"Landruhe statt Hotellärm"

"Landwirtschaft statt Hotel" - mit Plakaten wie diesem macht Landwirt Jan Meyer auf seine Situation aufmerksam
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  • hochgeladen von Sascha Mummenhoff

Jan Meyer protestiert gegen "Hof + Gut"-Erweiterungspläne / "Meine Existenz ist bedroht!"

mum. Jesteburg-Itzenbüttel. "Ich bin in meiner Existenz bedroht", sagt Jan Meyer, Eigentümer des Minkenhofs in Jesteburg-Itzenbüttel. Bereits seit 1792 bewirtschaftet seine Familie den traditionsreichen Hof, auf dem Produkte in ökologischer, nachhaltiger Landwirtschaft produziert werden. Gegenüber von Meyers Hofstelle plant "Hof +Gut" ein Hotel mit etwa 70 Betten. Zudem ist ein etwa 400 Quadratmeter großer Hofladen sowie ein Veranstaltungssaal vorgesehen (das WOCHENBLATT berichtete). Für Meyer steht außer Frage, dass diese Planung die Zukunft seines Betriebes bedroht. Aus diesem Grund hat er jetzt Plakate aufhängen lassen. "Landruhe statt Hotellärm" und "Landwirtschaft statt Hotel" sind darauf zu lesen. "Ich möchte, dass Bürger erfahren, um was es hier geht", so Meyer. Aufgrund der Verlegung eines Wirtschaftsweges könne er beispielsweise seine Felder nicht mehr auf dem direkten Weg erreichen. Meyer sieht zudem viel größere Probleme auf die "Hof + Gut"-Pläne zukommen. Nahe des geplanten Hotels besitzt Meyer einen alten Schweinestall, der seit Jahren nicht mehr genutzt wird. Einst fanden dort 300 Tiere Platz. "In naher Zukunft möchte ich dort Bio-Schweine züchten", so Meyer. "Doch aufgrund der zu erwartenden Emissionen wird es kaum möglich sein, Schweinestall und Hotel zu genehmigen." Er geht davon aus, dass seine landwirtschaftlichen Pläne Vorrang haben.
Der zuständige Ausschuss für Bauen und Planen hatte im Mai mit den Stimmen von Britta Witte (CDU) und Steffen Burmeister (SPD) die frühzeitige Beteiligung der Träger öffentlicher Belange und der Öffentlichkeit auf den Weg gebracht. Cornelia Ziegert (SPD) und Marcus Dorn (Grüne) enthielten sich; Tim Pansegrau (UWG Jes!) stimmte gegen die Vorlage. Derzeit läuft die vorgeschriebene Hinweisbekanntmachung, wonach in der Zeit vom 16. Juli bis zum 16. August die Auslegung des Vorentwurfs erfolgt. "Ich habe meine Kritikpunkte eingereicht", so Meyer. Er selbst möchte übrigens auch Wohnbebauung auf seinem Hof realisieren. "Natürlich in einem kleinen Rahmen", so Meyer. "Doch wer möchte schon neben ein Hotel mit großem Veranstaltungssaal ziehen?" Der Landwirt ist davon überzeugt, dass die Pläne von "Hof + Gut" nicht zum beschaulichen Dorf passen. "Das ist alles einfach viel zu groß!"

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