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Kunststätte Bossard
Kunststättenleiterin Dr. Gudula Mayr verabschiedet sich

Die Kunsthistorikerin Dr. Gudula Mayr hatte im Juni ihre Kündigung eingereicht. Sie verlässt zum Jahresende die Kunststätte "aus familiären Gründen"
  • Die Kunsthistorikerin Dr. Gudula Mayr hatte im Juni ihre Kündigung eingereicht. Sie verlässt zum Jahresende die Kunststätte "aus familiären Gründen"
  • Foto: Kunststätte Bossard
  • hochgeladen von Anke Settekorn

as. Jesteburg. Zum Jahresende verlässt die langjährige Leiterin der Kunststätte Bossard, Dr. Gudula Mayr, das Museum. Elf Jahre lang hat sie das Museumsprofil der Kunststätte gestärkt sowie die fachliche Forschung und das Publikumsprogramm erweitert.

„Ich freue mich, dass es in den vergangenen elf Jahren trotz schwieriger Rahmenbedingungen gelungen ist, für die Kunststätte Bossard hervorragende Mitarbeiter zu gewinnen. Sie haben die Arbeit der Kunststätte Bossard maßgeblich mitgeprägt und für große Erfolge gesorgt“, so Dr. Gudula Mayr bei ihrem Abschied an der Kunststätte. Zu den Erfolgen gehören ohne Frage der Gewinn des „Europa Nostra Preis für das Europäische Kulturerbe“ 2012 und die Verleihung des Museumsgütesiegels des Museumsverbandes für Niedersachsen und Bremen im selben Jahr. In den vergangenen Monaten hat Dr. Mayr intensiv an der Verlängerung dieses Siegels gearbeitet. Eine Entscheidung wird für Anfang 2021 erwartet.

„Mit dem Antritt an der Kunststätte 2009 übernahm Gudula Mayr auch die Aufgabe, die Neuorganisation der Kunststätte als eigenständiges Museum nach der Loslösung vom Freilichtmuseum am Kiekeberg zu vollziehen. Sie verhalf der Kunststätte schnell zu einer unabhängigen Außenwahrnehmung“, würdigt der Vorsitzende des Stiftungsrates Stiftung Kunststätte Johann und Jutta Bossard, Landrat Rainer Rempe, ihre Verdienste. Der Landkreis Harburg gehört neben der Sparkasse Harburg-Buxtehude und der Gemeinde Jesteburg zu den Trägern der Stiftung Kunststätte Johann und Jutta Bossard, deren wesentlicher Zweck es ist, das Gesamtkunstwerk zu erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

„In den elf Jahren ihrer Leitungstätigkeit ist es Gudula Mayr gelungen, Fördergelder und private Spenden im Umfang von insgesamt rund 1,2 Millionen Euro zu akquirieren. Damit wurden unter anderem wichtige Investitionen für die Kunststätte getätigt, beispielsweise für Brand- und Einbruchschutz sowie die Gartendenkmalpflege“, so Rempe weiter. Im kommenden Jahr beginnen an der Kunststätte aufwändige Sanierungsarbeiten am Kunsttempel. Die Sanierung hat Dr. Mayr in den vergangenen Jahren maßgeblich vorbereitet und auch hierfür die Gelder eingeworben.

Zu den umfangreichsten Projekten der scheidenden Kunststättenleiterin gehört die Einrichtung eines modernen, großzügigen Schaudepots in Jesteburg, eine langfristige Lösung für die unzureichenden Depotmöglichen an der Kunststätte. Damit verfügt die Kunststätte jetzt über geeignete Lagerräume für die Kunst und das Archivgut sowie über eine kleine Restaurierungswerkstatt.

Neben dem hohen Verwaltungsaufwand für die Kunststätte kam die Grundlagenforschung nicht zu kurz. Mayr erarbeitete einen Katalog zu Bossards Kleinplastiken, ein digitales Werkverzeichnis von Bossards Druckgrafiken, verfasste zahlreiche zentrale Aufsätze wie für den wichtigen Katalog der Villa Stuck Im Tempel des Ich und entwickelte die Reihe der Freundeskreisvorträge von Direktoren und Kuratoren bedeutender Museen.

Für Gudula Mayr selbst sind vor allem die hochwertigen Sonderausstellungen im Neuen Atelier Höhepunkte ihrer Arbeit: Unter anderem „Die Malweiber von Paris“, eine Ausstellung von Werken Worpsweder Künstler oder im kommenden Jahr eine Ausstellung mit Druckgrafiken von Käthe Kollwitz.

Mit dem Ausscheiden von Gudula Mayr an der Kunststätte übernimmt die kaufmännische Geschäftsführerin Heike Duisberg-Schleier die alleinige Leitung des Museums. Neu besetzt wird eine Stelle für wissenschaftliche Mitarbeit. Das Bewerbungsverfahren läuft.

Autor:

Anke Settekorn aus Jesteburg

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