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Echte Raritäten entdeckt

Anneliese Caesar aus Winsen übergab Filmrollen jetzt aus dem Nachlass ihres Mannes an Jürgen A. Schulz. Darunter befanden sich auch Aufnahmen von ungewöhnlichen Ereignissen in der deutschen Geschichte - die Dokumentation über die Beerdigung von Hindenburg im Jahr 1934 Fotos: Schulz
 
Am Schneidetisch staunte Günter Menke über die gute Qualität der Filme

Filmemacher Jürgen A. Schulz und das WOCHENBLATT suchen nach alten, selbst gedrehten Filmen.

mum. Winsen/Asendorf. Der Appell von Jürgen A. Schulz und dem WOCHENBLATT an die Schmalfilmer im Kreis Harburg in den filmischen Schätzen der Vergangenheit nach ungewöhnlichen Aufnahmen zu suchen, fand große Resonanz. Jüngstes Beispiel: Anneliese Caesar aus Winsen entdeckte im Nachlass ihres Mannes ungewöhnlich seltene Aufnahmen aus den 1930er Jahren, darunter auch Filmdokumente, die heute bundesweit gesucht werden und als Dokumente der Zeitgeschichte gelten. Die Originale sind im Zweiten Weltkrieg im Bombenhagel verbrannt. So etwa Aufnahmen von Max Schmelings Vorbereitungskampf 1934 in Hamburg oder von der Winter-Olympiade 1936. Außerdem fand Anneliese Caesar bewegte Bilder von einem Autorennen in Nürnberg sowie von dem ersten Flug ins Ausland.
Weit mehr als 100 Rollen Schmalfilm wurden bislang bei Jürgen A. Schulz in Asendorf abgegeben, der das Scheunenkino (siehe Kasten) ins Leben gerufen hat. Als geradezu sensationell bewerten Experten, die das Material gesichtet haben, den Schwarz-Weiß-Film über den "Mythos von Tannenberg" - 120 Meter geballte NS-Propaganga, produziert anlässlich der Trauerfeier von Reichspräsident Hindenburg 1934. "Diese Dokumentation über den letzten Auftritt Hindenburgs, der von Kritikern als Adolf Hitlers Stiefelhalter bezeichnet wird, ist ein zeitgeschichtliches Dokument", so Schulz. Sie passe zwar nicht in die Thematik der Aktion Scheunenkino, sei aber für Forschung und Wissenschaft wertvoll.
Im Mittelpunkt des Scheunenkinos stehen unverändert Privatfilme. Schützenfeste, Umzüge, Feiern, bauliche Veränderungen und vieles mehr haben die "Schmalfilmer" aus der Region nach Kriegsende bis heute auf Film gebannt. "Bei der Sichtung des bisher eingereichten Material hat sich gezeigt, dass die Vielfalt der Themen zusammen gefügt ein neues Bild über die Entwicklung des Landkreises und seiner Bürger zeichnet", so Schulz.

Einsendeschluss ist am 31. Dezember
Gemeinsam mit dem WOCHENBLATT schickt der Filmemacher Jürgen A. Schulz die Landkreis Harburger in den Keller oder auf den Dachboden. Dort sollen sie nach alten, selbst gedrehten Filmen suchen. "Bevor die Leute begannen, alles mit ihren Handys zu filmen, wurden Familienfeste oder die ersten Schritte der Kinder auf Super-8 festgehalten", so Schulz. Diesen Streifen möchte der Asendorfer zu neuem Glanz verhelfen. Vor allem Filme ab 1950, die auch für Fremde von Interesse sind, sucht Schulz. Die interessantesten Beiträge werden im Zuge eine Scheunenkino-Abends präsentiert. Und natürlich gibt es etwas zu gewinnen.
Die Beiträge sollten möglichst eine Länge von 20 Minuten nicht überschreiten, beziehungsweise nicht länger als 120 Meter lang sein. Jedem Medium muss zudem ein "Meldebogen" beigefügt sein. Im Internet ist extra dafür ein Vordruck abrufbar (www.dokupro.shop). Die Beiträge können in der WOCHENBLATT-Geschäftsstelle in Buchholz (Bendestorfer Straße 3-5) gern persönlich abgegeben werden. Ebenso können die Filme direkt an Schulz geschickt werden. Die Postanschrift lautet: Doku-pro, Hinnerkstraße 7, 21271 Asendorf.