Mehr als nur Kontrolle: Deichschau an der Este

Die Teilnehmer der Herbstdeichschau freuten sich über den guten Zustand des Estedeichs
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lt. Buxtehude/Jork. "Dem Feuer und dem Wasser hat Gott den freien Willen gegeben - beiden müssen wir Umsicht und kluge Vorsorge entgegenstellen." Mit diesem Spruch eröffnete Wilhelm Ulferts, Oberdeichrichter der II. Meile Alten Landes, kürzlich die Herbstdeichschau auf dem Estedeich. Und dabei ging es nicht nur um die Kontrolle des Deiches, sondern auch um die Pflege und Aufrechterhaltung von Traditionen.
Dazu gehört unter dem Motto "Prost Deichschau" gleich am Anfang ein kleiner Schluck für die insgesamt knapp 30 Teilnehmer, die dann in Gruppen die 24,5 Kilometer lange Deichstrecke von Buxtehude bis Leeswig auf beiden Esteseiten abliefen. Mit von der Partie waren neben dem Oberdeichrichter Mitglieder des Deichverbandes sowie Vertreter des Landkreises, des Unterhaltungsverbandes, des Kreisverbindungskommandos und der Gemeinde.
Bei der Tischlerei Hauschildt in Moorende kehrte ein Teil der Gruppe traditionell zum Klönschnack ein und stärkte sich mit heißen und kalten Getränken, bevor es weiter nach Estebrügge und zum gemeinsamen Mittagessen in der Gaststätte Holst ging.
Die letzte Etappe führte dann bis zum Restaurant Hintze in Leeswig, wo die Deichschau mit einer "Durchsprache" endete. Ergebnis: "Es gab sensationell wenig zu bemängeln", so Wilhelm Ulferts und erklärt: "Bei der Deichschau zeigen wir vom Deichverband der Aufsichtsbehörde, dass wir gut gearbeitet haben und der Deich in gutem Zustand ist."
Denn: Jedes Loch und jede kahle Stelle im Deich gefährden die Deichsicherheit und können im schlimmsten Fall zum Deichbruch führen. Die Grasnarbe muss dicht sein, denn das Gras hält den vier Meter hohen Kleideich zusammen, so Ulferts. Deshalb sei es wichtig, dass keine Büsche oder Bäume zu weit in den Deich hineinragen, weil im Schatten das Gras nicht gut wächst.
Maulwürfe und Mäuse, die den Deich durchwühlen, müssen bekämpft werden. Zum Glück habe man am Estedeich nur wenig Schäden durch die Tiere entdeckt. Lediglich am Elbdeich in Höhe von Hahnöfersand bestehe Handlungsbedarf, so der Oberdeichrichter.
Außerdem müsse ein so genannter Dammbalkenverschluss an der Drehbrücke in Estebrügge auf der Moorender Seite wiederhergestellt werden, da sonst bei Hochwasser das Wasser ins Dorf laufen könnte.
Was Ulferts und seine ehrenamtlichen Mitstreiter vom Deichverband ärgert: "Viele Leute verstehen offenbar nicht, dass der Deich ein Küstenschutzbauwerk und kein öffentlicher Spazierweg ist." Der Deichverband dulde natürlich Spaziergänger, wünsche sich aber vor allem von Hundebesitzern mehr Rücksichtnahme. Denn: Zwei- bis dreimal im Jahr wird am Deich Heu gemacht, das als Winterfutter für Schafe dient. Weil das Gras aber immer wieder durch Hundekot verunreinigt sei, müssten jährlich um die zehn Ballen weggeschmissen werden.
Eine positive Nachricht zum Schluss: Wilhelm Ulferts hat bereits das Mittagessen für die nächste Deichschau im Frühjahr bestellt und findet: "Es ist eine schöne Tradition, zusammenzukommen und miteinander etwas für die Deichsicherheit zu tun."

Im Einsatz für die Deichsicherheit
Der Deichverband der II. Meile Alten Landes, der insgesamt 16.800 Mitglieder (Eigentümer) hat, ist zuständig für die Unterhaltung von insgesamt rund 50 Kilometern Deich an Elbe, Lühe und Este. Das Gebiet umfasst etwa 12.000 Hektar, die Deiche schützen etwa 50.000 Menschen. Deichschauen finden immer im Frühjahr und Herbst statt. Teilnehmen können grundsätzlich alle Verbandsmitglieder.
www.dv-zweite-meile.de 

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