Wolfs-Familie im Landkreis Harburg gesichtet

Harald Stöver hat bei Schierhorn Wölfe gesichtet

Beim Naturschutzbund Deutschland wird man sich freuen: Auf rund 300 Wölfe schätzt man derzeit den Bestand in Niedersachsen. Jetzt streift offenbar eine Wolfs-Familie durch den Landkreis Harburg. Harald Stöver aus Schierhorn hat sie beobachtet und dem WOCHENBLATT ein Foto geschickt.

mum. Jesteburg/Schierhorn. Das ist eine dicke Sensation! Ganz offensichtlich zieht eine Wolfs-Familie durch den Landkreis Harburg. Nachdem Katharina Heitmann kürzlich einen Wolf in ihrem Garten gesehen haben will - sie wohnt in Jesteburg-Lüllau, am Rande eines Waldes - und darüber im WOCHENBLATT berichtet hatte, meldete sich nun ein weiterer Augenzeuge.
Harald Stöver wohnt etwas abgelegen Im Höpen bei Schierhorn. Das ist Luftlinie höchstens drei Kilometer von dort entfernt, wo Katharina Heitmann den Wolf gesichtet hat. Doch anders als die junge Frau aus Lüllau hat Landwirt Stöver gleich eine ganze Wolfs-Familie beobachtet.
„Es begann vor etwa einem Jahr“, erinnert sich Stöver. Bei einem abendlichen Spaziergang im August sah ich einen Wolf am Waldrand.“ Inzwischen könne er nahezu jeden Abend gegen Einbruch der Dämmerung Wolfs-Beobachtungen machen. „Allerdings sind es inzwischen vier Wölfe, die sich am Rande meines Grundstücks blicken lassen.“ Seit dieser Zeit achtet Stöver darauf, dass er seinen Hund stets an der Leine hat, wenn er in der Gegend unterwegs ist. „Zudem spreche ich Spaziergänger darauf an, um sie zu warnen.“ Bis zu fünf Meter sei er an die Wölfe herangekommen.
Wolfs-Beoabachtungen im Kreis Harburg hatte es in den vergangenen Jahren unter anderem in Maschen und Stelle gegeben. Zurzeit weisen Schilder im Wald bei Fintel (Kreis Rotenburg) darauf hin, dass es sich dort um ein „Wolfsstreifgebiet“ handelt.
Experten sagen, dass eine zufällige Begegnung von Mensch und Wolf sehr selten ist, da Wölfe den Menschen meist zuerst bemerken und sich dann nicht zeigen. Dennoch sei ein Treffen, etwa bei ungünstigen Windverhältnissen, nicht gänzlich auszuschließen.
Grundsätzlich gelte: Wer einen Wolf sieht, sollte sich ruhig verhalten. „Bleiben Sie stehen und halten Sie Abstand“, heißt es auf der Homepage der Wolfsregion Lausitz. „Sprechen Sie das Tier ruhig an, falls es noch nicht auf Sie aufmerksam geworden ist. Bevor es verschwindet, versuchen Sie, sich sein Aussehen gut einzuprägen und melden Sie die Sichtung.“ Wenn einem die Situation nicht geheuer ist, sollte man nicht davon laufen, sondern langsam rückwärts gehen und dabei laut sprechen. „Falls der Wolf sich Ihnen wider Erwarten nähert, halten Sie an, schreien Sie ihn an und klatschen Sie in die Hände“, so die Wolfs-Experten.
In Wolfsgebieten sollten Hunde grundsätzlich an der Leine geführt werden. Es könne vorkommen, dass sich Wölfe für ihren Verwandten interessieren. Eine Gefahr für den Hundehalter bestehe nicht - ebenso wenig für den Hund, solange er nah am Menschen ist.
• Wer einen Wolf sieht, sollte sich an Hans Brackelmann unter der Rufnummer 04171 - 69 35 97 wenden. Er ist als Wolfsbeauftragter für den Landkreis Harburg zuständig.

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Autor:

Sascha Mummenhoff aus Jesteburg

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