Zwischen Kunst und Gewerbegebiet: Fachausschuss tagt in Jesteburg

Die Straßenkunst - eine Etappe des Kunstpfads - ist kaum noch zu erkennen.  Nach Angaben der Gemeinde haben die beiden bemalten Straßen Jesteburg 15.000 Euro gekostet
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Kunstpfad-Konzept wird im WTK-Ausschuss vorgestellt / Dorffest fällt 2020 aus.
 
mum. Jesteburg. Die nächste Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Kultur und Tourismus (WTK) der Gemeinde Jesteburg am Dienstag, 30. Juni, verspricht abwechslungsreich zu werden. Zuhörer erleben die Diskussion über gleich zwei Projekte, die zuletzt für eine Kontroverse im Dorf gesorgt haben.

• Wie berichtet, lebte der Traum vom Kunstpfad voriges Jahr wieder auf. Dr. Gudula Mayr (noch bis Ende des Jahres Leiterin der Kunststätte Bossard) und Heidi Seekamp haben dazu eigens eine Kunst-Kommission ins Leben gerufen. Diese bat den Diplom-Kulturwissenschaftler Thomas Kaestle (Hannover), ein Konzept zu erarbeiten. Kaestle möchte mit einem "zweiphasigen Projekt die Neukonzeption und Fertigstellung auf eine breitere gesellschaftliche Basis stellen und dabei Akzeptanz, Interesse und Identifikation fördern". In einer ersten - etwa einjährigen - Phase soll eine für alle Bürger kostenfrei zugängliche "Akademie für Kunst in öffentlichen Räumen" einen gemeinsam Rechercheprozess mit Künstlern ermöglichen. Dieses Konzept liegt nun vor und wird von Kaestle im Zuge der Sitzung vorgestellt. Nur für das Konzept hat Jesteburg laut Vorlage bereits 3.000 Euro lockergemacht. Voriges Jahr rechnete Kaestle für den Kunstpfad mit Kosten in Höhe von 233.000 Euro. "Der Betrag muss möglichst hoch sein, damit auch entsprechende Fremdmittel eingeworben werden können", sagte der mögliche Kurator in einer Sitzung.

Die Erweiterung (zehn Hektar) des Gewerbegebiets "Am Allerbeek" ist umstritten. Unter anderem wird sie vom Kirchenvorstand der St.-Martins-Kirche abgelehnt, weil damit der Friedhof quasi von Gewerbehallen umschlossen wird. Unabhängig von der Kritik soll der Ausschuss die Eckpunkte für den Entwurf einer Planungsvereinbarung (Bauplanungsvertrag) mit der WLH beraten. Konkret geht es unter anderem um folgende Fragen: Welche Art von Gewerbe passt zu Jesteburg? Welche Art von Gewerbe passt zu der Lage des Gewerbegebietes? Welche Effektivität hat das Gewerbe auf die Steuereinnahmen? Welche Auswirkungen hat das Gewerbe auf das bestehende Gewerbe? Um die Notwendigkeit des Handelns deutlich zu machen, habe WLH-Geschäftsführer Jens Wrede der Gemeinde erklärt, dass sich bereits fünf Jesteburger Unternehmen in Gewerbegebieten anderer Gemeinden des Landkreises angesiedelt hätten.

• Eigentlich wollten Seza Maack, Volker Otte und Steffen Burmeister am 5. September ein großes Dorffest feiern. Doch daraus wird nichts. "Wir haben eine Umfrage bei den Menschen gemacht, die für die Vereine und anderen Institutionen sich mit für ein Dorffest engagieren wollten", so Burmeister. "Und da ist die übergroße Mehrheit für einen Verzicht auf ein klassisches Dorffest dieses Jahr." Es gebe eine spürbare Zurückhaltung bei vielen potenziellen Mitwirkenden. Die Menschen seien sich noch sehr unsicher, ob sie an "Massenveranstaltungen" teilnehmen wollen. "Ob sie ihre Kinder in Karussells setzen, die nicht dauernd desinfiziert werden, ob Gedränge am Bierausschank akzeptabel ist und ob ein Flohmarkt überhaupt Besucher anzieht." Aus diesem Grund habe sich das Trio entschieden, die Veranstaltung abzusagen. Stattdessen bittet Burmeister die Gemeinde, ihm und seinen Mitstreitern die Organisation im kommenden Jahr zu erlauben. Damit verbunden ist ein Zuschuss in Höhe von 5.000 Euro. Laut der Veranstalter wäre auch ein Termin im Frühjahr möglich.

• Die Sitzung beginn um 19 Uhr im "Heimathaus" (Niedersachsenplatz).

Autor:

Sascha Mummenhoff aus Jesteburg

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