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Kein Geld für Sicherheit?

Die Reindorfer Straße auf Jesteburger Seite: Zwischen der Straße und dem Rand klafft eine große Lücke. Für Autofahrer besteht akute Gefahr
 
Frank Gerdes (FDP)

FDP fordert den Ausbau der Verbindungsstraße zwischen Itzenbüttel und Reindorfer Osterberg.

mum. Jesteburg. "Plötzlich ist für das wichtigste kein Geld mehr da - für unsere Sicherheit", empört sich Frank Gerdes (FDP). Das Motto laute offensichtlich "Sicherheit im Straßenverkehr? Dafür haben wir kein Geld", so Gerdes. Anlass für seine Kritik ist die jüngste Sitzung des Bau-, Planungs- und Umweltausschusses der Samtgemeinde Jesteburg. Wichtigster Punkt auf der Tagesordnung aus Sicht der FDP war die nachhaltige Befestigung der Seitenränder an der Ortsverbindungsstraße zwischen Itzenbüttel und Reindorfer Osterberg mit Rasengittersteinen. Geschätzte Kosten der Pflasterarbeiten: 180.000 Euro.
"Peanuts im Vergleich zu anderen Projekten der Samtgemeinde", so Gerdes. "Doch die Parteien im Ausschuss lehnten den wichtigen Ausbau ab. Begründung: Zu teuer! Vielmehr möchten die Herrschaften, dass die Geschwindigkeit auf dieser Strecke von 70 auf 50 Stundenkilometer gesenkt wird." Da werde die FDP aber nicht mitspielen.
"Die wichtigste Aufgabe der Kommune muss es sein, sich um die Sicherheit ihrer Bürger zu kümmern. Das gilt auch für den Straßenverkehr. Jeder Autofahrer weiß, wie schwierig gerade diese Strecke ist und wie schnell man von dieser Straße abkommt", so Gerdes, der für die Liberalen im Samtgemeinderat sitzt. Für ihn sei klar, dass das Problem durch eine Tempobegrenzung nicht behoben werden kann. "Die Straße bleibt trotzdem zu eng."
Die Stadt Buchholz hatte die Gefahr bereits vor Jahren erkannt und ein Teilstück zwischen Reindorf und Reindorfer Osterberg 2016 entsprechend saniert. Die Seitenränder wurden auf einer Länge von etwa 600 Metern mit Rasengittersteinen befestigt. Laut Verwaltung habe die Maßnahme etwa 28.000 Euro gekostet. Offensichtlich scheint auch die Jesteburger Verwaltung von der Lösung überzeugt zu sein. Zumindest empfahlen sie den Ausschussmitgliedern eine ähnliche Variante. Die Maßnahme sollte danach in Bauabschnitten durchgeführt werden, beginnend mit der Sicherung der Seitenränder von Reindorf in Richtung Itzenbüttel. Gemäß einer Verkehrsauswertung sei das Verkehrsaufkommen mit 26.405 Fahrzeugen um 1.540 Fahrzeuge höher als in entgegengesetzter Richtung (24.865 Fahrzeuge).
Für die Maßnahme spreche laut Jesteburger Verwaltung zudem, dass Buchholz mit dem Ergebnis sehr zufrieden sei, "da es nun keinen Unterhaltungsaufwand in Bezug auf das Anfüllen mit Schottermaterial gibt und die Verkehrssicherheit deutlich erhöht wurde".
"Ich frage mich, ob erst wieder etwas passieren muss, damit entsprechend gehandelt wird", so Gerdes. "Für allerlei Prestigeprojekte wird in unseren Gemeinden leichtfertig Geld verplant, aber für einen wichtigen Straßenausbau soll plötzlich nichts mehr da sein?"
Was Gerdes besonders ärgert: Nicht einmal einen schrittweisen Ausbau hätten die Ausschussmitglieder zustimmen wollen, obwohl die Verwaltung eindringlich dazu geraten hatte. Zudem weist Gerdes darauf hin, dass der Kreis einer Geschwindigkeitsbegrenzung wohl nicht zustimmen werde. "Ich kann nur hoffen, dass das Votum des Ausschusses nicht vom Rat bestätigt wird", ergänzt FDP-Ratsherr Philipp-Alexander Wagner. "Das Leben unserer Mitbürger sollte uns so eine Investition wert sein." Die FDP fordere den Ausbau der Ortsverbindungsstraße zwischen Itzenbüttel und Reindorfer Osterberg mit Rasengittersteinen. "Dazu gibt es keine Alternative", sind sich Wagner und Gerdes einig. "Insbesondere den politischen Befürwortern der Hotel-Pläne von "Hof+Gut" in Itzenbüttel sollte die Ertüchtigung der Straße doch wichtig sein", so Wagner. Wie berichtet, soll dort ein neues Hotel mit bis zu 72 Zimmer entstehen.

Bodengitter aus Kunststoff
Auch im Landkreis Stade steht man vor der Herausforderung, kaputte Seitenstreifen reparieren zu müssen. WOCHENBLATT-Redakteur Jörg Dammann bringt eine ganz neue Variante ins Spiel: Bodengitter aus Kunststoff.
Diese quadratischen Gitterplatten, die etwas mehr als einen halben Meter breit und lang sind, bestehen aus einem hochflexiblen Material und werden beim Verlegen einfach zusammengesteckt. "Wer meint, Kunststoff gehe schnell zu Bruch, liegt bei diesen Platten völlig falsch", sagt Kim Schäfer, Marketingleiter der Firma Securatek aus Hessen, die schon seit Jahren solche Bodengitter für den Straßenbau herstellt. Er verweist auf die hohe Festigkeit der Gitter. "Die Traglast liegt bei bis zu 500 Tonnen pro Quadratmeter." Laut Schäfer können die robusten Gitter die Stabilität des Seitenstreifens stark verbessern. Ein zusätzlicher positiver Effekt sei, dass die Grasnarbe durch die Gitter geschützt werde. 


WOCHENBLATT ist seit Jahren am Ball

Seit Jahren fordert das WOCHENBLATT einen vernünftigen Ausbau der Reindorfer Straße zwischen Reindorf und Itzenbüttel. "Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es hier zu einem schweren Unfall kommt", befürchten Leser, die täglich dort entlang fahren und immer wieder Beinaheunfälle beobachten. Besonders brenzlig werde es dann, wenn den Fahrern Schulbusse oder Lkw entgegenkommen. "Dann muss man zwangsläufig auf den Seitenstreifen ausweichen", so die Beobachtung der Leser. Kurios ist dabei, dass die Stadt Buchholz und die Gemeinde Jesteburg die Bedeutung der Straße offensichtlich unterschiedlich bewerten. Buchholz hat die Straßenränder auf dem Stadtgebiet mit Rasengittersteinen befestigt. Jesteburg ließ die Ränder unbefestigt. Im Sand haben sich zum Teil tiefe Löcher gebildet. Der Abstand zwischen Asphaltdecke und Grünstreifen beträgt an manchen Stellen bis zu 15 Zentimeter.
Überraschenderweise hatten sich zuletzt ausgerechnet die Jesteburger Grünen die WOCHENBLATT-Kritik zu Herzen genommen und forderten einen Ausbau der Straße nach Buchholzer Vorbild.