Jork: Beste Besucherquote im ganzen Landkreis

Politikerbesuch im Museum: Zwei Altländer Prunkschlitten (oben und unten) von 1815 sind Leihgaben aus Wilhelmshaven und vom Hof Harms aus Königreich
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Dieter-Theodor Bohlmann über die Entwicklung des Museums Altes Land und neue Pläne

ab. Jork. Das Museum Altes Land hat im Schnitt 22.000 Besucher pro Jahr. Das sei „die beste Besucherquote eines Museums im gesamten Stader Landkreis“, gab Museumsleiter Dieter-Theodor Bohlmann auf der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Tourismus und Kultur bekannt. „Wir wollten damals einen Ort anbieten, der die Entstehung des Alten Landes für Bürger und Gäste erlebbar macht.“ Seit der Eröffnung im Jahr 1990 habe das Museum Altes Land rund 630.000 Besucher gehabt. 150.000 Euro an Spenden seien seitdem gesammelt worden.

In seinem Rückblick auf die bald vergangenen 30 Jahre kam Bohlmann noch einmal auf die Entstehung des Museums zu sprechen. Es sei damals aus dem Nichts entstanden, was auch ein Vorteil gewesen sei: „So mussten wir nicht aussortieren und uns von etwas trennen, das es bereits gab.“ Inzwischen verfüge das Museum über eine Sammlung im vierstelligen Bereich. 

„Wir wollten das Museum begreifbar machen“, erinnert sich Bohlmann. „Die Besucher sollten die Exponate von Nahem betrachten und anfassen.“ Die Stücke seien so angeordnet und beschriftet, dass sich der Besucher ohne Führung „entlanghangeln“ könne. Er selbst habe rund 15.000 Arbeitsstunden ehrenamtlich hineingesteckt. Die Arbeit mit allen Beteiligten sei immer sehr konstruktiv und vertrauensvoll gewesen. Mit der Jorker Gemeinde-Archivarin Susanne Höft-Schorpp bilde er sogar eine Art „kulturelles Ehepaar“, so Bohlmann.

Nahezu hinter jedem Stück verbirgt sich eine Geschichte. Bei einer Führung gab der Museumsleiter den Ausschussmitgliedern und Besuchern der Sitzung Hintergründiges zum Besten, beispielsweise zu dem aus Hollern-Twielenfleth stammenden "Tante Rosas Laden", der von Berufsschülern restauriert und innerhalb des Museums in Betrieb genommen wurde .
Er freue sich über „fantastische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, so Bohlmann, der auch viel Lob Richtung Jugendbauhütte sandte. Die von den jungen Leuten im vergangenen Jahr wieder instand gesetzte Prunkpforte sei „traumhaft und wunderschön“ geworden. Die Zusammenarbeit mit der Jugendbauhütte wolle er auf jeden Fall fortsetzen.

Bedauerlich sei aber, dass keine Zusammenarbeit mit den Altländer Schulen stattgefunden hätte. Keine Schulklasse habe ihren Weg in das Museum gefunden - „das finde ich sehr schade.“ Die Argumente, es sei keine Zeit dafür gewesen oder es passe nicht in den Lehrplan wollte Bohlmann nicht akzeptieren. „Das sollte sich ändern.“ Ebenfalls schade sei, dass einige Bustouristik-Unternehmen das Alte Land nicht mehr anfahren würden. Dafür gebe es jetzt mehr Besucher aus Stade selbst.

Was sich der Museumsleiter wünschte: eine Digitalplakette für jedes Exponat, die es ermögliche, zukünftig mit dem Smartphone weitere Informationen abzurufen. Außerdem wurde von älteren Besuchern schon mehrfach ein Fahrstuhl in den ersten Stock gefordert. Das Thema Barrierefreiheit habe die Verwaltung bereits aufgegriffen.

Das Kulturprogramm werde weiterhin attraktiv und lebendig bleiben, sagte Dieter-Theodor Bohlmann. Insgesamt 607 Veranstaltungen habe es seit Gründung des Museums gegeben, darunter 212 Klassikkonzerte und 20 Lessinggespräche. Alle acht Konzerte "Klassik auf dem Lande" für 2019 seien bereits ausverkauft. Bohlmann: „Ich bin glücklich sagen zu können, dass wir das Haus der Geschichte und Kultur des Alten Landes sind.“

Politikerbesuch im Museum: Zwei Altländer Prunkschlitten (oben und unten) von 1815 sind Leihgaben aus Wilhelmshaven und vom Hof Harms aus Königreich
Ein besonders Exponat zeigte Dieter-Theodor Bohlmann den Gästen des Ausschusses: "Tante Rosas Laden", restauriert und wieder in Betrieb genommen

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