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++ A K T U E L L ++

Senior aus Rosengarten ist verschwunden

Mit dem Sommer startet für die Insekten die Saison
Wespennest im Haus - was jetzt?

Dank der vergangenen sonnigen Tage blüht, summt und brummt es aller Orten. Bienen und Wespen sind gerade dabei, sich häuslich einzurichten und auf den Sommer vorzubereiten. Nicht immer sind die Insekten willkommen. Dabei gibt es für Menschen keinen Grund, sich vor ihnen zu fürchten, weiß Stefanie Spinty, Beraterin für Wespen- und Hornissenumsiedlungen im Landkreis Harburg. Wespen sind reine Verteidiger, wenn sie angreifen, hat der Mensch oder ein anderer Fressfeind sie vorher attackiert.

"Wespenvölker stehen unter Naturschutz, sie dürfen nicht einfach beseitigt werden", erklärt die Imkerin. "Außerdem brauchen wir sie dringend für unser Ökosystem!" Wespen bestäuben nämlich Wildpflanzen. "Ihr Leben ist noch faszinierender als das von Honigbienen. Besonders Menschen mit einer Allergie vor Wespen- oder Bienenstichen sollten sich umfassend informieren um einen entspannten Sommer genießen zu können.

Wer im Sommer nach den Ferien stressfrei die Stunden im Garten genießen möchte, der sollte schon im März/April an der Terrasse, im Schuppen, in der Garage, in Hecken, im Dach auf Wespenköniginnen achten. Sie sind im Frühjahr unterwegs, suchen nach einem Standort und wollen ihr Nest bauen. Im Gegensatz zur Bienenkönigin, die im Volk überwintert, macht sich die Wespenkönigin ab Mitte April allein daran, ihr Volk aufzubauen. Erst nach sechs Wochen schlüpfen die ersten Töchter. "Wer sie im April/Anfang Mai an einem ganz ungeeigneten Platz findet, kann noch ohne große Umstände die ersten Papieransätze wegmachen, die Stelle mit Spüli, Nelkenöl oder Limettensaft besprühen und der Königin so zeigen: Sorry, hier bist du unerwünscht. Sie hat jetzt noch die Gelegenheit, eine für alle Beteiligten bessere Stelle zu finden und neu anzufangen", erklärt Spinty. Kurze Zeit später sei dieses Zeitfenster zu. 

Wer jetzt noch ein Wespennest im/am Schuppen oder Haus findet, darf dieses nicht mehr selbstständig entfernen. Das Wespenvolk ist bereits zu weit fortgeschritten. "Bevor Sie in den Baumarkt gehen und Gift oder Wespenfallen kaufen - oder, noch schlimmer, den wilden Wespentötern in die Hände fallen, die unerlaubt, unsachgemäß, oft erfolglos dafür aber für viel Geld Wespennester zerstören, rufen Sie die Wespenberater ihres Landkreises an", rät Stefanie Spinty. Diese ehrenamtliche Experten sind darauf eingestellt, Fragen zu Hornissen, Bienen oder Wespen kompetent zu beantworten. Wespenberater führen überwiegend Telefonberatungen durch, und falls erforderlich, auch vor Ort. "Oft ist ein Informationsgespräch über die Biologie der Wespen ausreichend. Eine Umsiedlung ist immer riskant für das Volk. Wespen sind reine Verteidiger - wenn man weiß, wie man mit ihnen leben kann, geht das problemlos." 

Hummeln, Hornissen und viele Wespenarten gehören zu den Hautflüglern, die unter besonderem gesetzlichem Schutz stehen. Stellt ein Nest dieser wild lebenden Tiere tatsächlich eine Gefahr dar, sind die Berater dazu ausgebildet, diese art- und fachgerecht umzusiedeln. Wer selbst ein Nest zerstört, muss sich auf ein deftiges Bußgeld gefasst machen: Je nach Art der Wespe werden zwischen 5.000 Euro und 50.000 Euro fällig.

"Wer ein rundes Papiernest sieht, hat Glück: Dort sind Langkopfwespen zu Gast, die spätestens Mitte August sterben. Die stören die Menschen nicht, weil es in der Natur genug Futter gibt", erklärt die Wespenberaterin. Ähnlich ungefährlich sind Hornissen. "Und es gibt die Kurzkopfwespen, die im Volksmund Erdwespen genannt werden und im Verborgenen, im Dach oder in der Erde, leben. Sie sind zahlenmäßig ab Ende August sehr viele und bleiben, bis es richtig kalt wird. Diese Wespen sind ab September lästig, weil sie dann bei uns am Tisch oder im Haus nach Futter suchen", so Spinty.

Machen sich die Wespen am Kuchentisch breit, sollte man vor allem Ruhe bewahren. Helfen kann eine Alternativfütterung, zum Beispiel, in dem man vom Kaffeetisch entfernt reifes Obst bereitstellt. Wenn die Tiere zu aufdringlich werden, kann man sie auch mit Wasser aus einer Sprühflasche besprühen - das mögen sie nicht. 
Niemals sollte man nach den Wespen schlagen, sie anpusten oder sie töten (Wespen senden Alarmduftstoffe aus, um Hilfe zu holen). 
Hat die Wespe bereits zugestochen, können Schwellung und Juckreiz mit einem elektrischen Stichheiler unterdrückt werden. Alternativ hilft es, eine Zwiebel aufzuschneiden und mit der Schnittseite lange auf den Stich zu halten.

"Letztes Jahr war für die Insekten, speziell für die Wespen ein sehr schlechtes Jahr", sagt die Imkerin. Aufgrund der schlechten Wetterbedingungen hätten es viele Königinnen nicht geschafft ein Volk aufzubauen. Auch die Bienen hätten mit dem vielen Regen und der Kälte keine gute Zeit gehabt.
"Ich gehe davon aus, das die Bienen dieses Jahr stark darauf aus sind, sich zu vermehren. Das tun sie übers Schwärmen, indem das halbe Volk mit der alten Königin auszieht und sich einen neuen Standort sucht und der Rest des Volkes mit einer neuen Königin weitermacht."

Die meisten Imker kontrollieren ihre Bienen, um möglichst die Schwärme zu verhindern. Denn mit der Hälfte der Bienen verliert der Imker auch seine Honigvorräte, da das ausziehende Volk sich vorab mit Honig stärkt. Die Bienen haben damit je nach Witterung drei bis fünf Tage Zeit, sich einen neuen Wohnort zu suchen. Das wird immer schwere, denn natürliche Höhlen gibt es fast nicht mehr. Es kommt immer öfter vor, dass Bienenschwärme in Hausdächer einziehen. "Das möchte niemand, denn die Wachswaben halten den Sommer unter den heißen Dachpfannen nicht gut aus. Schlecht fürs Volk - und eine große Sauerei für den Hausbesitzer", sagt Stefanie Spinty. Jeder Imkerverein hat deshalb auf seiner Webpage Kontaktadressen von Imkern, die gerne Schwärme einfangen. Zum Beispiel der Imkerverein Buchholz unter www.imkerverein-buchholz.de/schwarmfaenger.html.

Eine Übersicht und die Kontaktdaten für die zuständigen Wespenberater gibt es unter www.landkreis-harburg.de,  Suchwort "Wespenberater" sowie unter www.landkreis-stade.de, Suchwort "Wespe".

Wer mehr über das spannende Leben der Bienen und Wespen wissen möchte, kann eine E-Mail an info@stefaniespinty.de schicken - die Imkerin hält auch gern Vorträge über Honigbienen. 

Wespen lieben es süß und deftig / Tipps gegen Stiche
Autor:

Anke Settekorn aus Jesteburg

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