Die Faszination der lokalen Geschichte

Jürgen A. Schulz präsentiert in der Buchholzer „Empore“ 
seinen Dokumentarfilm „Schäfer Ast“
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    seinen Dokumentarfilm „Schäfer Ast“
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Der Dokumentarfilmer Jürgen A. Schulz aus Asendorf steht vor einer seiner größten Herausforderungen. Mitte Oktober lädt er zu einem Vortragsabend in die Buchholzer „Empore“ ein. Auf dem „Spielplan“ steht die Lebensgeschichte des Wunderheilers Philipp Heinrich Ast - besser bekannt als „Schäfer Ast“. Anfang des vergangenen Jahrhunderts lockte Ast Tausende in die Heide. Sie alle hofften, dank seiner Heilmittel gesund zu werden.

mum. Asendorf/Buchholz. „Die Menschen hier im Landkreis interessieren sich verstärkt für die Geschichte ihrer Heimat“, sagt Jürgen A. Schulz. Der Dokumentarfilmer aus Asendorf (Samtgemeinde Hanstedt) muss es wissen. Mit seinem Film „Schäfer Ast - eine Spurensuche“ legt der vielfach ausgezeichnete Regisseur einen weiteren Teil seiner heimatkundlichen Reihe über Personen der Zeitgeschichte vor. Zuvor widmete sich Schulz dem „Mann an Goethes Seite“, Johann Peter Eckermann, dem Heidepastor Wilhelm Bode und der Herzogin Dorothea von Braunschweig-Lüneburg. Zudem produzierte der Asendorfer einen Film über den Wildschütz und Volkshelden Hans Eidig, der im 18. Jahrhundert in der Lüneburger Heide lebte. Die Filme von Jürgen A. Schulz richten sich nicht nur an ein älteres Publikum; sie werden auch im Schulunterricht gezeigt. Vor allem sind sie gut gemachte Unterhaltung.
Schulz kommt auf bis zu 80 Veranstaltungen im Jahr, bei denen seine Filme gezeigt werden. „Das Interesse ist groß“, so Schulz, der jetzt vor seiner wohl größten Veranstaltung steht. Der 78-Jährige hat für Mittwoch, 19. Oktober, die „Empore“ in Buchholz gemietet. „Ich freue mich riesig auf diesen Tag“, gesteht der Filmemacher. Er möchte den Besuchern nicht nur seine Dokumentation „Schäfer Ast - eine Spurensuche“ zeigen, sondern ihnen einen unterhaltsamen Abend bieten. Unter anderem werden die „Heidesänger“ aus Amelinghausen ein paar typische Heidelieder anstimmen. Die Apothekerin Rosemarie Schmidt verrät, ob die von Ast entwickelten Arzneien wirklich helfen - sie sind noch immer in Winsen erhältlich. Außerdem wird Ilona Johannsen, Leiterin des Marstall-Museums, das Leben des Schäfers wissenschaftlich beleuchten. Zudem prüft Schulz, ob vielleicht kleine Heide-typische Gerichte serviert werden können. Für die Vorstellung in der „Empore“ hat Schulz den Film speziell bearbeiten lassen, sodass er auf der sechs Meter breiten Leinwand auch gut zur Geltung kommt. „Die Qualität des Filmmaterials ist beeindruckend“, so Schulz, der auch viele historische Aufnahmen zeigt. Dennoch: „Ohne die Zusage des WOCHENBLATT-Verlags, mich bei der Veranstaltung zu unterstützen, hätte ich mich wohl nicht getraut, die ‚Empore‘ zu buchen“, so Schulz.
Kurzum: Die „Empore“-Besucher dürfen sich auf einen spannenden und informativen Abend über einen geschichtsträchtigen Mann aus unserer Region freuen.
Im Mittelpunkt steht der Schäfer und vermeintliche „Wunderheiler“ Philipp Heinrich Ast (1848 - 1921) aus Radbruch. „Am Anfang der Dreharbeiten stand nur eine Handvoll Postkarten zur Verfügung. Die Bilder zeigten ‚Schäfer Ast‘ vor seinem Haus in Radbruch, vor seiner Grotte, mit Freunden wie Peter Wilkens aus Stelle oder Apotheker Dr. Theodor Meinecke aus Winsen“, so Schulz. Der gebürtige Gronauer wurde in Anspielung auf seinen Beruf „Schäfer Ast“ genannt und bundesweit bekannt als Kräuterheilkundiger. Aufsehen erregte seine Diagnosemethode, bei der er anhand eines Büschels Nackenhaare zu erkennen meinte, woran die jeweilige Person erkrankt war. Zu Spitzenzeiten im Jahr 1894 behandelte Ast in Radbruch täglich bis zu tausend Menschen aus ganz Deutschland, die auf seine Fähigkeiten schworen. Sie kamen in Sonderzügen aus Hamburg. In den Augen seiner Kritiker war er indes ein „Kurpfuscher“ und musste sich daher mehrfach vor Gericht verantworten.
„Ast übte eine unheimlich faszinierende Ausstrahlung auf seine Patienten aus. Zudem hatte er eine hervorragende Menschenkenntnis, wusste um die Kräfte der Naturheilkunde, besaß aber auch eine gewisse Schlitzohrigkeit“, erklärt Professor Dr. Volker Steinkraus vom Hamburger Dermatologikum im Film das „Phänomen Ast“.
Die Idee zur Dokumentation hatten der ehemalige Landrat Joachim Bordt und Hellmut Büttner, Vorsitzender des Heimat- und Museumvereins Winsen. „Ich habe den Vorschlag gern aufgegriffen, denn mir haben viele alte Heidjer erzählt, was für ein beeindruckender Mensch ‚Schäfer Ast‘ war“, so Jürgen A. Schulz.
Sieben Monate lang drehte er mit einem vierköpfigen Team und Laiendarstellern an Originalschauplätzen und zeichnete den Lebensweg Asts nach. Zu sehen sind im Film auch historische Aufnahmen, die den Besucheransturm auf Asts Haus in Radbruch zeigen.
• Karten für die Präsentation in der „Empore“ kosten zwischen 9,80 und zwölf Euro und sind an der „Empore“-Ticketkasse sowie online unter www.empore-buchholz.de erhältlich.

Autor:

Sascha Mummenhoff aus Jesteburg

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