Es kommt auf jede Spende an: „Hilfe für die Helden von einst“

Dieses kleine Mädchen aus Rozaje lebt in Armut. Mit einer Spende können die WOCHENBLATT-Leser ihm helfen
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Jesteburger Ex-Pastor Dr. Ulrich Kusche bittet um Spenden für Rozaje in Montenegro / Geld, Baby- und Kinderkleidung werden benötigt.

(mum). Rozaje ist eine dieser vergessenen Städte in Europa. Sie befindet sich im nordöstlichsten Zipfel von Montenegro, an der Grenze zu Serbien und dem Kosovo - eine muslimische Enklave im sonst überwiegend von Christen bewohnten Balkanstaat. Etwa 22.000 Einwohner leben dort, davon 2.000 Familien in größter Armut. Die Kinder sind unterernährt, die ärztliche Versorgung ist mangelhaft. Die Arbeitslosigkeit liegt bei 60 Prozent. Muamer Kujevic (39) und sein Vater, der Lehrer Semso Kujevic (69), wollen sich nicht damit abfinden, dass ihre Heimat zum Armenhaus Europas wird. Unterstützt vom ehemaligen Jesteburger Pastor Dr. Ulrich Kusche bitten sie die Menschen in den Landkreisen Harburg und Stade um Unterstützung.
Neben den Bedürftigen brauchen vor allem der Kindergarten und eine Behinderteneinrichtung dringend Hilfe. Im Kindergarten werden mehr als 150 Jungen und Mädchen unter ärmlichen Bedingungen betreut, in dem Behinderten-Projekt steht für 70 behinderte Kinder ein nur 30 Quadratmeter großer Raum zur Verfügung.
Ein Rückblick: Anfang der 90er Jahre kam Muamer Kujevic als junger Erwachsener nach Deutschland. Er klopfte an die Pfarrhaus-Tür von Pastor Kusche in Jesteburg und erzählte von den Problemen in seiner Heimat. Damals waren mehr als 30.000 Flüchtlinge aus dem Kosovo über die Berge nach Rozaje geflohen. Die Einheimischen teilten ihr Hab und Gut mit den Kriegsopfern. Das WOCHENBLATT startete seinerzeit einen großen Spendenaufruf. Inzwischen sind die Flüchtlinge wieder in ihre Heimat zurückgekehrt, doch die Helden von damals brauchen jetzt selbst Hilfe.
„Sie haben uns damals Hoffnung geschenkt“ erinnert sich Kujevic. Jetzt vertraut er darauf, dass sich diese Hilfsbereitschaft wiederholt.
• Die vom WOCHENBLATT unterstützte Spendenaktion soll helfen, die größte Not zu lindern. Unterstützt wird die Aktion von der St. Paulus Kirche in Buchholz. Dort können Sachspenden wie Baby- und Kinderkleidung (bis zwölf Jahre), Schuhe und Spielzeug abgeben werden (bitte Carport neben dem Gemeindehaus nutzen). Zudem hat Pastor Kusche bei der Volksbank Lüneburger Heide ein Spendenkonto eröffnet. Die IBAN-Nummer lautet DE46 2406 0300 0304 2081 00.

„Man kann sich das Leid der Menschen in Rozaje kaum vorstellen“, sagt Pastor Dr. Ulrich Kusche. Es sei nur schwer zu ertragen, dass es mitten in Europa so große Armut gebe. Kusche zögerte nicht einen Moment, als Muamer Kujevic nach fast 20 Jahren wieder an seine Tür klopfte. Diesmal bat der Montenegriner nicht um Hilfe für Flüchtlinge, sondern für seine Landsleute.
„Die Region aus der ich stamme, ist arm“, sagt Kujevic. Viele Familien leben von einer geringen Sozialhilfe von nicht einmal 150 Euro im Monat. Dabei seien die Lebenshaltungskosten auf westlichem Niveau. „Um der Armut zu entkommen, verlassen die Menschen ihre Heimat“, so Kujevic. Inzwischen würde jede zweite Familie Angehörige haben, die in anderen europäischen Ländern ihr Glück suchen. „Sie schicken Geld nach Hause“, so Kujevic. „Ohne diese Unterstützung könnten viele in Rozaje nicht überleben.“
In der Bergregion ist vor allem die muslimische Gemeinschaft zu Hause. „Sie sind aufgeschlossen, europäisch orientiert und sozial engagiert“, weiß Pastor Kusche von seinen eigenen Besuchen in die Region. Doch während es den Menschen in den touristisch erschlossenen Küsten-Regionen gut geht, leiden die Muslime im Norden. Etwa drei Prozent der Montenegriner sind Moslems. Rund um Rozaje leben nahezu 98 Prozent von ihnen.
• Baby- und Kinderkleidung kann ab sofort bei der St. Paulus Kirche in Buchholz (Kirchenstraße 4) abgegeben werden. Die Spenden bitten regenfest verpacken und im Carport ablegen. Die Sammlung läuft bis Dienstag, 15. April (Samstag nur bis zum Mittag). Geld-Spenden für Kindergarten und Behinderten-Heim in Rozaje: IBAN-Nummer: DE46 2406 0300 0304 2081 00. Volksbank Lüneburger Heide.

Montenegro:
Seit 2006 unabhängig
Die Republik Montenegro ging 2006 aus der Staatenunion Serbien und Monte­ne­gro hervor. Der Balkanstaat ist mit etwa 625.000 Einwohnern und einer Fläche von 13.812 Quadratkilometern einer der kleineren Staaten Europas - flächenmäßig etwas kleiner als Schleswig-Holstein. Die Hauptstadt ist Podgorica. Hauptwirtschaftszweig ist der Tourismus. Offiziellen Statistiken zufolge ist ein Drittel der montenegrinischen Bevölkerung akut armutsgefährdet, wobei etwa zwölf Prozent der EinwohnerInnen in absoluter Armut leben.

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Autor:

Sascha Mummenhoff aus Jesteburg

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