Keine Mehrheit für Lücking

Der Spielplatz an der Straße In der Koppel soll vorerst erhalten bleiben. Steffen Lücking bot an, die Fläche zu erwerben und sie der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen
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KWG soll 31 Wohnungen an der Bredbeekskoppel bauen / Parkplatz-Pläne vom Ausschuss abgelehnt. 

mum. Jesteburg. Die Anwohner der Straße In der Koppel in Jesteburg atmen auf: Die Mitglieder des Bauausschusses empfahlen vorige Woche einstimmig, dass der Spielplatz nicht verkauft und zu einem Parkplatz umgewandelt wird. Wie berichtet, hatte das Autohaus Kuhn + Witte sein Interesse hinterlegt. Zwar hatte die Gemeinde diesen Antrag gar nicht selbst auf die Agenda gehoben - das war das Autohaus. Aber den Stein ins Rollen gebracht schon: Der Rat hatte vor der Sommerpause beschlossen, dass die Gemeinde prüft, ob ein nicht mehr benötigter Spielplatz verkauft werden kann, um mit dem Erlös die Neugestaltung des Seeve-Spielplatzes finanzieren zu können. Die anwesenden Bürger wendeten sich vehement gegen die Parkplatz-Pläne, "aber auch ganz allgemein gegen die Auflösung des Spielplatzes", so Ausschuss-Vorsitzende Britta Witte (CDU). Er werde noch viel genutzt.
Investor Steffen Lücking war eigentlich wegen eines ganz anderen Tagesordnungspunktes zur Sitzung erschienen, unterbreitete der Gemeinde aber sogleich einen interessanten Vorschlag: "Ich kaufe das Grundstück und verspreche, dass ich es nicht bebauen werde", so Lücking. "Mir geht es finanziell gut, da kann ich gern etwas an die Allgemeinheit zurückgeben." Lücking kündigte an, dass er den Spielplatz erhalten werde, sollte der Verkauf zustande kommen. UWG-Vorsitzender Hansjörg Siede kann sich hingegen gut vorstellen, die Fläche der Kommunalen Wohnungsbaugesellschaft (KWG) für "bezahlbaren Wohnraum" anzubieten. "Wenn wir von innerörtlicher Verdichtung sprechen, dann ist die Fläche perfekt geeignet", so Siede.
Keinen Erfolg hatte Lücking mit seinem Antrag, die Firsthöhe auf der Hofstelle von Robert Böttcher von elf auf zwölf Meter zu erhöhen. Mit der Begründung, dass diese Ausnahme sofort zu weiteren ähnlichen Anfragen führen würde, wurde der Antrag von CDU, Grünen und UWG Jes! abgelehnt. Nur die SPD folgte Lücking. Wie berichtet, möchte dieser auf der Hofstelle 20 Wohneinheiten schaffen. Weitere zwei Wohneinheiten können in einem bestehenden Gebäude entstehen. "Ich verstehe die Kritik der Ratsherren nicht", so Lücking. Es gehe zwar nur um einen Meter, der aber für die Architektur von großer Bedeutung sei. Vor dem Hintergrund, dass der Ausschuss keine Bedenken habe, "Hof + Gut" auf der gegenüberliegenden Straßenseite grünes Licht für einen riesigen Hotelneubau zu geben, wirft die Empfehlung des Ausschusses Fragen auf.
Interessante Überlegungen gibt es beim Bauvorhaben "Bredbeekskoppeln-Ost". Ursprünglich sollte das gesamte Areal an die KWG übergeben werden. Doch das ist jetzt vom Tisch. Aufgrund der Nähe zur Kreisstraße sei die Erschließung der Fläche des "Zirkusplatz" zu teuer (unter anderem wegen des Lärmschutzes). Im Gespräch war dann, dass die KWG im Westteil und die Sparkasse als zusätzlicher Investor zur Landesstraße hin erschließen soll. Der Ausschuss empfahl am Ende der Diskussion, dass der Westteil an die KWG verkauft werden soll. Die Einnahmen gehen als Einlage an die KWG. Dort soll bezahlbarer Wohnraum in Form von 13 Reihenhäusern und zwei Mehrfamilienhäusern entstehen - insgesamt 31 Wohneinheiten. Der Teil zur Landesstraße bleibt vorerst im Besitz der Gemeinde. "Wir sind mitten in der Diskussion über einen neuen Standort für eine Kita und stehen unter hohem Zeitdruck", so Witte. Die Kita könnte auf dem Grundstück Bredbeekskoppeln gebaut werden. "Eine Entscheidung soll möglichst noch vor Oktober getroffen werden."

Ausschuss lässt Adler erneut abblitzen
(mum). "Ich finde die Entscheidung sehr schade, denn so ein gutes Konzept werden wir in Jesteburg nicht alle Tage geboten bekommen." Britta Witte war sichtlich enttäuscht vom Abstimmungsergebnis ihrer Ratskollegen. SPD, Grüne und UWG Jes! erteilten dem CDU-Antrag, Gespräche zwischen der Gemeinde und dem Unternehmen Adler SPR aus Hamburg über das Gelände des Reitvereins am Ortsausgang in Richtung Asendorf zu führen, eine Absage. Laut eigener Beschreibung handelt es sich bei Adler SPR um einen innovativen Systemanbieter im Bereich Elektromobilität und Erneuerbare Energien. "Über eine Fläche für Kita oder Schulerweiterung hätte man ja verhandeln können", so Witte. "Doch die Begründung, insbesondere der SPD, lässt mich den Kopf schütteln." Cornelia Ziegert (SPD) möchte das Grundstück als "Tafelsilber" behalten und unter Umständen später per Erbpacht vergeben. "Vor dem Hintergrund, dass wir große Investitionen vor uns haben, ist diese Haltung nicht zu verstehen", so Witte weiter. Die Gemeinde habe kaum noch Rücklagen, aber blockiere Gewerbeansiedlungen. Laut Witte seien die Grünen gegen das Adler-Konzept, weil sie das Grundstück unter anderem für eine Schulerweiterung verwenden wollen. "Die Umwandlung der Oberschule in eine Gesamtschule und die damit vom Kreis zu zahlende Erweiterung ist noch nicht ausgeträumt", interpretiert Witte das Abstimmungsverhalten der Grünen. Adler SPR wollte in Jesteburg exemplarisch umsetzen, wie sie sich nachhaltiges, emissionsarmes Wohnen und Fahren in der Zukunft vorstellen.

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Investor Steffen Lücking

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