Investor verzweifelt gesucht / Interessenten wollen die Aufträge nicht übernehmen
Pella Sietas: 199 Werftmitarbeitern droht die Kündigung

Die Traditionswerft in Neuenfelde steht vor dem Aus
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sla. Neuenfelde. Wie mehrfach berichtet, ist die Pella-Sietas-Werft in Neuenfelde in finanzielle Schieflage geraten. Der vorläufige Insolvenzverwalter der Werft, Rechtsanwalt Achim Ahrendt, hat Donnerstag die Mitarbeiter über den aktuellen Stand unterrichtet: Er sei gezwungen, die Kündigung fast aller verbliebenen 199 Arbeitnehmer vorzubereiten.
Zudem hat Ahrendt den Mitarbeitern auf der Belegschaftsversammlung mitgeteilt, dass die Liquiditätslage der Werft unverändert schlecht sei. Die notwendige Liquidität könnte allein ein externer Investor bereitstellen. Ahrendt hatte deswegen unmittelbar nach seiner Bestellung Mitte August einen strukturierten Investorenprozess angestoßen, bei dem bereits über 150 potenzielle Interessenten angesprochen wurden. „Hier liegen erste unverbindliche Angebote von Investoren vor, die signalisiert haben, auch Arbeitnehmer übernehmen zu wollen“, so Ahrendt. „Keiner der Investoren kann und will aber die vorhandenen Aufträge zu den vereinbarten Konditionen fortführen.“
Deshalb wäre selbst im Falle einer Investorenlösung in den kommenden Monaten keine Beschäftigung vorhanden. Ahrendt weiter: „Zudem ist noch völlig offen, wie viele Mitarbeiter von dem potenziellen Erwerber übernommen würden – und wann.“ Deshalb ist der vorläufige Insolvenzverwalter aus insolvenzrechtlichen Gründen gezwungen, die Kündigung eines Großteils der Arbeitnehmer vorzubereiten – voraussichtlich noch für den Monat September. „Wir werden aber den Investorenprozess weiterhin mit Hochdruck vorantreiben“, betonte Achim Ahrendt. „Im Falle einer Übernahme besteht Hoffnung, dass bei Pella Sietas doch noch mehr Arbeitsplätze erhalten bleiben oder zumindest mittelfristig neue Arbeitsplätze entstehen.“
Von der russischen Eigentümerin Pella Shipyard kommt keine Unterstützung
Ahrendt hat den Mitarbeitern außerdem mitgeteilt, dass die jetzige Eigentümerin der Werft keine neue Liquidität zur Verfügung stellt. „Außerdem können die vorhandenen Aufträge zu den vertraglich vereinbarten Konditionen nicht kostendeckend fertig gestellt werden“, erläuterte der vorläufige Insolvenzverwalter die Lage. Nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens, die voraussichtlich Anfang Oktober erfolgt, wird Ahrendt deshalb – soweit die Auftraggeber nicht zu maßgeblichen Zugeständnissen bereit sind –, den Nichteintritt in die betreffenden Verträge erklären müssen, also durch Sonderkündigungsrechte die Verträge nicht übernehmen, um Nachteile für die Gläubiger zu vermeiden. Mit dem Bund ist man hinsichtlich des Laderaumsaugbaggers „Osteriff“ hierzu bereits in guten Gesprächen.
Die Pella Sietas Werft ist die älteste deutsche Schiffswerft und beschäftigt zurzeit noch rund 200 festangestellte Mitarbeiter. Bis vor wenigen Wochen waren es noch knapp 300 Arbeitnehmer gewesen; allerdings hat in den vergangenen Wochen rund ein Drittel der Belegschaft von sich aus gekündigt, da die Arbeitnehmer drei Monate lang keine Gehaltszahlungen mehr erhalten hatten.
Die Werft hatte zuletzt vier Aufträge für Schiffsneubauten in den Büchern, darunter einen Eisbrecher für die russische Muttergesellschaft, eine innovative Fähre für den Bodensee, einen Laderaumsaugbagger für den Bund und eine Hybridfähre für das deutsche Wattenmeer. An keinem der Schiffe ist im letzten halben Jahr ernstlich gearbeitet worden.
Der Insolvenzgeld-Zeitraum ist für einen Großteil der Mitarbeiter bereits ausgeschöpft. Nur die gewerblichen Arbeitnehmer, die im Mai und Juni 2021 Kurzarbeitergeld erhalten hatten, haben noch bis Ende September 2021 Anspruch auf Insolvenzgeld. Danach müsste Pella Sietas die Löhne und Gehälter wieder selbst zahlen.

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500 Arbeitsplätze an der Elbe in Gefahr
Autor:

Susanne Laudien aus Buxtehude

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