Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

"Wir fühlen uns überrumpelt"

Gemeinderat Jesteburg: Erweiterung "Hof und Gut" auf nächste Sitzung verschoben / Info-Abend

as. Jesteburg. In welchem Rahmen soll die Weiterentwicklung der Itzenbütteler Hofstelle "Hof und Gut" ermöglicht werden? Diese Frage wurde am Mittwoch im Jesteburger Gemeinderat diskutiert. Das Ergebnis: Die Ratsfrauen und -herren haben die Entscheidung für den Einstieg ins B-Plan-Verfahren einstimmig (bei zwei Enthaltungen) auf die Gemeinderatssitzung im Dezember verschoben. Auch der Bauausschuss soll sich in seiner Sitzung am 14. November erneut mit der Itzenbütteler Ortsmitte befassen. In der Zwischenzeit soll eine Bürgerveranstaltung die Anwohner Itzenbüttels und Bauherren Axel Brauer ins Gespräch bringen.
Hintergrund: Anfang September hatte Axel Brauer neue Pläne zur Erweiterung der Hofstelle "Hof und Gut" im Jesteburger Bauausschuss vorgestellt. Unter anderem sollen der Hofladen auf 400 Quadratmeter vergrößert und ein Hotel mit 82 Zimmern geschaffen werden. Mit nur einer Stimme Mehrheit empfahl das Fachgremium damals, das B-Plan-Verfahren aufzunehmen (das WOCHENBLATT berichtete).
Was mit ihrem Ort geschieht, ist den Itzenbüttelern nicht egal, viele von ihnen waren zur Gemeinderatssitzung erschienen, um für den Erhalt des Dorfcharakters zu kämpfen. Anwohner Harm Stemmer übergab Jesteburgs Bürgermeister Udo Heitmann zu Beginn der Sitzung eine Liste mit 155 Unterschriften sowie einen Fragenkatalog. Die Unterzeichner forderten, die Abstimmung über die Erweiterung von "Hof und Gut" zu verschieben. Stemmer betonte: "Wir wollen das Projekt nicht per se verhindern, sondern Hof und Gut eine Erweiterung ermöglichen." Aber der Zeitraum für die Entscheidungsfindung sei zu knapp angesichts dieses Mammut-Projektes. Die Kritik der Bürger: "Man kann ein Projekt dieser Größenordnung nicht einfach einem Dorf überstülpen". Sie fühlen sich "überrumpelt" und nicht rechtzeitig über das Vorhaben informiert. Die Bürger wünschen sich eine Informationsveranstaltung, auf der ihre noch offenen Fragen und Anliegen zu dem Projekt beantwortet werden. "Zwei Jahre haben wir über den Masterplan diskutiert - und jetzt ist alles hinfällig und innerhalb von vier Wochen wird ein neuer Entwurf von Hof und Gut durchgeboxt", ärgerte sich ein Itzenbütteler.
Henning Buß (CDU) und Birgit Heilmann (Die Grünen) regten an, die Abstimmung über die Änderung des B-Plans zu verschieben, um sich und den Bürgern Itzenbüttels Gelegenheit zum Austausch mit Axel Brauer zu geben. "Wir haben dem Masterplan auf der Grundlage des damaligen Entwurfs von Hof und Gut zugestimmt. Eine Erweiterung dieser Dimension war damals nicht vorgesehen", so Heilmann. Cornelia Ziegerts (SPD) Vorschlag, statt für jede Hofstelle einen eigenen B-Plan zu erstellen, das gesamte Gebiet zu überplanen, fand keine Mehrheit.
Nicht nur die anwesenden Bürger übten Kritik an den Plänen Brauers. "Der Entwurf passt gefühlt nicht ins Dorf. Die Dimensionen sind schon üppig", sagte Hansjörg Siede (UWG Jes!). Karl-Heinz Glaeser (Die Grünen) sprach sich für den von den Bürgern geforderten Info-Abend aus: "Der Masterplan wurde im Dialog mit der Bevölkerung entwickelt. Wir Politiker müssen uns im Vorwege rechtfertigen, wenn wir anders entscheiden als im Masterplan vorgegeben, und nicht erst, wenn das Verfahren läuft."
Harm Stemmer ist mit dem Ergebnis der Sitzung zufrieden, übt aber auch Kritik. "Die Fraktionen wussten schon länger von den Plänen Brauers. Weshalb wurden sie nicht früher öffentlich gemacht?" Wenn von vornherein offen kommuniziert würde, gäbe es auch keine Probleme. Es sei jetzt wichtig, die Bürger aufzuklären, "um emotionalen Druck rauszunehmen", so Stemmer.


Henning Oertzen ist Gemeindedirektor

Jetzt also doch: Nachdem die Wahl Henning Oertzens zum Gemeindedirektor im Juli noch überraschend von der Tagesordnung des Gemeinderates gestrichen worden war (das WOCHENBLATT berichtete), wurde Jesteburgs Kämmerer und stv. Gemeindedirektor jetzt einstimmig zum neuen Gemeindedirektor gewählt. Zu seiner Stellvertreterin wurde Gudrun Behrens bestimmt. Mehr am Mittwoch im WOCHENBLATT.