Jesteburger Kunsthaus: Das Spiel mit der Wahrheit

Da passt kein Blatt zwischen: Kunsthaus-Kuratorin Isa Maschewski und Vereinschef Rainer Löding wissen, wie sie an Mittel der Gemeinde kommen
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Kunsthaus-Chef Rainer Löding veröffentlicht keine Besucherzahlen - aus gutem Grund?

mum. Jesteburg. Warum nennt Rainer Löding nicht die Besucherzahlen für das Kunsthaus Jesteburg? Schämt er sich etwa für das geringe Interesse? Dass der Vorsitzende des Vereins „Kunstwoche Jesteburg“ Angaben über die Höhe der Honorare - mindestens 20.000 Euro, die ganz offensichtlich in die Tasche von Kurartorin Isa Maschewski fließen, für sich behält, ist aus seiner Sicht sogar verständlich. Doch welchen Grund gibt es, die Besucherzahlen nicht offen zu legen?
Die Ausrede, sie würden nicht ermittelt, kann Löding nicht vorbringen. In seinem Antrag, in dem er die Gemeinde Jesteburg um 11.000 Euro bittet, schreibt er folgenden Satz: „Der Hamburger Kunstverein ist sowohl der älteste als auch einer der größten Kunstvereine Deutschlands. Wir dürfen in Jesteburg mehr als stolz darauf sein, dass die Besucherzahlen des Kunsthauses Jesteburg an einem Tag in etwa so hoch sind wie die Besucherzahlen des Hamburger Kunstvereins in einer Woche.“
Vertraut Löding bei seinem Vergleich auf sein Gefühl? Sowohl das mit Jesteburg vergleichbare Kunsthaus in Stade, als auch auch die von Löding erwähnte Hamburger Einrichtung ermitteln sehr wohl die Besucherzahlen. Lödings Mauer-Taktik lässt nur einen Schluss zu: Das Interesse ist so gering, dass eine Veröffentlichung peinlich für ihn und Kurarorin Isa Maschewski wäre.
Dass Löding in seinem Zuschuss-Dschungel manchmal den Überblick verliert, zeigt eine Veröffentlichung auf der Homepage des Kunsthauses (www.kunsthaus-jesteburg.de). Dort heißt es: „Nach Durchführung der Ausstellungsprojekte im Jahr 2014 erhält die Gemeinde von uns einen ausführlichen Verwendungsnachweis über den gesamten Förderbetrag, der sich laut Antrag auf etwa 2.200 Euro pro Ausstellung belaufen würde. Aus diesem Verwendungsnachweis wird nachvollziehbar sein, wofür genau die Gelder ausgegeben wurden.“
Tatsächlich ist Lödings Antrag ganz anders formuliert. Dort werden sämtliche Kosten, wie berichtet, addiert. Dabei spricht Löding von Basiskosten in Höhe von 26.960 Euro. Zudem sind fünf Ausstellungen mit Kosten in Höhe von 24.900 Euro berücksichtigt. Von einer Förderung je Ausstellung ist nicht die Rede. Löding wollte das Geld auf einen Schlag - pauschal. Doch da spielte die Politik nicht mit.
Interessant auch, dass manche Kosten doppelt in Lödings Konzept auftauchen. Obwohl er bei den „Basiskosten“ bereits 4.000 Euro für die „grafische Gestaltung aller Werbemittel“, 4.000 Euro für „Pflege Blog und Social Media“, 4.000 Euro für „Pressearbeit“ und 7.200 Euro „Kuratoren Gehalt“ auflistet, finden sich auch bei den einzelnen Ausstellungen Positionen wie „Text“ und „Gestaltung“ wieder. Da sei die Frage erlaubt, was machen eigentlich die Kuratorin und der Vorstand, der laut eigener Satzung ehrenamtlich tätig ist?
In Jesteburg wächst inzwischen der Unmut darüber, wie einseitig Gemeindemittel verwendet werden. „Die Selbstbedienung wird auch weiterhin Bestand haben“, schreibt WOCHENBLATT-Leser Werner Röhrs. „Nur die Bürger, die dieses Geld aufbringen müssen, werden nicht gefragt.“
• Mitte November vergangenen Jahres zählte der Kunstverein nur 96 Mitglieder. Dazu gehören alle ehemaligen und aktuellen Vorstandsmitglieder. Das spricht nicht gerade für eine Einrichtung, die tief im Herzen der Jesteburger verankert ist.
• Für die nächste Ausstellung im Kunsthaus, die am 23. November eröffnet wird, gibt es wieder einmal keine Öffentlichkeitsarbeit. Nur die Einladung landete in der Redaktion. Der Foto- und Videokünstler Stefan Panhans zeigt Werke unter dem Motto „Womit wird eigentlich vergoldet bei einem Waldüberfall frag ich mich gerade“.
Wahrscheinlich waren die Geldmittel für eine umfangreiche Pressearbeit nebst Bildmaterial bereits aufgebraucht. Wahrscheinlicher ist aber, dieser Schluss sei erlaubt, der Künstler ist so bekannt, dass die Besucher aus nah und fern ganz von allein nach Jesteburg strömen.

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Autor:

Sascha Mummenhoff aus Jesteburg

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