"Lasst das Dorf ein Dorf sein!"

WOCHENBLATT-Leser Heinz Dieckhoff kritisiert Zentrums-Pläne.

mum. Jesteburg. „Soll das etwa Jesteburgs Zukunft sein?“ fragt Heinz Dieckhoff. Der Jesteburger ist empört über den Masterplan für die Jesteburger Ortsmitte, der jetzt im Zuge einer Einwohnerversammlung vorgestellt worden ist. Geht es nach den Plänen der Entwickler, dann entstehen zwischen Bahnbrücke und Kreuzung Lüllauer Straße/Hauptstraße zahlreiche neue Gebäude mit einer Gesamtfläche von 11.000 Quadratmetern (das WOCHENBLATT berichtete). Das Konzept sieht vor, dass im Erdgeschoss kleine Geschäfte, Dienstleister oder sogar Handwerker Platz finden. In den oberen Geschossen (in der Regel zweigeschossig mit Staffeldach) sind Wohnungen vorgesehen. Diese Pläne gehen Dieckhoff zu weit. Auszüge aus seinem Brief im Wortlaut:
„Leider sind auch kleinere Gemeinden vor visionären Bauplanern nicht geschützt.
Ungeachtet der aktuellen Wohn- und Verkehrssituation wird wild geplant, als ginge es um die Elphilharmonie oder den Berliner Flughafen. Es wird so schon reichlich neu gebaut: die Schule wird erweitert und sehr viel freier Wohnraum wird zu Fremdarbeiter-Unterkünften umgewandelt. Folglich nimmt der Straßenverkehr immer mehr zu - aber ein Bahnhof ist nicht in Planung. Es soll mehr Gewerberaum für den Einzelhandel geschaffen werden - dabei gibt es in Jesteburg schon Aldi, Rewe, Penny und bald Famila. Ist den Planern völlig entgangen, dass der Onlinehandel immer stärker wird? Fragt doch mal den Otto-Normal-Bürger, warum er in Jesteburg wohnt. Sicherlich nicht, weil es sich zur Stadt entwickelt. Lasst doch das Dorf auch weiterhin Dorf sein.“
• Das Konzept zur Ortsgestaltung ist auf der Homepage der Gemeinde Jesteburg (www.jesteburg.de) veröffentlicht worden. Es folgen weitere öffentliche Vorstellungen im Ausschuss für Wirtschaft, Tourismus und Kultur (22. Mai) und im Bau-, Planungs- und Wegeausschuss (29. Mai). Zudem ist eine Gemeindeklausur im Juni vorgesehen.

Autor:

Sascha Mummenhoff aus Jesteburg

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