"Wir können Hoffnung schenken"

In diesem Jahr brachte der Weihnachtspäckchen-Konvoi 156.237 Geschenke nach Bulgarien, Moldawien, Rumänien und in die Ukraine - darunter fast 13.000 Päckchen aus den Landkreisen Harburg und Stade Fotos: Round Table/Schirmer/Clever
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  • In diesem Jahr brachte der Weihnachtspäckchen-Konvoi 156.237 Geschenke nach Bulgarien, Moldawien, Rumänien und in die Ukraine - darunter fast 13.000 Päckchen aus den Landkreisen Harburg und Stade Fotos: Round Table/Schirmer/Clever
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Mitglieder von Round Table, Ladies' Circle, Tangent Club und Old Tablers bringen fast 157.000 Päckchen zu bedürftigen Kindern.

(mum). Florian Clever (37) wird dieses Weihnachtsfest wieder mit sehr gemischten Gefühlen erleben. Gemeinsam mit 250 ehrenamtlichen Helfern brachte das Mitglied des Service-Clubs Round Table 28 Hamburg-Harburg 156.237 Weihnachtspäckchen nach Bulgarien, Moldawien, Rumänien und in der Ukraine - darunter fast 13.000 Päckchen aus den Landkreisen Harburg und Stade. Die Geschenke wurden in Kindergärten, Schulen, Kinderheimen, Waisenhäusern und Kliniken verteilt. Bereits seit 2001 organisiert Round Table in der Vorweihnachtszeit den Geschenke-Konvoi. Seit Jahren geschieht dies in enger Kooperation mit Ladies Circle, Tangent Club und Old Tablers - und seit Jahren steigt die Anzahl der Päckchen.
"Ich bin immer noch sehr bewegt, wenn ich an die vergangenen Wochen denke", so Florian Clever, der bereits im vergangenen Jahr an dem Konvoi teilnahm. "Ich wollte nicht nur die Pakete einsammeln, sondern sehen, wer sie später bekommt." Bereits Mitte Oktober begannen die Mitglieder der beteiligten Clubs in Kindergärten und Schulen für die Aktion zu werben. Da die Mitglieder des Tisches aus den Landkreisen Harburg und Stade stammen, beteiligten sich Einrichtungen von Apensen bis Welle an der Aktion. Anfang November sammelten die Helfer die Päckchen in den unterschiedlichen Einrichtungen ein. Da sich auch viele andere Clubs aus Harburg Stadt und Land beteiligten, kamen allein in der Nordheide fast 13.000 Geschenke zusammen. Unterstützung erhielten die Tabler von Detlev Dose. Der Inhaber von "STS - Seevetaler Transport Service GmbH" („Seevetaler Warenhotel“) stellte seine Logistik-Halle zur Verfügung. Dort wurden die vielen Päckchen in große Umkartons verpackt und auf Paletten gestapelt. Dose organisierte schließlich auch den Weitertransport nach Hanau, wo alle Geschenke aus ganz Deutschland gesammelt und schließlich auf die Lkw verteilt wurden.
Am 1. Dezember begann für Clever, der selbst junger Familienvater ist, das Abenteuer. Gemeinsam mit den vielen weiteren Helfern ging es in einem aus 45 Fahrzeugen bestehenden Konvoi in Richtung Ost-Europa. "Ich hatte mich wieder für die Tour nach Moldawien entschieden", so Clever. "Im vorigen Jahr war ich von der Gastfreundschaft und Herzlichkeit der Menschen dort begeistert." Über die Zwischenstationen Passau, Wien, Budapest und Brasov erreichte Clever am frühen Montagmorgen das Hotel in Chisinau (Hauptstadt von Moldawien). Dort teilte sich der Konvoi in einzelne Touren auf. Für Clever ging es weiter in den Süden - konkret in die Region Leova. "Ich bekam Einblick in das Leben der Menschen und speziell der Kinder", erinnert sich der 37-Jährige. "Wir besuchten viele Kindergärten und Schulen." Als Begrüßung habe es traditionell Brot mit Salz gegeben. "Die Kinder luden uns fast immer zu Vorführungen mit Tanz und Gesang ein." Da die Gruppen eine überschaubare Größe hatten, bestand ein die Möglichkeit, die Päckchen zusammen mit den Kindern auszupacken. "Wenn man die strahlenden Augen sowie die pure und ehrliche Freude sieht, dann weiß man, wofür wir die lange Reise auf uns nehmen", so Clever.
Die Qualität der Päckchen war zum allergrößten Teil sehr gut. "Hatte jemand etwas weniger Glück mit seinem Geschenk, dann half ein anderes Kind mit einer Tafel
Schokolade aus", so Clever. "Von dieser Geste waren wir alle tief beeindruckt, da auch dieses Kind normalerweise sehr wenig besitzt. Die Warmherzigkeit und Freude waren überwältigend." Clever berührte, dass manche Kinder vor Freude weinten oder das Paket mehrmals aus- und dann wieder einpackten. Ein Bürgermeister erzählte Clever, dass er an diesem Tag das Lächeln der Kinder gesehen hat, das den Rest des Jahres fehlt.
Clever erlebte auch andere Dinge, die ihn nachhaltig beschäftigen. Unter anderem brachten sie Geschenke in Häuser, die eher Bretterbuden ähnelten. "Wie dort jemand leben kann, ist für mich unvorstellbar." Clever weiter: "Irgendwann kamen uns dort mehrere fröhliche Kinder entgegen, die alle ein Päckchen im Arm trugen. Der Gegensatz von strahlenden Kinderaugen und trister Umgebung konnte kaum größer sein." In diesen Momenten wurde der Gruppe bewusst, "wie gut wir es haben und welch privilegiertes Leben wir führen dürfen".
Florian Clever zieht am Ende seiner Reise ein Fazit: "Wir können die Welt für die Kinder mit dem Weihnachtspäckchen-Konvoi nicht grundsätzlich verbessern. Aber wir können ihnen eine Freude bereiten, ein Lächeln ins Gesicht zaubern und hoffentlich auch ein bisschen Hoffnung geben." Für den 37-Jährigen steht fest: "Die Mühe und der Aufwand lohnen sich definitiv und dies wird bestimmt nicht mein letzter Konvoi gewesen sein."
• Weitere Informationen gibt es online unter www.round-table.de und www.weihnachtspaeckchenkonvoi.de.

• Die Fotos zu diesem Artikel stammen von Florian Clever, Björn Schirmer und Frank Wendorff.

Autor:

Sascha Mummenhoff aus Jesteburg

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