Wohnraum statt Landwirtschaft
Gemeinderat beschließt zweite Änderung des Bebauungsplans "Itzenbüttel Dorfmitte"

Die Hofstelle Böttcher am Itzenbütteler Sod. Der B-Plan sieht drei Mehrfamilienhäuser mit acht, fünf und drei Wohneinheiten sowie vier Einzelhäuser vor
  • Die Hofstelle Böttcher am Itzenbütteler Sod. Der B-Plan sieht drei Mehrfamilienhäuser mit acht, fünf und drei Wohneinheiten sowie vier Einzelhäuser vor
  • Foto: Gemeinde Jesteburg /Architektur+Stadtplanung
  • hochgeladen von Anke Settekorn

as. Jesteburg. Gut drei Jahre nach dem Aufstellungsbeschluss ist es soweit: Der Jesteburger Gemeinderat hat die zweite Änderung des Bebauungsplanes (B-Plan) Nr. 2.04 "Itzenbüttel-Ortsmitte" beschlossen. Der Umwandlung des landwirtschaftlich genutzten "Jappens Hof" in Wohnbebauung steht nun nichts mehr im Wege.

Nachdem Landwirt Robert Böttcher 2018 seinen Wunsch äußerte, den "Jappens Hof" in Itzenbüttel in ein Wohnbaugebiet umzuwandeln, folgten weitere Hofstellenbesitzer und der Masterplan "Ortsmitte Itzenbüttel" wurde erarbeitet. Robert Böttcher hat vor zwei Jahren seine Hofstelle an Investor Steffen Lücking verkauft, um mit dem Erlös die Aussiedlung seines Hofes an den Ortsrand und die Vergrößerung des Betriebes zu finanzieren. Zuvor hatte Böttcher bereits mehrfach versucht, seinen Hof zu verkaufen, doch die Politik sperrte sich gegen die von diversen Investoren vorgetragenen Konzepte. Jetzt sollen auf dem circa 1,2 Hektar großen Gelände am Itzenbütteler Sod drei Mehrfamilienhäuser mit acht, fünf und drei Wohneinheiten sowie vier Einzelhäuser entstehen. Allerdings hat Steffen Lücking Anfang des Jahres das Grundstück an einen neuen Investoren weiterverkauft.

Die UWG Jes! hatte bis zuletzt versucht, den Bebauungsplan um Vorgaben zur Energieeffizienz der Gebäude und die konsequente Nutzung erneuerbarer Energien zu ergänzen. "Wir haben die Klimaneutralität bis 2040 beschlossen. Wenn wir das jetzt nicht bei Bebauungsplänen aufgreifen, dann lässt sich das Ziel nicht einhalten. Deshalb müssen wir in den B-Plan Klimaschutzmaßnahmen mit aufnehmen", forderte Tim Pansegrau (UWG) bereits im vorberatenden Bauausschuss - ohne Erfolg. Auch im Verwaltungsausschuss fand sich keine Mehrheit dafür, die vorgestellten Klimaschutzziele der UWG Jes! noch in den B-Plan aufzunehmen, unter anderem, weil das Planverfahren bereits kurz vor dem Abschluss stand.
Lediglich die solare Optimierung der Gebäude sowie vorbereitende Arbeiten für E-Ladestationen an den Stellplätzen wurden vom Gemeinderat in den B-Plan aufgenommen. "Aus unserer Sicht ist es enttäuschend, dass zwar alle Parteien über Klimaschutz reden, aber es nicht einmal auf kommunaler Ebene gelingt, das Jesteburger Klimaziel '2040 klimaneutral' in den eigenen Bebauungsplänen festzuschreiben", teilt die UWG Jes! mit.

Auch die Grünen zeigen sich enttäuscht. "Wir bedauern, dass sich in diesen Zeiten der ökologisch-wirtschaftlichen Transformation keine Mehrheit im Gemeinderat gefunden hat, die bereit gewesen wäre, den fertigen B-Plan zu der Hofstelle erneut auszulegen, um noch Ergänzungen zu Festsetzungen in Richtung klimaneutrales Bauen einzuarbeiten", sagt Ratsfrau Birgit Heilmann. "Auch wenn der Zeitpunkt so direkt vor der Abstimmung des Satzungsbeschlusses ungewöhnlich und selbstverständlich nicht zur Regel werden darf, so rechtfertigen die Neuerungen im Baugesetzbuch, die es uns inzwischen ermöglichen, weitergehende Regelungen in einem B-Plan zu treffen, eine 'letzte Runde' noch einmal zu drehen".

Autor:

Anke Settekorn aus Jesteburg

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