Wer bekommt den Zuschlag? - Zwei Investoren-Gruppen wollen ein Ärztezentrum in Jesteburg bauen

Die Fotomontage zeigt einen Blick auf das Ärztezentrum, wie es sich Investor Steffen Lücking vorstellt
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  • Die Fotomontage zeigt einen Blick auf das Ärztezentrum, wie es sich Investor Steffen Lücking vorstellt
  • Foto: Tipke
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Famila gegen Edeka war gestern - heute heißt es Lücking gegen Brauer/Bernatzki. Bekommt Jesteburg ein weiteres Bau-Duell mit Bürgerentscheid? Statt um das Festhallen-Grundstück geht es nun um den noch verbliebenen Teil des ehemaligen Clement-Areals im Herzen des Dorfes. Zwei Investoren-Gruppen wollen die Fläche haben, um dort ein Ärztezentrum zu bauen. Dabei galt es schon als sicher, dass Architekt Axel Brauer und Ole Bernatzki (Inhaber des Ambulanten Hauspflege Dienstes - AHD) den Zuschlag bekommen. Im WOCHENBLATT-Gespräch erklärt „Herausforderer“ Steffen Lücking sein Konzept.

mum. Jesteburg. Jetzt ist die Katze aus dem Sack: Wie berichtet, hat Steffen Lücking am Mittwoch die Pläne für ein Gesundheitszentrum auf dem ehemaligen Clement-Areal während der nicht-öffentlichen Sitzung des Verwaltungsausschusses vorgestellt. Und offensichtlich - so heißt es zumindest von verschiedenen Teilnehmern der Sitzung - kam das Konzept des 37-jährigen Investors sehr gut an. Besser als das von Architekt Axel Brauer und Ole Bernatzki (Inhaber des Ambulanten Hauspflege Dienstes - AHD)? Auch sie wollen auf der Fläche ein Ärztezentrum bauen (das WOCHENBLATT berichtete).
Lücking setzt bei seinem Konzept auf Bewährtes - nämlich den Buchholzer Architekten Johannes Tipke, mit dem Lücking seit vielen Jahren zusammenarbeitet. Tipke gilt als „erfahrener Hase“, der vom Einfamilienhaus bis zum Einkaufszentrum schon alles gebaut hat. Gemeinsam haben die beiden Männer bereits mehrere Projekte im Landkreis Harburg umgesetzt - unter anderem in Buchholz, Hanstedt und Jesteburg. „Dabei handelt es sich in der Regel um barrierefreie Mehrfamilienhäuser“, so Lücking.
• So stellt sich Lücking „sein“ Ärztezentrum vor: Im Erdgeschoss sollen Arztpraxen, eine Apotheke, Räumlichkeiten für einen Pflegedienst und kleine Geschäfte entstehen. Die Nutzung des Obergeschosses sei variabel. „Möglich sind auch hier Arztpraxen“, so Lücking. Auch Büros sind denkbar. „Zurzeit plane ich mit acht barrierefreien Wohnungen.“ Im Staffelgeschoss können nochmals sechs Wohnungen entstehen. „Ich bin insgesamt aber nicht auf ein Ärztezentrum festgelegt“, sagt Lücking. „Ich kann mir ebenso eine andere Nutzung vorstellen wie etwa Räume für Ergotherapeuten, Krankengymnasten oder ein Fitness-Studio.“
Während sich die beiden Konzepte in puncto Nutzung ähneln, unterscheiden sich die architektonischen Ausführungen komplett. Brauer zeichnete einen kompakten Baukörper, der durch Staffelgeschosse aufgelockert ist. Ein Lichthof soll Helligkeit in das Gebäude bringen. „Lückings Konzept macht auf den ersten Blick mehr her“, sollen die Politiker den Entwurf gelobt haben. Zwei Gebäudeteile (in U-Form) sind mit einem Durchgang verbunden, der das Licht herein lässt. Besonders gelungen findet Lücking die Verbindung zwischen Kunsthaus und neuem Gesundheitszentrum. „Zwischen dem Kunsthaus, der geplanten Gastronomie im ehemaligen Clement-Haus sowie meinem Gebäude wird eine Fußgängerachse geschaffen“, so Lücking. „Sie führt in den Haupteingangsbereich des geplanten Gebäudes.“ Denkbar sei, dass die Fläche für Veranstaltungen wie Weihnachtsmärkte, Maibaum- oder Sommerfeste genutzt werden kann.
Wie berichtet, hat Lücking der Gemeinde ein Kaufangebot in Höhe von 600.000 Euro unterbreitet. Brauer und Bernatzki bieten 620.000 Euro. Beide Seiten sind bereit, ihre Angebote zu erhöhen.
• Wie geht es jetzt weiter? Die konkreten Pläne werden in den kommenden Tagen den Jesteburger Gemeinderatsmitglieder zugeschickt. Während der nächsten Ratssitzung am Mittwoch, 14. Januar, bekommen beide Investoren die Möglichkeit, ihre Pläne zu präsentieren. Bis zu diesem Zeitpunkt sollen auch Finanzierungskonzepte nachgereicht werden. Theoretisch könnte der Rat schon während der Sitzung „grünes Licht“ für eines der Konzepte geben. Allerdings ist damit wohl eher nicht zu rechnen. Nach der Famila-Pleite ist man in Jesteburg offensichtlich vorsichtiger mit wegweisenden Entscheidungen geworden. „Am Ende läuft es vermutlich noch auf eine Bürgerbefragung hinaus“, fürchtet ein Ratsherr.

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