Auf dem Herzapfelhof Lühs fand der 37. Plattdeutsche Schulmeistertag statt
Jork: Plattdeutsch - Sprachgeschichte und Heimatgefühl

Auf dem Herzapfelhof Lühs fanden sich Gäste aus Nah und Fern ein, um gemeinsam den 37. Schulmeistertag zwischen Elbe und Weser zu begehen, moderiert von Hans-Hinrich Kahrs von der Niedersächsischen Landesschulbehörde (re.)
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  • Auf dem Herzapfelhof Lühs fanden sich Gäste aus Nah und Fern ein, um gemeinsam den 37. Schulmeistertag zwischen Elbe und Weser zu begehen, moderiert von Hans-Hinrich Kahrs von der Niedersächsischen Landesschulbehörde (re.)
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ab. Jork. Die Erfahrungen des Ersten stellvertretenden Landrats des Landkreises Stade, Hans-Jürgen Detje, dürften viele Menschen teilen: Anlässlich des 37. Schulmeistertages zwischen Elbe und Weser erzählte Detje von seiner Einschulung im Jahr 1958. Der damalige Schulmeister habe darauf bestanden, dass "ab sofort nur noch Hochdeutsch gesprochen wird". Mit dieser klaren Vorgabe wurde Plattdeutsch aus dem Schulunterricht verbannt. Dass es wieder vermehrt gesprochen wird, dafür sorgen schon seit Jahren engagierte Pädagogen und Erzieher. Einer von ihnen ist Lehrer Hans-Hinrich Kahrs von der Niedersächsischen Landesschulbehörde. Er moderierte auch die Veranstaltung unter dem Motto "En Bloom, de du nich geten deist, de verdröögt ok in den kralle Sünn" (frei übersetzt: Eine Blume, die du nicht gießt, vertrocknet auch unter der prallen Sonne" auf dem Herzapfelhof Lühs vor einem breiten Publikum.

Nach 22 Jahren fand der Schulmeistertag wieder einmal in Jork statt. Geladen hatten die Berater für Niederdeutsch in Zusammenarbeit mit dem Landschaftsverband Stade, gefördert von der Sparkasse Stade-Altes Land. Kultur und Sprache gehörten zusammen - "jetzt sind wir da, wo wir hinwollten", meinte Kahrs. "Die Sprache gehört zur Region und Platt zur Sprachgeschichte."

Das nahm sich auch Bürgermeister Gerd Hubert zu Herzen und stellte den Besuchern - teilweise aus anderen Landkreisen angereist - die Gemeinde auf Platt vor. In wenigen Worten schilderte er das Leben in Jork, das zu einem großen Teil vom Obstbau, aber auch vom Tourismus bestimmt werde. Kurz: Jork lebe "von der Schönheit der Landschaft".

Mit Plattdeutsch konnte Michael Senf, Vorstandsmitglied der Sparkasse Stade-Altes Land, bei seiner Vorstellung nicht aufwarten - er komme aus Hannover, sagte er entschuldigend. "Sprache ist Gegenstand von Kultur und Lebensraum, das schafft ein Heimatgefühl", so Senf. Die Sparkasse sei zwar ein Wirtschaftsunternehmen, wolle aber die Werte der Menschen vor Ort unterstützen. "Sie alle tragen dazu bei, weil Sie das Plattdeutsche mit Leben füllen." #+Dass Plattdeutsch durchaus wieder Beachtung findet, zeigten die 2.300 Teilnehmer der vergangenen Lesewettbewerbe, sagte Kahrs und wandte sich mit einer Bitte an das Publikum: "Wichtig ist, dass wir uns bei der Pflege der Sprache aufeinander verlassen können."

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