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Kippt Edeka die Famila-Pläne in Jesteburg? - Architekt plant Nahversorgungszentrum

Die Fläche (etwa 41.000 Quadratmeter) am Sandbarg wird derzeit landwirtschaftlich genutzt
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Dieser Vorschlag schlägt in Jesteburg ein wie eine Bombe: Auf einer landwirtschaftlich genutzten Fläche nahe des Dorfzentrums möchte der Winsener Architekt Ulrich Salvers ein Nahversorgungszentrum errichten. Salvers, der gerade in Nenndorf ein ähnliches Projekt erfolgreich umgesetzt hat, will Edeka und Aldi als Mieter gewonnen haben. Herbert Meyer, der unter anderem den Edeka-Markt in Hittfeld betreibt, habe laut Salvers zugesagt, nach Jesteburg zu kommen. Das Konzept kommt zu einem Zeitpunkt, an dem noch immer offen ist, ob Famila einen Markt am Ortsrand bauen darf - das Urteil des Oberverwaltungsgerichts steht noch aus.

mum. Jesteburg. Das könnte der ganz große Wurf sein! Architekt Ulrich Salvers (Atrium Salvers, Winsen) hat jetzt die Pläne für die Ansiedlung eines Nahversorgungszentrums mitten in Jesteburg im Rathaus abgegeben. Auf einer Fläche am Sandbarg (direkt hinter der Bahnstrecke, Am Osterberg) will Salvers unter anderem einen Edeka- und einen Aldi-Markt ansiedeln. „Ich habe die Zusage von Edeka-Betreiber Herbert Meyer, dass er zur Verfügung steht“, sagt der Architekt. Die beiden Männer kennen sich gut von bereits erfolgreich umgesetzten Plänen. Erst im Mai vorigen Jahres ging das neue Fachmarktzentrum in Nenndorf an den Start - mit Meyer als Edeka-Betreiber und Salvers als Architekt. Herbert Meyer gehört außer in Nenndorf noch der Edeka-Markt in Hittfeld.
„Ein ähnliches Konzept wie in Nenndorf stelle ich mir für Jesteburg vor“, sagt der Winsener Architekt. Allerdings will er in Jesteburg in puncto Architektur einen deutlich hochwertigeren Akzent setzen. „Jesteburg ist besonders. Das muss sich auch in den Gebäuden widerspiegeln.“ Salvers nennt das Projekt „Sandbarg-Center“. Insgesamt geht es um eine Verkaufsfläche in Höhe von 5.500 Quadratmetern (Edeka 2.400 Quadratmeter, Aldi 1.200 Quadratmeter). Zudem seien bis zu sieben weitere Shops (von Drogerieartikel bis Bekleidung) und 240 Parkplätze geplant. Die insgesamt 41.000 Quadratmeter große Fläche, die derzeit landwirtschaftlich genutzt wird, gehört dem Verein „Landschaft Jesteburg“. Der Eigentümer habe laut Salvers seine Bereitschaft erklärt, die Fläche zu verkaufen. „Bebaut werden aber nur 21.000 Quadratmeter mit einer Gebäudefläche von 7.800 Quadratmetern“, so der Architekt, der mit einer Investitionssumme von bis zu acht Millionen Euro rechnet. Das Bodendenkmal sowie die Heidefläche will Salvers nicht überplanen.
„Die Verkehrssituation an der Einmündung Sandbarg/Hauptstraße ist zwar schwierig, aber nicht unlösbar“, so Salvers. Er könne sich vorstellen, einen Teil der Kosten für eine neue Verkehrslösung (Abbiegespur oder Kreisel) zu übernehmen.
Die Politik reagierte überrascht auf die neue Situation. „Die Pläne sind indiskutabel“, so Bauausschuss-Vorsitzende Britta Witte (CDU). „Wir würden Famila vor den Kopf stoßen, wenn wir uns jetzt mit diesen Plänen beschäftigen“, sagte Karl-Heinz Gläser (Grüne). Die Pläne werden im April erstmals öffentlich im Bauausschuss diskutiert.
Für Jesteburg könnte das „Sandbarg-Center“ der Ausweg aus einer Sackgasse sein. Zwar hofft die Politik noch immer auf die Ansiedlung eines Famila-Marktes auf dem ehemaligen Festhallen-Areal. Doch Experten gehen nicht davon aus, dass das Oberverwaltungsgericht pro Famila entscheiden wird. „Selbst wenn es dann mit überarbeiteten Plänen in die zweite Runde geht, ist Jesteburg auf die Zustimmung von Hanstedt angewiesen“, so ein Experte. Das spricht definitiv nicht für eine zeitnahe Lösung. Zumal Jesteburg erst in dieser Woche die Gespräche mit Hanstedt für beendet erklärt hat (ein Bericht folgt am Mittwoch).
Für das Festhallen-Areal gebe es eine Alternative zu Famila (beide Märkte im Ort sind eher unwahrscheinlich). Auf der Fläche könnte Wohnbebauung stattfinden. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite („Schaftrift“) ist bereits ein attraktives Wohngebiet entstanden. Dort hat der Gemeinderat gerade erst grünes Licht für zwei Stadthäuser und zwölf Reihenhäuser (Brettbeekskoppeln) gegeben - insgesamt 35 Sozialwohnungen. Die Festhallen-Fläche wäre mit ihrer Nähe zur Oberschule, dem Freibad und den VfL-Sportplätzen für junge Familien ideal.

• Das WOCHENBLATT möchte wissen, wie die Jesteburger über die neue Option denken. Lieber Edeka mitten im Ort oder weiter auf Famila am Ortsausgang hoffen? Schreiben Sie uns Ihre Meinung per E-Mail an mum@kreiszeitung.net. Bitte Namen und Adresse nicht vergessen.

Autor:

Sascha Mummenhoff aus Jesteburg

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