Warum der Schul-Tourismus? Jetzt haben die Eltern das Wort!

Die Oberschule Hanstedt hat einen hervorragenden Ruf, 
dennoch lassen die Anmeldezahlen im Gegensatz 
zu Jesteburg zu wünschen übrig
  • Die Oberschule Hanstedt hat einen hervorragenden Ruf,
    dennoch lassen die Anmeldezahlen im Gegensatz
    zu Jesteburg zu wünschen übrig
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Die Kosten für die Schulbeförderung steigen jedes Jahr. Offensichtlicher „Schul-Tourismus“ ist zwischen Jesteburg und Hanstedt zu beobachten. Während die Jesteburger ihre eigene Schule meiden und nach Buchholz gehen, zieht es die Hanstedter in das Nachbardorf. Das WOCHENBLATT fragt die Eltern, warum die Schule vor Ort nicht in Frage kommt.

mum. Jesteburg/Hanstedt. Das Thema Schule bewegt die WOCHENBLATT-Leser - ganz besonders dann, wenn es um die Oberschulen in Jesteburg und Hanstedt geht. Wie berichtet, platzt die Jesteburger Schule aus allen Nähten. Obwohl beim Bau nur mit 18 Klassen (Klasse 5 bis 10 jeweils dreizügig) gerechnet worden ist, zählt die Schule nach den Sommerferien 24 Klassen. Um diesen Ansturm gerecht zu werden, müssen Gruppen- und Fachräume zu Klassenräume umgerüstet werden. Spätestens zum Schuljahr 2017/18 ist laut Landkreis-Sprecher Johannes Freudewald damit zu rechnen, dass für die neuen Schüler Container aufgestellt werden müssen. Auf der anderen Seite hat die Oberschule Hanstedt gerade einmal knapp die Zweizügigkeit bei der neuen fünften Klasse erreicht.
Diese Entwicklung ist vor allem dann paradox, wenn man sich anschaut, wo die Schüler zu Hause sind. Die Jesteburger selbst haben ganz offensichtlich kein großes Interesse an der Schule direkt vor der eigenen Haustür. Nur 44 Prozent der Jungen und Mädchen des neuen 5. Jahrgangs stammen aus Jesteburg. Die meisten Teenager zieht es nach Buchholz an die Gymnasien und die Integrierte Gesamtschule.
In Hanstedt zeichnet sich ein ebenso skurriles Bild ab: Obwohl die Jungen und Mädchen der Grundschule quasi vier Jahre lang direkt neben der Oberschule auf der Schulbank sitzen, bleiben nur acht Schüler in Hanstedt. Nach Jesteburg zieht es zwölf Kinder, nach Buchholz (Gymnasium und IGS) sind es 22 Schüler. Auf Nachfrage bestätigt Susanne Graßhoff, dass die Schülerzahlen steigen, je älter die Jahrgänge werden. „Wir haben dann Jungen und Mädchen hier, die zum Teil von den Gymnasien, den Gesamtschulen oder anderen Oberschulen abgehen. Das müssen nicht nur schulische Gründe sein.“
Die beiden Oberschulen besitzen einen hervorragenden Ruf. Zum Teil bieten die beiden Einrichtungen identische Projekte an, kooperieren mit den gleichen Partner. Wenn überhaupt gibt es eigentlich nur einen Unterschied: Zwar ist es nicht möglich, in Jesteburg das Abitur zu machen; der „gymnasiale Zweig“ bereitet die Schüler jedoch zumindest auf die allgemeine Hochschulreife vor. Dafür ist aber nach der zehnten Klasse der Wechsel an ein „echtes“ Gymnasium notwendig. Ist das der Grund, warum Eltern aus Hanstedt, Buchholz und Seevetal ihre Kinder nach Jesteburg schicken? Oder ist Jesteburg die „Reste-Rampe“ für diejenigen, die keinen Platz an der Gesamtschule bekommen haben und zu schlecht fürs Gymnasium sind?

• Das WOCHENBLATT möchte von den Eltern wissen, welche Gründe bei der Schulwahl eine Rolle gespielt haben? Warum bürden Sie ihren Kindern längere Busfahrten auf? Wurden Ihre Erwartungen bestätigt oder enttäuscht? Bitte schreiben Sie uns eine E-Mail an mum@kreiszeitung.net. Bitte nennen Sie uns ihren Namen und auf welche Klassenstufe Ihr Kind geht. Ihre Daten werden vertraulich behandelt und nicht veröffentlicht. Danke für Ihre Mühe.

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Autor:

Sascha Mummenhoff aus Jesteburg

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