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"Kunstnetz"-Vorsitzende 
Stefanie Busch setzt ein 
Zeichen. Ihr Verein verzichtet auf Zuschüsse
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    Stefanie Busch setzt ein
    Zeichen. Ihr Verein verzichtet auf Zuschüsse
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  • hochgeladen von Sascha Mummenhoff

Jesteburger Vereine bitten trotz schwieriger Haushaltslage um Zuschüsse.

mum. Jesteburg. Eigentlich steht Jesteburg das Wasser bis zum Hals - zumindest aus finanzieller Sicht. Kredite in Millionenhöhe (unter anderem für die Schützenhalle und den Feuerwehr-Neubau), die Steuerrückzahlung in Höhe von fast 4,5 Millionen Euro an eine Wertpapierhandelsgesellschaft (das WOCHENBLATT berichtete) und die geplante Sanierung der Schulen für den Ganztag belasten den Haushalt schwer. Nicht wenige Jesteburger gehen davon aus, dass eine Steuererhöhung unumgänglich ist. Doch vollkommen losgelöst von all diesen Problemen, liest sich die Tagesordnung des Ausschusses für Wirtschaft, Tourismus und Kultur am kommenden Dienstag, 30. Oktober, so, als ob manche Antragsteller nicht verstanden haben, in welche Situation ihr Dorf geraten ist. Vielleicht wollen sie es auch nicht.
Ein paar Beispiele:
• Das Jesteburger "Podium" wünscht sich insgesamt 7.500 Euro. 6.500 Euro sind für die Veranstaltungen im kommende Jahr bestimmt; 1.000 Euro fehlen für ein Konzert, das noch im Dezember stattfinden soll.
• Gleich drei Anträge schickt der Verein "Naturbühne Jesteburg" ins Rennen - insgesamt geht es um 9.000 Euro: 3.500 Euro für die "Allgäuer Blaskapelle", 2.000 Euro für "Jesteburg goes Country" und 3.500 Euro für die "Abba Music Show".
• Die Evangelische Jugend bittet um einen Zuschuss in Höhe von 2.000 Euro für das Benefizkonzert "Rock für Tschernobyl".
• Und Loretta Wollenberg bewirbt sich um die Ausrichtung des Dorffestes im kommenden Jahr. Da sie von Kosten in Höhe von mehr als 10.000 Euro ausgeht, bittet sie um einen Zuschuss in Höhe von 7.500 Euro.
• Gemeinsam haben einige Anträge, dass es sich um rückzahlbare Zuschüsse handelt. Das bedeutet, sollten die Vereine bei ihren Veranstaltungen genug Geld in die Kasse bekommen, zahlen sie die Mittel zurück an die Gemeinde. Zuletzt hatte etwa der Verein "Naturbühne" 5.000 Euro zurückgezahlt (für das "Truck Stop"-Konzert). Bereits 2017 (Stefan Gwildis) und 2016 ("Truck Stop") gelang es dem Verein den Zuschuss - jeweils in Höhe von 5.000 Euro - zurück auf das Gemeindekonto zu überweisen.
• Auch das ist bemerkenswert: Der Kunstverein Jesteburg (Kunsthaus) hat laut Verwaltungsvorlage angekündigt, 2019 keinen Zuschussantrag stellen zu wollen. In den Vorjahren flossen bis zu 25.000 Euro in den Verein. Auch der Verein "Kunstnetz Jesteburg" verzichtet auf Gemeindemittel. "Wir haben uns dafür entschieden, ein Sparzeichen für den Ort zu setzen und beantragen für 2019 bewusst keinen Zuschuss aus der Gemeindekasse", sagt Vorsitzende Stefanie Busch. "Wir werden uns für das kommende Jahr noch mehr um Sponsoren bemühen."
• Die Sitzung beginnt um 19 Uhr im Sitzungsraum der Seniorenbegegnungsstätte (Sandbarg 32).

Kunst-Kommission für den Kunstpfad
Auch beim Kunstpfad gibt es etwas Neues! Nachdem die Arbeiten nach dem Rücktritt von Kuratorin Isa Maschewski gestoppt wurden, hat die CDU nun den Antrag gestellt, eine Kunst-Kommission einzusetzen.
"Der Natur- und Kunstpfad ist von besonderer Bedeutung für unseren Ort. Davon sind wir überzeugt", heißt es in dem Antrag. Wichtiges Ziel sei es, die Kunststätte Bossard besser an den Ort zu binden, Kunst und Natur zu vernetzen und erlebbar zu machen. Dazu sollte der Natur- und Kunstpfad realisiert werden und von der Ortsmitte zur Kunststätte führen. "Jesteburg setzt mit dem Kunstpfad auf ein einzigartiges kulturelles Angebot. Eine zukunftsorientierte und zeitgemäße Auseinandersetzung mit dem Thema Kunst wird qualitätsvoll und effizient im Rahmen der gegebenen Finanzierungsmöglichkeiten und damit nachhaltig gewährleistet", so die CDU. Die vielfältige Jesteburger Kulturgeschichte mit den bereits vorhandenen und neu hinzukommenden Werken soll fortgeschrieben werden. Die Vernetzung mit den Nachbargemeinden soll ausgebaut werden. Geplant sei, am Wegesrand des Pfades zeitgenössische Kunst und Skulpturen sowie Naturprojekte zu installieren, beziehungsweise zu pflanzen. "Damit wird Kunst auf eine neue und faszinierende Weise mit der Natur in Einklang gebracht." Um diesem Anspruch gerecht zu werden, soll die Kunst-Kommission Qualitätsgarant für die Kunst und Natur im öffentlichen Raum der Gemeinde Jesteburg sein. Der Kommission sollen Künstler, Kunst-Sachverständige und Mitarbeiter der Verwaltung angehören.

Autor:

Sascha Mummenhoff aus Jesteburg

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