Der Jesteburger Ärzte-Haus-Schlamassel

Das Clement-Areal in Jesteburgs Ortsmitte: Hier soll ein Ärztehaus gebaut werden
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mum. Jesteburg. „So etwas habe ich noch nicht erlebt“, sagt Investor Steffen Lücking. Aus dem WOCHENBLATT hatte der Rosengartener erfahren, dass sein Kaufangebot für eine Teilfläche des Clement-Areals für jedermann öffentlich im Internet als Ratsunterlage nachzulesen ist (das WOCHENBLATT berichtete). Außerdem verriet die Verwaltung, dass es derzeit zwei Interessenten für die Fläche gibt und wer wie viel Geld geboten hat. Außer Lücking, der zuletzt 600.000 Euro investieren wollte, will das Duo Axel Brauer und Ole Bernatzki dort ein Ärztezentrum bauen. Brauer hatte sein Angebot erhöht, bietet jetzt 620.000 Euro.
Lücking will nicht falsch verstanden werden. Transparenz sei wichtig. Aber doch nicht zu einem Zeitpunkt, wo noch nichts entschieden sei. „Ich werde jetzt wie geplant mein Konzept am 10. Dezember im Verwaltungsausschuss vorstellen. Wir werden dann sehen, wie es weitergeht.“
Auch Architekt Axel Brauer war von der ungewohnten Öffentlichkeit überrascht. „Grundsätzlich sind mir die üblichen Verfahren von Gemeinden zur Preisfindung für öffentliche Grundstücke nicht bekannt. Daher kann ich das auch nicht bewerten“, so Brauer. Er hätte sich allerdings auch mehr Se­ri­o­si­tät seitens der Verwaltung gewünscht.
Verwaltungschef Hans-Heinrich Höper steht zu der Veröffentlichung der Ratsunterlage und erntet dafür Kritik - bislang nur hinter vorgehaltener Hand. Vor allem die Investoren wollen ihre Verhandlungsposition nicht gefährden. „Wenn das jetzt die Regel ist, dann können wir Grundstücke künftig gleich bei Ebay anbieten“, sagt ein Ratsherr. Er befürchtet, dass Investoren künftig einen großen Bogen um Jesteburg machen, wenn sich herumspricht, wie mit ihren Unterlagen verfahren wird. Zudem heißt es, dass geprüft werden soll, ob die Veröffentlichung der Kaufangebote der niedersächsischen Gemeindeordnung entspricht.

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Autor:

Sascha Mummenhoff aus Jesteburg

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