Landkreis sieht Wolfsschutz vor Weidetierhaltung

Die VNP Stiftung unterhält unter anderem acht Heidschnuckenherden. "Ihr Bestand wird durch den Landkreis gefährdet", sagt Geschäftsführer Mathias Zimmermann
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VNP Stiftung kritisiert Untere Naturschutzbehörde wegen neuer Verordnung. 

(mum).
Mathias Zimmermann, Geschäftsführer der VNP Stiftung Naturschutzpark Lüneburger Heide, ist mächtig sauer auf die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Harburg. "Es ist völlig inakzeptabel, wenn die Untere Naturschutzbehörde Aufgaben wahrnimmt, die der EU, dem Bund und dem Land Niedersachsen obliegen." Dieses Vorgehen kritisiere die VNP Stiftung auf das Schärfste, "stellt es doch den Erhalt sowie den Schutzzweck des Naturschutzgebietes Lüneburger Heide grundsätzlich infrage".
Zimmermann erklärt: "Im Entwurf zur Begründung für die neu zu fassende Verordnung für das Naturschutzgebiet Lüneburger Heide ist auf Bestreben der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Harburg unter Paragraph 3 'Schutzwürdigkeit und Schutzbedarf' folgender Passus eingefügt worden: 'Sofern es zu Zielkonflikten zwischen der Weidetierhaltung und anderen Zielen des Naturschutzes oder Gesetzesgrundlagen wie beispielsweise dem Artenschutzrecht kommen sollte, müsste das Ziel der Nachahmung der Heidebauernwirtschaft gegebenenfalls zurückstehen. Beispielsweise ist es nicht Zweck der Verordnung, eine Wolfsentnahme durch die Erhaltung der Heidebauernwirtschaft zu rechtfertigen'." Mit diesem Passus wäre der Erhalt der historischen Kulturlandschaft rund um den Wilseder Berg nicht nur infrage stellt, sondern massiv gefährdet, so Zimmermann. Er warnt: "Ohne die Landschaftspflege mit acht Heidschnuckenherden sowie mit Robust-Pferde- und Rinderrassen im Naturschutzgebiet ist der Erhalt der historischen Kulturlandschaft nicht umsetzbar. Wenn der genannte Passus Einzug in die Begründung der NSG-Verordnung erhalten sollte, ist diese Form der Landschaftspflege durch die VNP Stiftung und private Heidschnuckenhalter kaum länger aufrecht zu erhalten."
Wie zahlreiche Beobachtungen und Angriffe von Wölfen auf am Tage gehütete Heidschnucken im Naturschutzgebiet oder der Riss eines "Dülmener" Fohlens vor einigen Wochen vermutlich durch Wölfe belegten, sei der Druck auch auf die VNP Stiftung mittlerweile an der Grenze des Zumutbaren angekommen. Der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies (SPD) habe dies laut Zimmermann erkannt und sei bestrebt, mit der gezielten Entnahme von Einzelwölfen zu handeln. Aus Sicht der VNP Stiftung wird der Landkreis Harburg seiner eigentlichen Aufgabe nicht gerecht.

Die VNP Stiftung unterhält unter anderem acht Heidschnuckenherden. "Ihr Bestand wird durch den Landkreis gefährdet", sagt Geschäftsführer Mathias Zimmermann
VNP-Geschäftsführer Mathias Zimmermann
Autor:

Sascha Mummenhoff aus Jesteburg

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