Schlägerei in Jesteburg: „Mein Sohn hat mich brutal verprügelt!“

Der Fuß ist gebrochen: Rentner Matthias W. wurde in Jesteburg von seinem eigenen Sohn verprügelt
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Es sind Szenen wie man sie sonst nur aus Gewaltfilmen kennt: Mitten in einem Restaurant im beschaulichen Jesteburg wird ein Rentner mit Tritten und Schlägen von mindestens zwei Angreifern krankenhausreif geprügelt.
Erst als andere Gäste eingreifen, lassen die Täter von ihrem Opfer. Rettungssanitäter bringen den schwer verletzten Mann ins Krankenhaus, die Polizei ermittelt wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung.
Im Polizeibericht wird später von einer Schlägerei zwischen teilweise stark alkoholisierten Männern gesprochen. Tage später meldet sich das Opfer in der Redaktion: Matthias W. (64) möchte die Erlebnisse der Nacht richtig stellen. Der Jesteburger wurde nicht von unbekannten Tätern zusammengeschlagen, sondern von seinem eigenen Sohn (32).

mum. Jesteburg. „Mein Sohn trägt so viel Hass in sich“, sagt Matthias W. „Ich wünsche ihm, dass das für ihn nicht irgendwann in einer Katastrophe endet.“ Obwohl der Jesteburger allen Grund hätte, den Stab über seinen Sohn zu brechen, hofft der Vater immer noch auf eine Aussöhnung.
Matthias W. war am Samstag, 28. Dezember, gegen Abend in das Jesteburger Lokal an der Hauptstraße gekommen. Der Gastraum war gut gefüllt, die Atmosphäre entspannt. „Ich saß an der Bar als ich meinen Sohn in einer Ecke des Restaurants entdeckte“, so der 64-Jährige. „Wir haben seit vielen Jahren keinen Kontakt mehr.“ Schuld daran sei aus seiner Sicht die Scheidung gewesen. „Mehr als sechs Jahre ging das damals hin und her.“ Die Kinder - es gebe noch einen weiteren Sohn - seien ihm entfremdet worden.
Vielleicht war es die weihnachtliche Atmosphäre, die ihn veranlasst habe, seinen Sohn anzusprechen. „Er drehte sich einfach weg“, erinnert sich der Vater, der dann zur Toilette ging. „Als ich zurück zur Bar wollte, rammte mich einer der Begleiter meines Sohnes ohne Vorwarnung zu Boden“, so Matthias W. „Ich war völlig überrascht, konnte nicht reagieren.“ Dann sei der Angreifer mit einem großen Satz auf den Fuß des Rentners gesprungen. Matthias W. zog sich am Tresen hoch, verstand die Welt nicht mehr. „Plötzlich stand mein Sohn hinter mir und forderte mich auf, mit nach draußen zu kommen“, so der 64-Jährige. „Ich dachte, er wollte sich mit mir aussprechen.“ Unter Schmerzen humpelte er vor die Tür. Dort stieß man den Rentner plötzlich auf den Bürgersteig. „Ich wurde immer wieder getreten“, erinnert er sich. „Mein Sohn rief: Das hast Du nun davon.“ Dann habe er die Mutter erwähnt. Erst als Gäste aus dem Restaurant dazu kamen, sollen die Peiniger von ihrem Opfer abgelassen haben.
Die Brutalität hatte bei Matthias W. Folgen: Sein Fuß und das Steißbein sind gebrochen. Er hat zahlreiche Quetschungen, Brille und Handy sind weg. Die Kleidung ist ruiniert. „Ich habe einen Anwalt eingeschaltet“, sagt der Rentner. Er empfinde keinen Zorn. „Ich hoffe, dass mein Sohn weiß, dass er eine Grenze überschritten hat.“ Er würde ihm aber verzeihen.
Der Sohn wollte sich zu der Schlägerei nicht äußern. „Wenn man mich in ihrem
Artikel erkennt, dann hat das Konsequenzen“, drohte er stattdessen am Telefon.

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Autor:

Sascha Mummenhoff aus Jesteburg

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