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Naturschutz contra Gemeindeentwicklung?

Jesteburger Interessen besser berücksichtigen.

mum. Jesteburg. Mit der Umsetzung eines großen Naturschutzgebietes entlang der Seeve steht Jesteburg vor der Frage, ob die Möglichkeiten zur Weiterentwicklung der Gemeinde durch das europäische Schutzprogramm "Natura 2000" deutlich eingeschränkt werden. Auch private Grundeigentümer müssen mit erheblichen Beschränkungen leben (das WOCHENBLATT berichtete). Bisher agrar- und forstwirtschaftlich genutzte Flächen verlieren für die Landwirte an Wert und Nutzen, weil der primäre Schutz des Waldes und eine extensive Grünlandnutzung ihre Existenzgrundlage nachhaltig bedrohen.
Im Jesteburger Umweltausschuss bestand jetzt Einigkeit darüber, dass die Gemeinde die Grundstückseigentümer unterstützt. Deshalb sollen alle Grundeigentümer ihre Einwände gegenüber der Naturschutzbehörde vortragen und die Jesteburger Verwaltung in "cc" setzen. So kann die Gemeinde die Einwände zusätzlich in ihre Stellungnahme aufnehmen. "Es ist wichtig und das richtige Signal, dass die Gemeinde ankündigt, ihre Bürger bei der Geltendmachung ihrer Rechte tatkräftig zu unterstützen. Auch die Empfehlung an den Gemeinderat, die Abgeordneten des Landkreises zu einem Dialog über die vorgetragenen Einwände einzuladen, ist ein guter Schritt, um Verständnis auf beiden Seiten zu erzielen", kommentiert der Ausschussvorsitzende Hansjörg Siede (UWG Jes!")die Beschlussempfehlung.
Die Wählergemeinschaft war die einzige Fraktion, die während der Sitzung konkrete Einwände vortrug. "Uns geht es vor allem darum, dass die Jesteburger Interessen ausreichend berücksichtigt werden." Die UWG Jes! befürchtet erhebliche Einschränkungen für das kulturelle Leben in der Seevegemeinde Jesteburg: Naturbühne, Reitverein, VfL Jesteburg, Freibad und Schützenverein, alle diese Vereine könnten von Einschränkungen durch das geplante Naturschutzgebiet betroffen sein. "Wir wollen sicherstellen, dass das reichhaltige Angebot rund um das Naturschutzgebiet in der bestehenden Form fortgeführt werden kann. Die Weiterentwicklung von Naherholungsangeboten etwa von Rad- und Wanderwegen, Fitnessangeboten oder dem Jesteburger Natur- und Erlebnispfad muss rechtlich abgesichert werden." Siede ist verwundert, dass weder SPD, CDU noch die Grünen eigene Einwände im Fachausschuss vortrugen. "Ein bisschen drängt sich uns der Verdacht auf, dass die etablierten Parteien die Jesteburger Interessen ein wenig aus dem Blick verloren haben. Glücklicherweise fanden unsere Einwände Anklang bei allen Ausschussmitgliedern, so dass sie dem Gemeinderat einstimmig empfohlen wurden."