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Von Riga bis St. Petersburg

Estland - das ist Natur, Stille und Einsamkeit. Filmproduzent Manfred Schulz reiste von Riga bis St. Petersburg (Foto: Manfred Schulz)

Manfred Schulz nimmt die NDR-Zuschauer mit auf eine atemberaubende Reise zu besonderen Orten.

mum. Schierhorn. "Land zwischen Oder und Newa" lautete der Titel einer dreiteiligen Fernsehreihe, deren ersten beiden Folgen bereits im NDR liefen und viele Tausende Zuschauer begeisterten. Was kaum einer weiß, verantwortlich für die Dokumentation, die Land und Leute zeigt, ist Filmproduzent Manfred Schulz aus Schierhorn (Samtgemeinde Hanstedt). Mit seinen ebenfalls mehrteiligen Dokumentationen "Land im Gezeitenstrom" und "Land zwischen Oderhaff und Newamündung" hat er sich längst eine große Fan-Gemeinde erschlossen.
Am Sonntag, 26. August, zeigt der NDR ab 20.15 Uhr den dritten und letzten Teil der aktuellen Reihe mit dem Titel "Von Riga bis St. Petersburg". Das Besondere: Es handelt sich um eine 90-minütige Version (statt 60 Minuten). Sprecher ist Volker Lechtenbrink.
Viele Monate war Schulz auf der Suche nach kleinen und großen Geschichten. Entstanden ist ein eindrucksvolles Porträt. "Die Beiträge sind touristisch angelegt", erklärt Manfred Schulz. "Sie machen neugierig auf die Küsten in Polen, Kaliningrad, Litauen, Lettland und Estland. Länder, die für viele auch die alte Heimat sind und lange nicht erreichbar waren."
Und darum geht es: Riga liegt an der Daugava (Düna), Lettlands großem Strom. Dort hat die Christianisierung des Baltikums begonnen, Nonnen aus Deutschland haben ein neues Kloster gebaut. Der zweite historische Fluss Livlands ist die Gauja, der Fluss der alten Holzflößer. An ihm wurde den Dainas ein Denkmal gesetzt: Das sind kleine Vierzeiler, meist gesungen, in denen die ursprünglich heidnischen Letten und Esten ihre Traditionen und Mythen von Generation zu Generation weitergeben und so ihre nationale Identität bewahren konnten. In ihrer Geschichte fast immer umkämpft und fremdbeherrscht, haben Lettland und Estland erst 1991 die Unabhängigkeit zurückbekommen.
Die Gauja schlängelt sich durch ein sagenhaftes Urstromtal bis in die Rigaer Bucht. Über sie geht die Reise weiter nach Estland: Mehr als 1.500 Inseln, die meisten schroffe Winzlinge, die kaum aus dem Wasser lugen. Die Küsten sind übersät mit Findlingen, als hätten Riesen mit Murmeln gespielt. Und dahinter - dichte Urwälder mit Elchen, Bären und Luchsen. Riesige Seen und Moore, die zu den letzten Wildnissen Europas gehören.
Auf der Insel Hiiumaa ließ sich ein Deutschordensbischof den Bau des Leuchtturms Köpu von der Hanse mit viel Wein bezahlen. Später haben die Sowjets die gesamte Inselwelt zum Sperrgebiet gemacht. Die Insel Naissaar ist erst vor Kurzem wieder "aufgetaucht", gespenstisch übersät mit verrosteten Seeminen. Über Tallinn geht es nach Sillamäe, Stalins geheime Stadt, in der er seine Atombombe bauen ließ, nicht weit entfernt von der heutigen EU-Grenze zu Russland. Und gleich dahinter: St. Petersburg, die prunkvolle Zarenstadt.