Gasunie plant Gasverdichtungsanlage für NEL-Pipeline auf neun Hektar

Das Foto zeigt eine vergleichbare Verdichtungsanlage. Im Gegensatz zu dieser können bei Brackel bis zu sechs Verdichterhallen entstehen
  • Das Foto zeigt eine vergleichbare Verdichtungsanlage. Im Gegensatz zu dieser können bei Brackel bis zu sechs Verdichterhallen entstehen
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187,5 Millionen Euro! So viel ist das Unternehmen Gasunie Deutschland bereit, für eine Gasverdichtungsanlage nahe der Autobahn 7 - unweit der Abfahrt Thieshope - bei Brackel zu investieren. Wie das WOCHENBLATT bereits exklusiv berichtet hatte, reagiert das Unternehmen auf Veränderungen auf dem Erdgasmarkt. Demnach reichen die Transportkapazitäten der Nordeuropäischen Erdgasleitung (NEL) auf Sicht nicht aus. „Der Bau einer Verdichtungsanlage ist eine bessere Alternative, als neue Pipelines durch das Land zu verlegen“, sagt Projektleiter Markus Neuhaus. Die Bürger werden am Montag informiert.

mum. Brackel. Am Montag erfahren die Bürger Brackels aus erster Hand, was das WOCHENBLATT exklusiv bereits am Mittwoch berichtet hatte: Die Gasunie Deutschland Transport Service GmbH möchte auf einer neun Hektar großen Fläche nahe der Autobahn 7 - unweit der Abfahrt Thieshope - eine Gasverdichtungsanlage bauen. Dort wird das Gas, das in der nahegelegenden Nordeuropäische Erdgasleitung (NEL) fließt, komprimiert und beschleunigt. Im Gespräch ist eine Investition in Höhe von 187,5 Millionen Euro. Es wäre die erste Anlage dieser Art im Landkreis Harburg. Deutschlandweit betreibt das Unternehmen zehn Stationen.
„Aktuell stehen wir noch am Anfang unserer Planungen“, sagt Gasunie-Sprecher Dr. Philipp von Bergmann-Korn. Den aktuellen Stand wolle das Unternehmen am Montag, 20. Juni, während einer Info-Veranstaltung im Festsaal „Im Haßel“ vorstellen. Sie beginnt um 18 Uhr. Einen Tag später folgt auf Einladung des federführenden Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie eine so genannte Antragskonferenz. Hierbei handelt es sich um eine nicht öffentliche, frühzeitige Beteiligung aller betroffenen Behörden und Verbänden.
„Im Januar 2017 planen wir, in das offizielle Genehmigungsverfahren zu gehen. Mit einer frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit möchten wir den Menschen vor Ort die Gelegenheit geben, sich vorab mit diesem Projekt, das der öffentlichen Energieversorgung dient, sowie dem Thema vertraut zu machen“, so von Bergmann-Korn.
Als Fernleitungsnetzbetreiber reagiere Gasunie mit dem Ausbau der Netze auf die massiven Veränderungen vorhandener Erdgasquellen in den nächsten anderthalb Jahrzehnten. „Dabei ist und bleibt die NEL eine der Hauptschlagadern des deutschen und europäischen Erdgastransports“, so von Bergmann-Korn. Mit dem Bau einer neuen Verdichterstation passe man sich jetzt an den zukünftigen Bedarf an.
Hintergrund der Investition ist, dass die Erdgasproduktion in Deutschland und den Niederlanden deutlich sinken werde. „Die derzeitige Kapazität der NEL reicht allerdings für den Weitertransport der zusätzlichen Mengen Richtung Westen nicht aus“, so Projektleiter Markus Neuhaus. Die Verdichtung sei erforderlich, um den durch Reibung verringerten Druck in der Pipeline für den Transport wieder zu erhöhen. „Wir können dadurch größere Erdgasmengen transportieren, ohne neue Pipelines bauen zu müssen.“
Neuhaus erklärt, dass der Standort sorgsam ausgewählt wurde. „Wenn die Anlage in Betrieb genommen ist, arbeiten dort höchstens fünf bis sechs Mitarbeiter.“ Zudem unterliege die Anlage den gesetzlichen Vorschriften in puncto Lärm- und Naturschutz.

Stichwort Gasunie

Die Gasunie Deutschland Transport Services GmbH (www.gasunie.de) mit Sitz in Hannover (249 Mitarbeiter) ist verantwortlich für das Management, den Betrieb und den Ausbau eines rund 3.600 Kilometer langen Fernleitungsnetzes in Norddeutschland. Aufgrund seiner geographischen Lage übernimmt das insgesamt mehr als 15.000 Kilometer lange Leitungsnetz der Gasunie in den Niederlanden und in Deutschland die Funktion einer Gasdrehscheibe für Nord-Westeuropa. Als wichtiger Bestandteil des norddeutschen Erdgasnetzes leisten die Transporteinrichtungen der Gasunie einen wesentlichen Beitrag zur sicheren Erdgasversorgung in Deutschland und Europa. Gemeinsam mit den Fernleitungsnetzbetreibern NEL Gastransport und Fluxys Deutschland ist Gasunie Anteilseigner an der 441 Kilometer langen Nordeuropäischen Erdgasleitung (NEL).

Lesen Sie auch:
187,5 Millionen Euro: Mega-Deal für Brackel

Autor:

Sascha Mummenhoff aus Jesteburg

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