Steffen Lücking übernimmt Filmstudio-Areal

Freuen sich auf die künftige Zusammenarbeit (v. li.): Architekt Johann Tipke, Investor Steffen Lücking, Eigentümer Hans-Joachim Fink, Projekt-Entwickler Friedrich W. Lohmann und Bürgermeister Bernd Beiersdorf
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  • Freuen sich auf die künftige Zusammenarbeit (v. li.): Architekt Johann Tipke, Investor Steffen Lücking, Eigentümer Hans-Joachim Fink, Projekt-Entwickler Friedrich W. Lohmann und Bürgermeister Bernd Beiersdorf
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Investor möchte 30 Wohneinheiten realisieren / Baubeginn schon im Herbst / Gemeinderat wurde in nicht-öffentlicher Sitzung informiert

mum. Bendestorf. Das Filmstudio-Areal in Bendestorf hat einen neuen Besitzer: Kurz vor Weihnachten trafen sich Steffen Lücking, Investor aus Langenrehm, und die Brüder Horst und Hans-Joachim Fink bei einem Notar, um die notwendigen Unterschriften zu leisten.
Lücking springt für Hans-Gerd Peters und Horst Ferch ein. Die beiden Männer hatten das etwa 12.000 Quadratmeter große Grundstück im Herbst 2017 erworben und mit den Abriss-Arbeiten begonnen. Doch dann waren die Investoren Ende des Jahres überraschend vom Kauf zurückgetreten. Vor allem die komplizierten Abrissarbeiten sollen dabei eine Rolle gespielt haben. Wie berichtet, fürchten Eigentümer ein Absacken ihrer Häuser oberhalb des Studio-Areals. Deswegen musste zunächst in einem Beweissicherungsverfahren geklärt werden, inwiefern der Abriss die Gebäude beeinträchtigen könnte. Zwischenzeitlich stand zur Diskussion, dass die lange Halle hinter dem jetzigen Filmmuseum, der einstige Fundus, erhalten bleibt. Ebenso ein Teil des daran anschließenden Gebäudes. Offensichtlich nutzten die bisherigen Investoren dies, um aus dem Vertrag wieder auszusteigen.
Steffen Lücking hingegen freut sich auf die Aufgabe. "Ich kenne Hans-Joachim Fink bereits seit einiger Zeit", so Lücking. Als er erfuhr, dass das Studio-Areal wieder zu haben sei, suchte er das Gespräch mit den Eigentümern. "Es stimmt schon, dass die Abriss-Arbeiten kompliziert sind", räumt der neue Investor ein. Aber sie seien nicht unmöglich. Lücking, der auch als Garten- und Landschaftsarchitekt tätig ist, reizt vor allem die Topographie des Areals. Das Grundstück befindet sich in einem Kessel.
Über den Eigentümerwechsel wurde der Gemeinderat bereits vor dem Notartermin informiert. "Für uns war es wichtig, dass der sehr kontrovers diskutierte Bebauungsplan nicht nochmal angepasst werden muss", sagt Bürgermeister Bernd Beiersdorf. Während der nicht-öffentlichen Präsentation hätte es keine Kritik an den Plänen des Investors gegeben. Wie schon seine Vorgänger plant auch Lücking mit 30 Wohneinheiten auf dem Areal. Es sollen Mehrfamilien- und Reihenhäuser entstehen. Der Clou dürfte eine große Tiefgarage sein, von der vermutlich alle Häuser zu erreichen sein werden. Lücking arbeitet in Bendestorf wieder mit dem Architekten Johann Tipke zusammen. Gemeinsam haben die beiden Männer bereits zahlreiche Projekte realisiert. 
Interessant dürfte der Abriss des einstigen Fundus werden. Laut Lücking werde es keinen Vollabriss geben, die Außenwand bleibe vorerst stehen. Ein  Beweissicherungsverfahren sei ebenfalls vorgesehen.
Noch stehen unter anderem weitere Gespräche mit dem Landkreis aus. Doch Lücking geht davon aus, dass das gesamte Areal bis Ende März geräumt ist. Baubeginn soll dann im Herbst sein. "Ich möchte mich an dieser Stelle bei den Mitgliedern des Bendestorfer Gemeinderats für das mir entgegengebrachte Vertrauen bedanken", so Lücking. "Da es sich um ein Gelände mit Filmgeschichte handelt, würde ich es mit den Musketieren halten: Einer für alle und alle für einen. Mit der Unterstützung aller Akteure wird hier eine traumhafte Gesamtanlage entstehen, in der sich auch das Filmmuseum gut integrieren wird."
Zufrieden ist auch Projekt-Entwickler Friedrich W. Lohmann über die jüngsten Ereignisse. Bereits seit 2010 ist er mit der Umnutzung des Studio-Areals betraut. Nach einigen Rückschlägen, für die Lohmann nichts konnte, "bin ich nun zuversichtlich, dass alles ein gutes Ende nehmen wird". Zuletzt gelang es ihm, mit der Eigentümergemeinschaft einer benachbarten Wohnanlage eine Einigung zu finden, die für die Zufahrt zum Areal benötigt wird (das WOCHENBLATT berichtete mehrfach). Die Vermarktung des Studio-Areals übernimmt das "Engel & Völkers"-Büro in Buchholz. Dort arbeitet übrigens Hans-Joachim Fink als Immobilienberater.

Museum ist bereits eröffnet

Auf dem Areal befindet sich auch das im Februar 2017 eröffnete Filmmuseum Bendestorf. Herzstück ist ein wieder hergerichtetes "Produzentenkino" mit seiner Holzvertäfelung aus den 1950er Jahren. Dort wurde das gedrehte Filmmaterial nach der Entwicklung begutachtet und darüber entschieden, ob neu gedreht werden muss. Zudem sind im Museum auch Filmrequisiten zu sehen, darunter das Originaldrehbuch des Films "Die Sünderin". Dieser hatte 1951 einen riesigen Skandal in der konservativen jungen Bundesrepublik auslöst, weil Hildegard Knef eine Prostituierte spielte.
In dem Museum finden zudem zahlreiche kulturelle Veranstaltungen statt.
• www.film-bendestorf.de

Ein Blick in die Geschichte

Das Filmstudio Bendestorf entstand, weil das UFA-Studio Babelsberg in der sowjetischen Besatzungszone lag. Für die aufstrebende westdeutsche Filmindustrie musste schnell ein Ersatzdrehort gefunden werden. In kürzester Zeit hat der Regisseur Rolf Meyer in der ländlichen Idylle ein Studio aufgebaut. Etliche UFA-Stars knüpften in Bendestorf an ihre früheren Karrieren an: Marika Rökk, Zarah Leander, Johannes Heesters, Gustav Fröhlich und viele andere. Bendestorf entwickelte sich zum wichtigsten Standort der westdeutschen Filmindustrie. Dort entstanden mehr als 100 Filme. Etwa 150 Mitarbeiter - darunter viele Bendestorfer - arbeiteten auf dem Areal.
Ende der 1970er Jahre begann der Rückgang der Produktion. Die Studios waren für die Anforderungen der modernen Filmindustrie zu klein geworden. In den 1980er Jahren kamen die Produzenten von Werbefilmen in die Heide. Ariel-, Kukident- und Mon-Chérie-Werbestreifen entstanden in den Hallen sowie Synchronisationen für alte Edgar-Wallace-Filme mit Joachim Fuchsberger.
Öffentlich-rechtliche und später auch private Fernsehsender nutzten die Studios für Unterhaltungsshows. Zuletzt wurde 2012 die NDR/Arte-Produktion "Entscheidung bei Kunduz" dort gedreht.

Autor:

Sascha Mummenhoff aus Jesteburg

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