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"Das ist der Todesstoß für viele Veranstaltungen"

Britta Witte (CDU): "Der Wochenmarkt wird seit fast zehn Jahren erfolgreich vom GeWerbekreis ehrenamtlich betreut. Die Einnahmen werden in ehrenamtliche Projekte, die dem Ort zugute kommen, investiert."
 
Philipp-Alexander Wagner (FDP): "Wir sollten lieber darüber nachdenken, wie man dem GeWerbekreis wieder auf die Füße hilft, statt ihm wie die SPD und UWG nun auch noch Knüppel zwischen die Beine zu werfen."

FDP und CDU kämpfen für den Erhalt des Jesteburger Wochenmarktes.

mum. Jesteburg. Mit den Stimmen von Hans-Jürgen Börner und Angelika Schiro (beide SPD) sowie Hansjörg Siede (UWG Jes!) empfahl der Ausschuss für Wirtschaft, Tourismus und Kultur am Mittwochabend, dem GeWerbekreis das Marktrecht für den Wochenmarkt zu entziehen (das WOCHENBLATT berichtete). Bernd Jost (CDU) und Karl-Heinz Glaeser (Grüne) stimmten gegen den Antrag von Börner. Zahlreiche Jesteburger sind entsetzt und fürchten um die Zukunft des Marktes. Es ist kaum davon auszugehen, dass die Gemeinde einen Rathaus-Mitarbeiter abstellt, der sich um die bislang ehrenamtliche Organisation rund um den Wochenmarkt kümmert.
Die FDP in Jesteburg spricht sich nun vehement gegen die Entziehung des Marktrechtes aus und fordert den Rat auf, dem nicht zu folgen. "Wir sollten lieber darüber nachdenken, wie man dem GeWerbekreis wieder auf die Füße hilft, statt ihm nun auch noch Knüppel zwischen die Beine zu werfen", sagt FDP-Ratsherr Philipp-Alexander Wagner. "Dass die Gemeinde zukünftig den Wochenmarkt betreiben soll, halten wir für verkehrt."
Wie berichtet, hatte Kaufleute-Chef Henning Erdtmann nach dem Votum von SPD und UWG das Maibaum-Fest abgesagt. FDP-Samtgemeinderat Frank Gerdes: "SPD und UWG müssen mit dem Klammerbeutel gepudert sein. Schließlich wird gerade ihre politische Initiative im schlimmsten Fall dem Verein und damit einem wichtigen Teil des Dorflebens den Todesstoß versetzen." Erdtmann hatte vor, den GeWerbekreis für alle Bürger, denen Jesteburg am Herzen liegt, zu öffnen und mit einer angepassten Satzung fit für die Zukunft zu machen. Der "neue" Verein sollte die beliebten GeWerbekreis-Veranstaltungen fortsetzen. Erdtmann stoppte jetzt alle Planungen. "Wenn uns der Markt und damit auch die Einnahmen genommen werden, dann macht es aus meiner Sicht keinen Sinn mehr, über die Neuausrichtung zu diskutieren", so der Kaufleute-Chef.
Börners ursprünglicher Antrag sah vor, dass der Wochenmarkt zukünftig von der Jesteburger Tourist-Info betrieben werden soll. Dem widerspricht die FDP. "Die Tourist-Info ist nicht dafür da, einen Wochenmarkt zu organisieren", so Wagner. "Das können die doch gar nicht. Und vor dem Hintergrund der schwierigen Haushaltslage ist die Zukunft der Tourist-Info ohnehin offen. Ich wüsste auch nicht, wie die Gemeindeverwaltung fachlich und personell in der Lage sein sollte den Wochenmarkt zu betreiben.“
Sollte der GeWerbekreis zukünftig wider Erwarten nicht in der Lage sein, den Markt zu betreiben, spricht sich die FDP dafür aus, andere ehrenamtliche Vereine mit dem Betrieb des Wochenmarktes zu beauftragen. "Es geht doch nicht nur um den Wochenmarkt, sondern auch um die Finanzierung und Organisation des Weihnachtsmarktes oder der Weihnachtsbeleuchtung", so Gerdes. "Haben wir keinen GeWerbekreis mehr, gibt es erst einmal niemanden, der sich darum kümmert. Aber das scheint SPD und UWG egal zu sein."
Unterstützung bekommt Erdtmann auch von Britta Witte. Die CDU-Fraktionsvorsitzende hatte bereits vor der Abstimmung deutlich gemacht, dass sie von dem Antrag nichts hält. "Der Wochenmarkt wird seit fast zehn Jahren erfolgreich vom GeWerbekreis ehrenamtlich betreut. Die daraus resultierenden Einnahmen werden wiederum in ehrenamtliche Projekte, die dem Ort zugute kommen, investiert." Die CDU sei der Auffassung, dass das Betreiben eines Marktes nicht zu den Aufgaben einer Touristik-Information gehört. "Möglichen Einnahmen von etwa 5.000 Euro im Jahr stehen wahrscheinlich auch noch erhöhte Kosten innerhalb der TI gegenüber sowie weitere Kosten für die bisher vom GeWerbekreis geleisteten Veranstaltungen", so Witte. "Wir werden diesem Antrag nicht zustimmen, da wir keine Notwendigkeit sehen und nicht vorhaben, das ehrenamtliche Engagement des GeWerbekreises - wie immer er sich künftig auch aufstellen wird - zu untergraben."
Bei dem Abstimmungsergebnis handelt es sich nur um eine Empfehlung. Diese wird nun als nächstes im nicht-öffentlichen Verwaltungsausschuss diskutiert. Die endgültige Entscheidung trifft schließlich der Gemeinderat. Folgt dieser der Empfehlung, muss die Verwaltung eine Satzung für den Wochenmarkt aufstellen und jemanden finden, der die Betreuung übernimmt.
• Wie denken die Jesteburger über das Thema? Sollte der Gemeinderat dem Antrag von Hans-Jürgen-Börner folgen? Schreiben Sie uns bitte eine E-Mail an sascha.mummenhoff@kreiszeitung.net. 

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