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Eltern wollen bis zu 140.000 Euro sammeln

Die Mitglieder des Fördervereins "Jesteburger Spielplätze" haben ein interessantes Konzept für einen Spielplatz vorgelegt, der allerdings auch seinen Preis hat: bis zu 250.000 Euro.
 
Ausschuss-Vorsitzende Birgit Heilmann hat Bedenken in puncto der Finanzierung des Spielplatzes

Förderverein stellt Konzept zur Neugestaltung des Spielplatzes am Seeveufer vor.

mum. Jesteburg. Die Eltern des neu gegründeten Fördervereins "Jesteburger Spielplätze" haben jetzt im Jugendausschuss der Gemeinde Jesteburg ihre Pläne zur Neugestaltung des Spielplatzes am Seeveufer vorgestellt (das WOCHENBLATT berichtete). Die Arbeitsgruppe möchte mit der Modernisierung des kompletten Areals für die Bürger einen Ort schaffen, wo sich Menschen unterschiedlichster Altersgruppen begegnen. Deshalb berücksichtigt das Konzept außer Spielflächen auch unterschiedliche Rastplätze und Ruhezonen, die zu einem regen Austausch einladen oder auch einfach nur die Möglichkeit bieten, abzuschalten und die Natur zu genießen. Die Ruhezonen sollen etwa 35.000 Euro kosten. Zusätzlich ist für Krippen-, Kindergarten- und Grundschulkinder eine Kombination aus Spielgeräten (etwa 77.000 Euro) und Freiräume für kreatives Spielen vorgesehen. "Der Jugendbereich soll zum einen sportliche Angebote bieten - vor allem aber auch ein Platz sein, wo sie sich treffen können", sagt Fördervereins-Vorsitzenden Annika Sommer. Die Arbeitsgruppe schlug vor, für Jugendliche eine Multifunktionssportanlage, einen Outdoor-Fitness-Parcours und eine Slacklining-Anlage umzusetzen (Kosten: etwa 55.000 Euro).
Unter dem Strich rechnet der Verein mit Kosten in Höhe von gut 250.000 Euro. "Uns ist die angespannte Finanzlage der Gemeinde bewusst, deshalb ist es uns besonders wichtig, die Modernisierung des Spielplatzes als ein Gemeinschaftsprojekt von Gemeinde, Politik und Bürgern umzusetzen", so die Vorsitzende. Aus diesem Grund möchte der Förderverein etwa 140.000 Euro selbst beisteuern. "Wir sind überzeugt, dass wir durch Spenden, Fördermittel und Eigenleistungen diese Gelder generieren können."

"Diese kreative Fleißarbeit verdient unsere Anerkennung", sagt Ausschuss-Vorsitzende Birgit Heilmann (Grüne). Das Konzept gehe über eine bloße Modernisierung des vorhandenen Spielplatzes weit hinaus. "Ein attraktiver Spielplatz, der verschiedene Altersgruppen anzieht und zudem inklusiv angelegt ist, ist nicht nur von Wert für die Jesteburger Kinder und Jugendlichen, sondern kann ein touristischer Anziehungspunkt werden", so Heilmann. "Insofern begrüßen wir die Ziele des Vereins, halten aber den zeitlichen Rahmen, schon im nächsten Jahr 147.000 Euro über Spenden einzuwerben, für zu ambitioniert." Dass auch die Gemeinde Jesteburg 94.000 Euro in den nächsten Haushalt einstellen soll, sei angesichts der knappen Finanzen nur schwer vermittelbar. "Wir hatten bereits in der letzten Sitzung gebeten, die Modernisierung in Teilschritten zu planen, so dass sowohl für den Verein, als auch die Gemeinde die finanzielle Belastung leichter zu tragen wäre", erläutert Heilmann. In diesem Punkt habe sich der Verein leider nicht kompromissbereit gezeigt. "Unser Antrag, in diesem Jahr mit 20.000 Euro zu beginnen, wurde im Ausschuss abgelehnt", so Heilmann.
Stattdessen setzte sich die SPD mit ihrem Antrag durch. Danach soll die Verwaltung prüfen, welcher Spielplatz in der Gemeinde eventuell aufgelöst werden kann. Das soll verkauft werden, um Geld zur Finanzierung der Modernisierung des Seeveufer-Spielplatzes zu erhalten. "Wir haben zwar zugestimmt, sind allerdings skeptisch, ob andere Spielflächen wirklich aufgegeben werden sollten", so Heilmann.

"Die insgesamt sehr positive Resonanz auf unser Konzept nehmen wir als Ansporn, auch für die Finanzierungsbedenken bis zur nächsten Sitzung eine Lösung zu finden", so Sommer. Sie macht allerdings auch deutlich, dass der Verein von einer anderen finanziellen Voraussetzung ausgegangen ist. "Wir sind der Meinung, dass die 60.000 Euro, die die Gemeinde eigentlich in eine Skateanlage investieren wollte, weiterhin für die Jugendlichen zur Verfügung stehen", so die Vorsitzende. "Danach würde es eigentlich nur noch um einen Zuschuss in Höhe von 34.000 Euro gehen."

Philipp-Alexander Wagner (FDP) begrüßt die Initiative der Eltern. "Ich hoffe, dass das überzeugende Konzept im Rat eine möglichst breite Unterstützung erhält." Und auch die UWG Jes! ist angetan: "Uns hat das Konzept überzeugt. Die Arbeitsgruppe hat alle Fragen beantwortet, die die Politik aufgeworfen hatte", so Joachim Paulun. Auch bei der von SPD und CDU ins Feld geführte angespannte Haushaltslage, gebe es ein Lösung. "Für uns hat das Projekt Vorrang vor weiteren Investitionen im Kunstbereich. Es stärkt die Dorfgemeinschaft und bietet Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen einen zeitgemäßen Ort. Vielleicht sollten einige Ratsmitglieder ihre Schwerpunkte einmal überdenken?" so Paulun. Für Kunstprojekte - etwa einen Skulpturenplatz vor dem Kunsthaus und neue Fenster für das Kunsthaus - würden mehr als 300.000 Euro in den Haushalt eingestellt werden.