„Die Eichen werden sterben“

Siegfried Roelcke ist entsetzt: 
„So kann man Eichen nicht zurückschneiden!“
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    „So kann man Eichen nicht zurückschneiden!“
  • hochgeladen von Sascha Mummenhoff

Forst-Experte Siegfried Roelcke kritisiert Baum-Schnitt auf Salehmanesh-Grundstück.

mum. Jesteburg. Die Menschen in Jesteburg sind geschockt! Mindestens sechs Eichen - jeweils älter als 100 Jahre - auf einem Grundstück des Unternehmers Hossein Salehmanesh mitten im Ort wurden radikal zurückgeschnitten. „Das ist eine Katastrophe“, sagt Siegfried Roelcke. Der ehemalige Förster wird von der Gemeinde regelmäßig beauftragt, um Bäume in Jesteburg auf ihre Standsicherheit oder für Baumpflegemaßnahmen zu begutachten. „Ich gehe davon aus, dass die Eichen sich nicht erholen werden“, sagt Roelcke. „Wer hier gearbeitet hat, wollte entweder, dass die Bäume sterben, oder hat von seinem Job keine Ahnung.“ Gerade Eichen müssten äußerst sensibel behandelt werden. „Man nimmt abgestorbene Äste heraus und schneidet höchstens behutsam zurück“, so der Förster. Anders sei es bei Linden, die sich ebenfalls auf dem Grundstück befinden. Diese könne man so radikal zurückschneiden.
Jesteburgs Bauamtsleiter Thomas Burmester hat sich selbst von der Maßnahme überzeugt. „Wir haben Fotos von den Eichen gemacht und werden die Naturschutzbehörde des Landkreises informieren“, so der Fachbereichsleiter. „Ob die Bäume tatsächlich dauerhaft geschädigt sind, werden wir erst im nächsten Jahr sehen, wenn die Bäume austreiben - oder eben nicht.“ Fakt ist jedoch, dass es viele Jahre dauern wird, bis die Eichen wieder neue Kronen bilden werden. Laut Burmester sind die Eichen im Bebauungsplan festgehalten. Daher gilt ein Erhaltungsgebot. „Pflegemaßnahmen müssen im Vorfeld jedoch nicht mit uns abgestimmt werden.“ Irritiert ist die Verwaltung darüber, „dass Eigentümer Hossein Salehmanesh aufgefordert wurde, die Maßnahmen einzustellen und dem nicht gefolgt ist“. Laut Burmester seien die Arbeiter zu diesem Zeitpunkt mit einem Baum fertig gewesen.
Sollten die Eichen tatsächlich nicht überleben, droht eine empfindliche Strafzahlung. Roelcke kann sich an einen Zwischenfall mit einem Zirkus in Jesteburg erinnern. „Ein Kamel hatte lediglich die Rinde einer 30 Jahre alten Linde angefressen. Damals wurde ein Strafgeld in Höhe von 8.000 Euro verhängt.“
Grundstücks-Eigentümer Hossein Salehmanesh versteht den Wirbel um die Eichen nicht. „Ich habe die Maßnahme mit Fachleuten abgestimmt und vom Lohnunternehmen Hans-Robert Schmidt durchführen lassen.“ Es hätten sich zahlreiche tote Äste in den Bäumen befunden, die zum Schutz der Bürger herausgeschnitten werden mussten.
„Die Leute werden sehen, dass in zwei Jahren wieder alles gut ist“, ist Hossein Salehmanesh überzeugt.

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