Moment mal: Jugendtrainer - das ist nur etwas für Rentner!

Mehr als 100 Kilometer am Freitagnachmittag durch den Landkreis: Jugendtrainer im Fußball - das ist nur etwas für Rentner oder Arbeitslose!

Ich habe den Eindruck, der Fußball-Verband im Landkreis Harburg wünscht sich vor allem Rentner sowie Arbeitslose als Jugendtrainer. Zudem gehen die Funktionäre davon aus, dass alle Eltern schon ab 15 Uhr Zeit haben. Bitte nicht falsch verstehen: Ich möchte auf gar keinen Fall ältere Mitbürger oder Arbeitssuchende diskriminieren. Viel mehr hoffe ich, dass diejenigen, die für die Spielpläne verantwortlich zeichnen, dies mit etwas mehr Augenmaß tun.
Dieser Tage verschickte der Verband den Spielplan für die Frühjahrsrunde der U16-Junioren - diesmal mit einer besonderen Überraschung für den TV Welle. Die Mannschaft muss an einem Freitag bei der JSG Gellersen/Reppenstedt antreten. Von Welle nach Reppenstedt sind es 54 Kilometer. Laut Google-Maps benötigt man für die Strecke 46 Minuten. Über Entfernung und Fahrzeit kann man bereits diskutieren. Schlimmer ist: Der Anpfiff wurde für 17 Uhr festgelegt. In der Regel sind Junioren-Teams mindestens eine Stunde vor Spielbeginn auf der Anlage. Dazu kommt die lange Fahrzeit. Heißt: Aufbruch in Welle muss gegen 15 Uhr sein. Ich frage mich, wie viele Eltern wohl um 15 Uhr schon Feierabend haben, um ihre Kinder durch den kompletten Landkreis zu chauffieren. Müssen sich Trainer, die ohnehin schon viel Zeit in ihr Ehrenamt investieren jetzt auch bald Urlaub nehmen, um ihre Teams zu coachen?
Selbstverständlich können solche missglückten Ansetzungen geändert werden. Allerdings mit viel Aufwand. Wer jetzt meint, das sei doch bestimmt nur eine Ausnahme, der sollte sich mit den vielen Trainern und Betreuern unterhalten, die die Verbands-Willkür häufiger trifft.
Sascha Mummenhoff

Autor:

Sascha Mummenhoff aus Jesteburg

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