Wird die Reindorfer Straße nun endlich ausgebaut?

Die Reindorfer Straße auf Jesteburger Seite: Zwischen der Straße und dem Rand klafft eine große Lücke. Für Autofahrer besteht akute Gefahr
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Nimmt sich die Gemeinde Jesteburg Buchholz zum Vorbild? Nachdem das WOCHENBLATT seit Jahren einen vernünftigen Ausbau der Reindorfer Straße zwischen Buchholz und dem Jesteburger Ortsteil Reindorfer Osterberg gefordert hat, greifen nun ausgerechnet die Grünen das Thema auf. Sie regen den Ausbau mit Rasengittersteinen an.

mum. Jesteburg. Besser spät als nie! Seit Jahren fordert das WOCHENBLATT einen vernünftigen Ausbau der Reindorfer Straße zwischen Buchholz und dem Jesteburger Ortsteil Reindorfer Osterberg. „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es hier zu einem schweren Unfall kommt“, befürchten Leser, die täglich dort entlang fahren und immer wieder Beinaheunfälle beobachten. Besonders brenzlig werde es dann, wenn den Fahrern Schulbusse oder Lkw entgegenkommen. „Dann muss man zwangsläufig auf den Seitenstreifen ausweichen“, so die Beobachtung der Leser. Kurios ist dabei, dass die Stadt Buchholz und die Gemeinde Jesteburg die Bedeutung der Straße offensichtlich unterschiedlich bewerten. Buchholz hat die Straßenränder auf dem Stadtgebiet mit Rasengittersteinen befestigt. Jesteburg ließ die Ränder unbefestigt. Im Sand haben sich zum Teil tiefe Löcher gebildet. Der Abstand zwischen Asphaltdecke und Grünstreifen beträgt an manchen Stellen bis zu 15 Zentimeter. Dabei muss Sicherheit nicht einmal teuer sein. Für den Ausbau der 600 Meter langen Strecke zahlte die Stadt Buchholz 2016 25.000 Euro. Zum Vergleich: Das entspricht der Förderung, die Jesteburg in diesem Jahr für die Kunststätte Bossard ausgibt. Ist der Gemeinde Jesteburg Kunst wichtiger als die Sicherheit ihrer Verkehrsteilnehmer?
Überraschenderweise haben sich nun ausgerechnet die Jesteburger Grünen die WOCHENBLATT-Kritik zu Herzen genommen und fordern jetzt einen Ausbau der Straße. „Wir beantragen die Befestigung der Straßenränder mit Rasengittersteinen, wie sie schon im unteren Teil der Straße Richtung Reindorf von der Stadt Buchholz durchgeführt wurde“, so Karl-Heinz Glaeser, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Samtgemeinderat. Die Verwaltung werde gebeten, in Buchholz anzufragen, wie lang der befestigte Buchholzer Straßenabschnitt ist, wer die Maßnahme durchgeführt hat, was sie gekostet hat und wie zufrieden die Buchholzer Verwaltung mit der Befestigung ist. Diskutiert wird der Antrag am Donnerstag, 23. November, im Ausschuss für Bau, Planung und Umwelt der Samtgemeinde. Er beginnt um 19 Uhr im Sitzungsraum der Seniorenbegegnungsstätte (Sandbarg 32).
Gläser hofft: „Je nach Kostenermittlung kann die beantragte Maßnahme gegebenenfalls in einem ersten Schritt aus dem laufenden Etat 2017 auf dem besonders beschädigten Abschnitt der Straße von Itzenbüttel bis zur Kurve durchgeführt werden.“ Die Grünen seien nach der Diskussion um den schlechten Zustand der Seitenränder anlässlich des Ausbaus der Kurve davon ausgegangen, dass die Seitenränder vom Bauhof ausgebessert werden können. Die Realität zeigt jedoch, dass ausgebesserte Stellen schnell wieder ausgefahren, beziehungsweise ausgewaschen werden, so dass tiefe Kuhlen entstehen.  „Unserer Meinung nach kann der Bauhof ein so langes Straßenstück nicht ‚nebenbei' befestigen, so dass die Maßnahme in Auftrag gegeben werden sollte. Die von uns beantragte Fahrbahnrandbefestigung wird die Verkehrssicherheit verbessern“, ist Glaeser überzeugt.
Mal sehen, ob es dieses Jahr zumindest mit dem Winterdienst entlang der Reindorfer Straße besser klappt, als in den vergangenen Jahren. Leser haben beobachtet, „dass die Buchholzer Hälfte längst geräumt ist, während auf Jesteburger Seite die Fußgänger durch hohen Schnee laufen müssen“. Generell sei der Fußweg auf Buchholzer Seite in einem besseren Zustand.

Sind Bodengitter aus Kunststoff die Lösung?

Auch im Landkreis Stade steht man vor der Herausforderung, kaputte Seitenstreifen reparieren zu müssen. WOCHENBLATT-Redakteur Jörg Dammann bringt eine ganz neue Variante ins Spiel: Bodengitter aus Kunststoff.
Diese quadratischen Gitterplatten, die etwas mehr als einen halben Meter breit und lang sind, bestehen aus einem hochflexiblen Material und werden beim Verlegen einfach zusammengesteckt. „Wer meint, Kunststoff gehe schnell zu Bruch, liegt bei diesen Platten völlig falsch“, sagt Kim Schäfer, Marketingleiter der Firma Securatek aus Hessen, die schon seit Jahren solche Bodengitter für den Straßenbau herstellt. Er verweist auf die hohe Festigkeit der Gitter. „Die Traglast liegt bei bis zu 500 Tonnen pro Quadratmeter.“ Laut Schäfer können die robusten Gitter die Stabilität des Seitenstreifens stark verbessern. Ein zusätzlicher positiver Effekt sei, dass die Grasnarbe durch die Gitter geschützt werde.
Im Landkreis Stade werden solche Kunststoffgitter noch nicht verwendet. An einigen Straßen kommen bislang wie in Jesteburg lediglich Betonrasengitter zum Einsatz.
Deren Nachteil: Der Beton entzieht den Graswurzeln die notwendige Feuchtigkeit. Vertrocknet das Gras, klappt es nicht mit der erwünschten Begrünung.

Autor:

Sascha Mummenhoff aus Jesteburg

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