Polit-Posse in Jesteburg
Tourist-Info wird am Mittwoch geschlossen

Die Jesteburger Tourist-Info in der "Lisa-Kate" wird nächste Woche geschlossen
  • Die Jesteburger Tourist-Info in der "Lisa-Kate" wird nächste Woche geschlossen
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Nachdem der Rat das Aus beschlossen hatte, will die SPD neu abstimmen.

mum. Jesteburg.
Für die einen wurde es allerhöchste Zeit, die anderen sind schlichtweg enttäuscht und sehen den Tourismus in Jesteburg gefährdet: Die Tourismus-Information (TI) in Jesteburg - untergebracht in der sogenannten "Lisa-Kate" - schließt am kommenden Mittwoch, 25. September. Das teilte Gemeindedirektor Henning Oertzen mit. Die TI erwirtschaftete in den drei Jahren ihres Bestehens ein Defizit von fast 220.000 Euro - auch deswegen weinen Kritiker der Einrichtung keine Träne nach.
Zuletzt war die TI mit zwei Mitarbeitern (1,5 Stellen) besetzt. Nachdem eine Angestellte kündigte und die andere Mitarbeiterin aus privaten Gründen für eine unbestimmte Zeit ihrem Beruf nicht nachgehen kann, beschloss der Gemeinderat im Juni, die Stellen nicht nachzubesetzen. Damit war das Aus eigentlich schon besiegelt.
Doch Jesteburg wäre nicht Jesteburg, wenn es nicht rund um die Schließung zu einer kuriosen Situation gekommen wäre. Die Mehrheit für die TI-Schließung kam im Sommer zustande, weil ein Ratsherr den Raum verlassen hatte, um auf Toilette zu gehen. So besiegelte ein menschliches Bedürfnis das Aus. Doch die SPD wollte die "Abstimmungspanne" nicht auf sich beruhen lassen und brachte das Thema wieder auf die Tagesordnung des Ausschusses für Wirtschaft, Tourismus und Kultur. Durch die Hintertür sei die TI geschlossen worden, kritisierte Angelika Schiro (SPD) den Beschluss. "Wir stellen uns die Frage, ob die Entscheidung richtig durchdacht ist." Jesteburg als Marke sei mit der Schließung der TI nicht mehr sichtbar. Die Vermarktung des Kunstpfads sowie des Märchenwanderweges und aller anderen touristischen Anlaufpunkte sei gefährdet. "Aus diesem Grunde beantragt die SPD, die TI vollumfänglich fortzuführen", so Schiro. Kritik kam von UWG Jes!-Chef Hansjörg Siede: "Ich kann mich nur über die Halbwertszeit von gefassten Beschlüssen wundern. Der Rat hat die TI-Schließung und die Übertragung des Themas Tourismus auf die Samtgemeinde beschlossen." Es mache aus seiner Sicht keinen Sinn, dass die Gemeinde Jesteburg parallel eine TI vorhalte. Bernd Jost (CDU) ist zwar gegen die TI-Schließung. "Aber man muss auch sehen, dass der Schwerpunkt Vermarktung nicht ausreichend wahrgenommen wurde. Eine überregionale Vermarktung von Jesteburg und seiner Veranstaltungen hat nicht stattgefunden."
Am Ende setzten sich Hans-Jürgen Börner, Angelika Schiro (beide SPD) und Karl-Heinz Glaeser (Grüne) gegen Hansjörg Siede (UWG Jes!) durch. Bernd Jost (CDU) enthielt sich.
Dennoch wird die TI nun geschlossen! "Selbst wenn der Gemeinderat seine Entscheidung im Zuge der nächsten Sitzung Anfang Oktober zurücknimmt, glaube ich nicht, dass wir vor Januar Personal finden", so Gemeindedirektor Hennig Oertzen. Aus diesem Grund müsse er die TI nächste Woche dichtmachen. Ob sich SPD und Grüne mit dieser Wendung zufriedengeben werden?

Flyer - aber keine Betreuung
"Informationsmaterial über Jesteburg wird auch zukünftig im überdachten Bereich des kleinen Fachwerkhäuschens ausgelegt", sagt Henning Oertzen. Telefonische Anfragen (Tourismus) und E-Mails sollen zunächst im Rathaus entgegen genommen werden. Auch werden weiterhin Informationen zu Urlaub in und um Jesteburg auf der Homepage www.jesteburg-touristik.de zu finden sein. "Allerdings können diverse Serviceleistungen, wie etwa die Vermittlung von Unterkünften, die Planung von Gruppenprogrammen und deren Betreuung oder diverse Kartenvorverkäufe nicht mehr erbracht werden", so der Gemeindedirektor. Die "Empore" in Buchholz bemühe sich derzeit, einen neuen Vertriebspartner zu finden, um weiterhin eine Vorverkaufsstelle in Jesteburg anbieten zu können.
• Die Telefonnummer der TI (04183 - 5363) bleibt vorerst bestehen. Die Anrufe werden ins Rathaus umgeleitet.

Autor:

Sascha Mummenhoff aus Jesteburg

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