installieren, und schürt völlig unbegründet diffuse Ängste. Wenn es Geräte gibt, auf denen die App so nicht läuft - ok, wer kein Smartphone besitzt, muss sich deswegen auch keines kaufen. Die einzige wahrnehmbare Diffamierung kommt übrigens von Frau Marquardt, wenn sie die diejenigen Nutzer, die die App nutzen, als Technikgläubige betitelt. Ich nutze die App und werde auch auf meinen Körper und Krankheitsanzeichen hören - nur mit dem Unterschied, dass ich die Menschen, die dann in den letzten zwei Wochen in meiner Nähe waren, warnen kann. Auch wenn ich sie nicht kenne. Ihre 'Infektionskontakte' werden es nicht mitbekommen und so ein paar Tage länger das Virus verbreiten."

• Bei der Umfrage zum Thema Corona-App unter www.kreiszeitung-wochenblatt.de sprachen sich 70 Prozent der Leser für die App aus.

So funktioniert die Corona-App
Die App nutzt Bluetooth, um den Abstand und die Begegnungsdauer zwischen Personen zu messen, die die App installiert haben. Die Mobilgeräte "merken" sich Begegnungen, wenn die vom Robert-Koch-Institut (RKI) festgelegten Kriterien, insbesondere zu Abstand und Zeit, erfüllt sind. Dann tauschen die Geräte untereinander Zufallscodes aus. Werden Personen, die die App nutzen, positiv auf das Coronavirus getestet, können sie freiwillig andere Nutzer darüber informieren. Dann werden die Zufallscodes des Infizierten allen Personen zur Verfügung gestellt, die die App aktiv nutzen. Wenn die App installiert ist, prüft sie, ob der Nutzer Corona-positiv getestete Personen getroffen hat. Falls das der Fall ist, zeigt die App eine Warnung an. Als Nutzer erfährt man nicht, um welche Person es sich dabei handelte.
Die App steht zum kostenlosen Download im App-Store von Apple beziehungsweise im GooglePlay-Store zur Verfügung.

Fehlermeldung ignorieren
Zahlreiche iPhone-Besitzer, die die Corona-App installiert haben, sehen sich regelmäßig mit einer Warnmeldung konfrontiert. Offensichtlich hat Apple eine Schnittstelle fehlerhaft programmiert. Die Warnmeldungen können nach Angaben der App-Entwickler allerdings ignoriert werden. Abhilfe soll ein Update des iOS-Systems bringen, das in den kommenden Tagen erwartet wird. Der Fehler macht sich durch die gelegentlich erscheinende Benachrichtigung "Region für Kontaktmitteilungen geändert" bemerkbar. Weiter heißt es: "COVID-19-Kontaktmitteilungen werden von Corona-Warn in dieser Region möglicherweise nicht unterstützt. Du solltest in Einstellungen bestätigen, welche App du verwendest."

Lesen Sie auch:
Die Corona-Warn-App kann seit Dienstag heruntergeladen werden

Autor:

Sascha Mummenhoff aus Jesteburg

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